Segelseminar auf dem IJsselmeer
Vier Tage Seeluft, Teamgeist und fachlicher Austausch stellen einen besonderen Abschluss des Seminars zur Internationalen Unternehmensrechnung dar
Zum Abschluss des Seminars zur Internationalen Unternehmensrechnung machten sich Ende Juni Masterstudierende sowie Mitarbeitende des Lehrstuhlteams auf den Weg in die Niederlande, um nach der Abgabe der Seminararbeiten sowie der Blockveranstaltung mit Gruppenpräsentationen das Seminar mit einem viertägigen Segeltörn auf dem IJsselmeer zu krönen. Die Gruppe traf sich Dienstagmorgens in Münster, bevor es per Reisebus nach Lemmer ging, wo die „Sterrenwind“ bereits im Hafen wartete. An Bord empfing in diesem Jahr Skipper Jan die Crew – ein Mann, der hauptberuflich einen Weinhandel betreibt und das Schiff mit sichtbarer Leidenschaft führt.
Schon der erste Tag verlangte Flexibilität, wenn auch anders als erwartet: Statt kräftigem Wind herrschte nahezu Flaute. Da das Tagesziel dennoch erreicht werden musste, übernahm der Dieselmotor die Arbeit, während sich die Gruppe an Deck erste Eindrücke von Schiff und Route verschaffte. Am Abend legte die Sterrenwind an einem idyllischen Holzsteg in Enkhuizen an. Nach dem gemeinsamen Abendessen standen Kennenlernspiele an. Dabei wurde auch ein Beamer aufgebaut und ein weißes Laken als Leinwand genutzt, und schon lieferte sich die Segelcrew hitzige Mario-Kart-Duelle unter freiem Himmel. Zu späterer Stunde zog es einen Teil der Gruppe noch in einen nahegelegenen Irish Pub.
Am Mittwochmorgen ging es weiter Richtung Monnickendam. Für ein unsanftes Wecksignal war dabei ebenfalls gesorgt. In einer Schleuse kam die Sterrenwind ohne Fender der Mauer zu nahe. Der Rumms sorgte dafür, dass auch die Langschläfer schlagartig an Deck standen. Der Schaden blieb glimpflich, die Stimmung ungetrübt. Nachdem die Gruppe nachmittags Monnickendam erreichte, ging es rasch weiter nach Amsterdam, wo die Altstadt auf eigene Faust erkundet wurde. Das Highlight des Abends war jedoch ungeplant: Als ein Teil der Studierenden auf der schwimmenden Plattform einer Bar saß, rutschte einer Studentin das Smartphone in die Gracht. Nach kurzem Schockmoment fiel die Entscheidung, professionelle Hilfe zu rufen. Ein Team von Recovery Divers rückte an – und tatsächlich hatte der Taucher das Gerät bereits nach rund vier Minuten unter Wasser wieder in der Hand. Der Applaus von Steg und Bordwand dürfte an diesem Abend zu den lautesten der ganzen Woche gehört haben.
Der Donnerstagmorgen begann mit deutlich mehr Wind und mit einem Manöver, das der ganzen Mannschaft alles abverlangte. Das Boot rückwärts aus der Parkposition zu bugsieren, erwies sich bei den Böen als echte Herausforderung. Fender wurden umgehängt, Taue gefiert und geholt, viele Hände griffen gleichzeitig zu. Der halbe Hafen sah interessiert zu, doch am Ende gelang das Ablegen im Team. Tagsüber brachte der Wind das Schiff dann ordentlich zum Schaukeln: nichts für Landratten, aber ein Erlebnis, an das sich alle erinnern werden.
Am ruhig gelegenen Trintelhaven wurde abends vor Anker gegangen. An Land standen Flunkyball und Wikingerschach auf dem Programm. Prof. Kajüter sorgte dabei mit unerwarteten Flunkyball-Qualitäten für ehrliches Staunen unter den Studierenden. Als großer Abschluss des Segeltörns folgte die traditionelle Pirate’s Night inklusive Modenschau und Auszeichnung der kreativsten Kostüme. Ein Lagerfeuer schuf die passende Atmosphäre für eine lange Nacht des Feierns.
Am Freitagmorgen hieß es dann aufräumen, klar Schiff machen und Kurs zurück auf Lemmer nehmen, von wo aus die Rückreise nach Münster anstand. Während des gesamten Segeltörns standen die Teilnehmenden immer wieder selbst in der Verantwortung: beim Kochen, beim An- und Ablegen, beim Setzen und Bergen der Segel. Was im Seminarraum in Form von Diskussionen und Präsentationen begann, setzte sich an Deck auf ganz andere Weise fort. Kommunikation und Koordination im Team und das Vertrauen darauf, dass jeder seinen Part übernimmt, ließen sich hier unmittelbar erfahren. So wurde der Segeltörn zu einem rundum gelungenen Abschluss des Seminars, der fachliche Inhalte, persönliche Begegnungen und gemeinsam gemeisterte Herausforderungen miteinander verband. Ein herzlicher Dank gilt Grant Thornton, deren großzügige Unterstützung diese Erfahrung erneut möglich gemacht hat.
In den Jahren 2020 und 2021 war der Segeltörn coronabedingt leider nicht umsetzbar.
Impressionen des Segelseminars im Sommersemester 2025
Impressionen des Segelseminars im Sommersemester 2024
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