Informationen für Studieninteressierte

Warum überhaupt VWL studieren?

Weshalb muss die Wirtschaft wachsen? Sind die Strompreise zu hoch? Welche Auswirkungen hat ein Mindestlohn? Wie sollte ein gerechtes Steuersystem gestaltet sein? Wie kommt es zu einem Börsencrash? Sollte man im Luftverkehr einen Zertifikatehandel einführen? Wann ist eine Unternehmensübernahme sinnvoll? Wie kann man Datenschutz in der Wirtschaft organisieren? Dies sind nur einige der vielen Fragen, die in der Volkswirtschaftslehre behandelt werden. Im Mittelpunkt stehen dabei die Märkte, weil sie die Grundlage für ökonomische Beziehungen zwischen den Menschen bilden. Dabei geht es nicht darum, ob Märkte gut oder schlecht sind - auch in den Naturwissenschaften würde ja niemand etwa die Schwerkraft moralisch hinterfragen. Volkswirte interessiert vielmehr, wie die Märkte funktionieren, welche Ergebnisse sie bringen und wie der Staat gegebenenfalls korrigierend eingreifen kann. Hierbei ist dann auch von großem Interesse, welcher Institutionen und Mittel der Staat sich hierbei bedienen kann.

Das Betätigungsfeld der Ökonomen ist sehr viel größer als gemeinhin angenommen. Denn Märkte sind praktisch allgegenwärtig, vom Autohandel bis hin zum Heiratsmarkt. Wenn Ökonomen die Volkswirtschaft als Ganzes betrachten, sprechen sie von der Makroperspektive. Dabei geht es um Vollbeschäftigung und Wirtschaftswachstum, um Prognosen über künftige Steuereinnahmen und um die Bewegungen von Zinsen und Wechselkursen. Wenn es dagegen um das Verhalten von Unternehmen und Haushalten auf Einzelmärkten geht, spricht man von der Mikroperspektive. Ökonomen analysieren hier zum Beispiel, warum sinnvolle Käufe manchmal nicht zustande kommen und entwickeln Instrumente, wie entsprechende Hindernisse - etwa sog. Informationsasymmetrien - überwunden werden können.

Am Ende stehen oft Empfehlungen, wie die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und Verhaltensweisen verbessert werden können. Ökonomen sind deswegen gefragte Ratgeber sowohl für die Politik als auch für einzelne Unternehmen, Verbände und andere Organisationen. Dabei gibt es viele Querbezüge zu anderen Wissenschaften. So bestehen Schnittstellen zu den Rechtswissenschaften und zur Politikwissenschaft (z.B. bei der Entwicklung neuer Gesetze), zu bestimmten Ingenieurswissenschaften (z.B. wenn es um die technische Umsetzbarkeit von ökonomischen Regulierungen geht), aber auch zur Psychologie (z.B. bei der Analyse menschlichen Verhaltens an den Börsen oder am Arbeitsplatz).

Was ist das Besondere am VWL-Studium in Münster?

Die Volkswirtschaftslehre hat in Münster eine lange Tradition. Viele bedeutende Ökonomen sind aus der Münsteraner Schule hervorgegangen, so z.B. Alfred Müller-Armack, Hans Tietmeyer, Georg Milbradt, Klaus Töpfer oder Hans-Werner Sinn, um nur einige wenige zu nennen. Sie alle stehen für die Münsteraner Philosophie, keine Wissenschaft im Elfenbeinturm zu betreiben, sondern ökonomisches Denken auch in die Praxis zu tragen und dort anzuwenden.

Das Bachelor-Studium in Münster ist als vollwertiger ökonomischer Studiengang konzipiert. Es bietet den Studierenden in sechs Semestern eine umfassende Ausbildung, wissenschaftlich fundiert und gleichzeitig praxisnah. Die Auseinandersetzung mit aktuellen Praxisfragen aus Unternehmen und Wirtschaftspolitik schon ab dem ersten Semester spielt traditionell in der Münsteraner VWL-Ausbildung eine zentrale Rolle. Im Rahmen von Vorträgen, aber auch in den einzelnen Vorlesungen berichten Praktiker aus ihrem Umfeld und stehen den Studenten für Fragen zur Verfügung.

