Ringvorlesung im Sommersemester 2022

In den letzten Jahren hat die Bedeutung des Internets als Informationsquelle deutlich zugenommen. Auch wenn Tageszeitungen im Rahmen der Meinungsbildung noch immer eine wichtige Rolle spielen, so ist die Verfügbarkeit von Nachrichten, Informationen und Desinformationen abseits der klassischen Medienträger deutlich gewachsen. Menschen informieren sich über die sozialen Medien und profitieren dabei von der ständigen Verfügbarkeit und der hohen Geschwindigkeit der Übertragung von Inhalten. Gleichzeitig haben es einzelne Personen oder Organisationen heute leichter denn je, eine große Reichweite zu erzielen und mit selbst erstellen Inhalten eine große Personengruppe anzusprechen. Das Internet und die sozialen Medien bieten daher einen Nährboden für die Verbreitung von Inhalten, die einer Faktenprüfung oftmals nicht standhalten. Algorithmen, die Nutzer:innen sozialer Medien bestimmte Inhalte anzeigen und andere aussparen, können dabei zur Entstehung von Filterblasen beitragen und ein verzerrtes Bild der Realität entstehen lassen.  

Ein Blick auf die US-Präsidentschaftswahlen der Jahre 2016 und 2020 zeigt, dass die Dynamik in Wahlkämpfen zunehmend durch soziale Netzwerke und Onlinemedien bestimmt ist. Während der Corona-Pandemie kursierten in den sozialen Netzwerken fehlerhafte Beiträge über Nebenwirkungen der Corona-Impfstoffe. Falschinformationen, sogenannte „Fake News“ und Desinformationskampagnen sind reale Gefahren für das demokratische Miteinander. In Zeiten politischer Großereignisse oder Krisen wie der Corona-Pandemie sind sie besonders brisant.

Welche Rolle spielt das Internet für unsere Meinungsbildung? Welche Auswirkungen haben Desinformationskampagnen auf die Politik, die Wirtschaft und die Gesellschaft und wie können wir uns vor ihnen schützen? Mit diesen und weiteren Fragen beschäftigt sich die Ringvorlesung der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät der WWU Münster unter dem Titel „Meinungsbildung, Meinungsmache und Desinformation im Internet“ im Sommersemester 2022.

Alle Interessierten sind herzlich eingeladen, an der offenen Vortragsreihe teilzunehmen. Eine Teilnahme ist ohne Anmeldung möglich und selbstverständlich kostenfrei.

  • 28. April: „Automatisierung von Desinformation: Dumme Bots oder intelligente Manipulationsmaschinen?“

    Referent: PD Dr.-Ing. Christian Grimme, Institut für Wirtschaftsinformatik WWU Münster
    Ort: JUR4, Universitätsstraße 14-16, Nordseite (Richtung ULB), 1. OG
    Zeit: 18:00-19:00 Uhr
    Livestream: https://go.wwu.de/fnpqj

  • 19. Mai: „Offensivkampagnen gegen Unternehmen über Telegram @ UKR / RUS“

    Referent: Prof. Dr. Martin Grothe, Complexium GmbH, Berlin
    Zeit: 18:00-19:00 Uhr
    Online via Zoom: wwu.zoom.us/j/63934855318

  • 30. Juni: „Digitalisierung als Gelegenheitsstruktur: Medienpsychologische Perspektiven auf Propaganda und dunkle Partizipation“

    Referentin: Dr. Lena Frischlich, Institut für Kommuni­kations­wissenschaft WWU Münster
    Ort: JUR4, Universitätsstraße 14-16, Nordseite (Richtung ULB), 1. OG
    Zeit: 18:00-19:00 Uhr
    Livestream: Link wird in Kürze bekanntgegeben

  • 7. Juli: „Digitale Öffentlichkeit und Desinformation“

    Referent: Prof. Dr. Christian Stöcker, HAW, Hamburg
    Zeit: 18:00-19:00 Uhr
    Online via Zoom: wwu.zoom.us/j/63934855318

  • 12. Juli: „Neue Ideologien und Bastelreligionen im Netz: Von Esoterikern, Q-Anon und rechten Evangelikalen“

    Referent: Prof. Dr. Thorsten Quandt, Institut für Kommuni­kations­wissenschaft WWU Münster
    Ort: JUR4, Universitätsstraße 14-16, Nordseite (Richtung ULB), 1. OG
    Zeit: 19:00-20:00 Uhr
    Livestream: Link wird in Kürze bekanntgegeben