Um Mathematik und Theorie kommt man gleichwohl nicht herum, wenngleich auch hier in Münster immer der Anwendungsbezug im Vordergrund steht. Diese solide Basis ermöglicht es den Studierenden nicht nur, die Hintergründe ökonomischer Effekte zu erkennen, sie sichert vor allem auch die dauerhafte Zukunftsfähigkeit ihrer Ausbildung, weil man in die Lage versetzt wird, eigenständig zu analysieren und sein Wissen auch auf neue Sachverhalte anzuwenden.

Ein weiteres Charakteristikum des Münsteraner VWL-Studiums sind die vielfältigen Wahlpflichtfächer und Wahlmöglichkeiten, in denen man sich z.B. auf Energiewirtschaft, Verkehrswirtschaft, Unternehmenskooperation oder auch Statistik spezialisieren kann. Die Absolvierung von Praktika und Auslandssemestern ist wegen des zeitlich konzentrierten Bachelorstudiums in Münster keine Pflicht, wird aber stark durch die Fakultät unterstützt. So kann die Bachelorarbeit unmittelbar an einer Praktikumsaufgabe anknüpfen, und die Anrechnung von im Ausland erbrachten Leistungen wird großzügig und flexibel gehandhabt. Viele Studierende nutzen diese Möglichkeiten, um weitere Einblicke in die Praxis zu erlangen und neue Fragestellungen für das eigene Studium zu gewinnen. Eine sehr gute Ausbildung in quantitativen Methoden ist ein weiterer obligatorischer Bestandteil des VWL-Bachelorstudiums in Münster.

Struktur der Volkswirtschaftslehre innerhalb der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät

Die wirtschaftswissenschaftliche Fakultät gliedert sich auf in die Betriebswirtschaftslehre, das Zentrum für interdisziplinäre Wirtschaftsforschung, die Volkswirtschaftslehre und die Wirtschaftsinformatik.
Die Volkswirtschaftslehre ist untergliedert in drei Zentren. Das Centrum für angewandte Wirtschaftsforschung, das Center for Quantitative Economics (CQE) sowie das Center for Economic Theory (CET).
Das Centrum für angewandte Wirtschaftsforschung Münster (CAWM) der Universität Münster wurde 2002 gegründet. Die Forschungsarbeiten im CAWM umfassen ein breites Spektrum volkswirtschaftlicher Fragestellungen mit den Schwerpunkten Verkehrs- und Regionalökonomik, Wohnungswirtschaft, Unternehmenskooperation, Finanzwissenschaft, Energiewirtschaft sowie Konjunktur und Arbeitsmarkt. Im Rahmen seiner umfangreichen theoretisch und empirisch fundierten Drittmittelforschung erstellt das CAWM laufend Analysen für Ministerien, Unternehmen, Stiftungen und Verbände. Die Professoren und Mitarbeiter des CAWM engagieren sich zudem sehr stark in der Lehre in den Bachelor- und Masterprogrammen und bieten ihren Studierenden Veranstaltungen, die sich an höchsten Lehrstandards orientieren und innovative Lehrmethoden umsetzen.
Das Center for Quantitative Economics (CQE) der Universität Münster wurde 2008 gegründet. Die Forschungsschwerpunkte der CQE-Mitglieder umfassen eine Vielzahl theoretischer und quantitativer Fragestellungen der Volkswirtschaftslehre. Hierzu gehören unter anderem die Gebiete "Internationale Wirtschaftsbeziehungen", "Monetäre Ökonomik", "Theorie und Empirie internationaler Finanzmärkte" sowie die Entwicklung finanzmarktökonometrischer Methoden. Die Forschung im CQE besitzt eine international orientierte Ausrichtung mit dem Ziel der Publikation in hochrangigen wissenschaftlichen Fachzeitschriften. Auch in der Lehre werden von den CQE-Professoren internationale Forschungsstandards vermittelt. Hierdurch erhalten die Studierenden eine hochwertige wissenschaftliche Ausbildung, die alle Aspekte der modernen Volkswirtschaftslehre umfasst.
Der dritte Forschungsbereich, das "Center for Economic Theory" (CET), wurde 2013 gegründet. Der Forschungsschwerpunkt am CET liegt auf angewandt theoretischen Fragestellungen im Bereich der Mikroökonomik und der Finanzwissenschaft. Dazu gehören unter anderem Fragen der Staatsfinanzierung, der internationalen Besteuerung, der Bildungs-, Gesundheits- und Sportökonomik.
Eine Übersicht über sämtliche Lehrstühle und Institute innerhalb der Volkswirtschaftslehre finden Sie hier.

Berufsperspektiven

Volkswirte arbeiten in den unterschiedlichsten Bereichen, abhängig von den persönlichen Neigungen und der jeweiligen Spezialisierung im Studium. Viele Münsteraner VWL-Absolventen sind später in Unternehmen tätig, wo sie es aufgrund ihrer vielseitigen und praxisorientierten Ausbildung oft bis in die Chefetagen bringen. Im Einzelnen sind Volkswirte aus Münster besonders gut für folgende Einsatzfelder qualifiziert:

Politik: In den Ministerien des Bundes und der Länder werden breit ausgebildete Volkswirte benötigt, um strategische Planungen durchzuführen, die Politiker zu beraten und die wirtschaftlichen Auswirkungen von Programmen und Gesetzen zu prognostizieren. Ähnliche Aufgaben haben sie in internationalen Organisationen wie der OECD, der Weltbank oder der Europäischen Kommission sowie in wirtschaftswissenschaftlichen Forschungsinstituten. Volkswirte leisten hier evidenzbasierte Politikberatung.

Regulierungsbehörden: In zunehmendem Maße werden Ökonomen auch in Regulierungsbehörden wie z.B. der Bundesnetzagentur benötigt. Hier werden gründliche Kenntnisse über die Funktionsweise von Märkten, aber auch die Fähigkeit zur interdisziplinären Zusammenarbeit insbesondere mit Juristen und Technikern erwartet.

Verbände: Hier ist es wesentlich, Politik und Ökonomie miteinander zu verbinden und beispielsweise Verbandsinteressen mit präziser ökonomischer Argumentation in Einklang zu bringen. Ein guter theoretischer Hintergrund ist dafür genauso unerlässlich wie der sichere Umgang mit Zahlen.

Unternehmen, Banken: Für Unternehmen ist es – insbesondere im Bereich des Corporate Development – wichtig, strategisch und analytisch denkende Mitarbeiter zu haben, die Märkte analysieren und für diese geeignete Strategien ableiten können. Auch für die Erstellung von Prognosen und für Controllingaufgaben sind Volkswirte besonders qualifiziert. Vielfach sind sie aber auch in der Unternehmensführung anzutreffen. So gibt es heute kaum einen Vorstand einer Bank oder Versicherung, dem kein Volkswirt angehört.

Unternehmensberatungen: Aufgrund ihrer strategischen Denkweise sind Volkswirte auch gefragte Mitarbeiter in Unternehmensberatungen. Das vielseitige, methodisch anspruchsvolle VWL-Studium verschafft ihnen hier den wichtigen Vorteil einer vernetzten Problemsicht und der Fähigkeit, komplexe Probleme effizient zu lösen.

Inhalte und Verlauf des Bachelor-Studiums in Münster

Durch seine Modularisierung ist das VWL-Studium in Münster klar strukturiert. Es bietet einerseits ein breites Fundament ökonomischen Grundwissens, andererseits jedoch zahlreiche Wahlpflichtmodule. Damit gestaltet jeder Studierende seine Spezialisierung und damit sein ganz individuelles Qualifizierungsprofil, mit dem er sich am Arbeitsmarkt positionieren kann.

Es lassen sich sechs Hauptinhalte des Bachelorstudiums in Münster unterscheiden:

Mikroökonomik: In den drei Modulen zur Mikroökonomik werden die Grundlagen der Funktionsweise von Märkten behandelt. Wie bilden sich Preise? Was ist Marktmacht? Wie kann man auf Märkten strategisch agieren? Aber auch die Frage der Gestaltung von Organisationen und Unternehmen werden in diesen Modulen betrachtet.

Makroökonomik: In den Modulen zur Makroökonomik werden ganze Volkswirtschaften betrachtet. Es werden Konjunkturfragen ebenso behandelt wie Probleme des Arbeitsmarktes oder der internationalen Wirtschaftsordnung.

Angewandte Wirtschaftsforschung: In der angewandten Wirtschaftsforschung geht es vor allem um die praktische Wirtschaftspolitik. Wann soll der Staat in Märkte eingreifen und wie kann er das tun?

Methoden: In den Methodenvorlesungen wird das ökonomische Handwerkszeug vermittelt. Hierunter fallen Kenntnisse der Mathematik sowie grundlegender statistischer Methoden, die für die Behandlung empirischer ökonomischer Fragestellungen benötigt werden.

Wahlpflichtfächer: Es sind drei Wahlpflichtfächer zu wählen. Diese können beliebig miteinander kombiniert werden, wobei mindestens eines der Fächer ein Seminar sein muss. Die Wahlpflichtfächer stammen aus den Bereichen Energieökonomik, Verkehrsökonomik, Wirtschaftsgeschichte, Unternehmenskooperation, Ökonometrie und Statistik, Regionalökonomik, Internationale Wirtschaft und weitere verwandte Gebiete.

Betriebswirtschaftslehre: Betriebswirtschaftliches Grundlagenwissen ist auch für Volkswirte unerlässlich. Dieses wird in den beiden BWL-Pflichtmodulen und zwei Wahlpflichtmodulen vermittelt.

Welche Qualifikationen benötige ich für ein VWL-Studium in Münster?

Voraussetzung für das Studium der Volkswirtschaftslehre ist die Allgemeine Hochschulreife. Das VWL-Studium in Münster ist zulassungsbeschränkt. Da sich die Kriterien für die Zulassung von Semester zu Semester ändern können, können an dieser Stelle keine allgemeinen Aussagen gemacht werden. Die jeweils aktuellen Zulassungskriterien können beim Studierendensekretariat erfragt werden.

Unabdingbare Voraussetzung für ein VWL-Studium in Münster ist neben dem Interesse an wirtschaftlichen Fragestellungen die Freude daran, unkonventionell zu denken und den Dingen auf den Grund zu gehen. Vorausgesetzt werden mathematische Kenntnisse, wie sie in der gymnasialen Oberstufe gelehrt werden. Die speziellen mathematischen Methoden für das VWL-Studium werden zu Beginn des Studiums erlernt.

Was muss ich tun, wenn ich in Münster VWL studieren will?

Der Beginn des VWL-Studiums in Münster ist sowohl im Wintersemester als auch im Sommersemester möglich. Empfohlen wird jedoch der Beginn im Wintersemester. Die Bewerbungstermine entnehmen Sie bitte den Informationen des Studierendensekretariats der WWU Münster.

Es ist eine Bewerbung über das Internetportal des Studierendensekretariats nötig.

Weitere Informationen zum Studium:

Studienberatung

E-Mail: vwl-bachelorberatung@wiwi.uni-muenster.de
Tel.: 0251/83-22978

Wirtschaftswissenschaftliches Prüfungsamt

Prüfungsamt der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät
Hüfferstraße 27
48149 Münster
Tel.: 0251/83-37915
www.wiwi.uni-muenster.de/pruefungsamt/

Studierendensekretariat

Studierendensekretariat der Universität Münster
Schlossplatz 2
48149 Münster  
E-Mail: Studierendensekretariat@uni-muenster.de
www.uni-muenster.de/Studierendensekretariat/

Fachschaft Wirtschaftswissenschaften

Fachschaft WiWi
Universitätsstraße 14-16
48143 Münster
E-Mail: fachschaft@wiwi.uni-muenster.de
Tel.: 0251/83-22079