„Der Kontakt zu Menschen aus anderen Ländern ist sehr bereichernd“
In der Rubrik "Auf ein Stück Mohnkuchen" der Unizeitung wissen|leben besuchen Mitarbeiter:innen der Stabsstelle Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit für jede Ausgabe Universitätsbeschäftigte, um mit ihnen über Besonderheiten ihres Arbeitsplatzes zu sprechen. Olga Lunina, Leiterin des International Relations Centers der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät, berichtet im Interview, warum sie schon immer im internationalen Kontext arbeiten wollte und was sie an ihrer Wahl-Heimat Münster besonders schätzt.
Internationalisierung ist an der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät kein leeres Schlagwort, sondern gelebte Realität. Erst kürzlich hat der Fachbereich seinen Platz unter den Top-Business-Schools weltweit bestätigt und zum vierten Mal das Qualitätssiegel der „Association to Advance Collegiate Schools of Business“ erhalten. Olga Lunina genießt das internationale Flair auf dem „WiWi-Campus“ an der Universitätsstraße. Als Leiterin des International Relations Centers (IRC) trägt sie zur globalen Sichtbarkeit bei und schlägt mit einer Mischung aus Herzblut und strategischem Weitblick die Brücke von Münster in die Welt. 135 Partnerschaften mit internationalen Universitäten pflegt die Fakultät allein im Bereich des Studierendenaustauschs. Pro Jahr absolvieren mehr als 400 Studierende ein Auslandssemester, bis zu 150 ausländische Studierende kommen nach Münster.
„Ich wollte schon immer in einem internationalen Kontext arbeiten. Der Kontakt zu Menschen aus anderen Ländern ist sehr bereichernd“, betont die 44-Jährige, die vor zwanzig Jahren aus Russland auswanderte und in Münster eine neue Heimat gefunden hat. In ihrem Büro im dritten Stock hängen Postkarten aus aller Welt, die Studierende ihr geschickt haben. Auch große Landkarten und eine beachtliche Anzahl von Konferenz- und Messeausweisen zieren die Wände. Gerade erst ist sie von einer „Staff Week“ in Prag zurück, einer Fortbildungswoche zur Vernetzung und Weiterbildung. Ende Juni reist sie zu einem Workshop mit europäischen Kolleginnen und Kollegen nach Paris.
Sowohl in der Forschung als auch in der Lehre arbeitet der Fachbereich eng mit Institutionen im Ausland zusammen. Das IRC steuert die internationale Ausrichtung und kümmert sich um den Ausbau und die Pflege der Partnerschaften, die Organisation der Studierenden- und Beschäftigtenmobilität sowie die Betreuung von Gastwissenschaftlerinnen und -wissenschaftlern. Zum Team gehören neben Olga Lunina zwei weitere Kolleginnen: eine Outgoing-Koordinatorin, die Studierende bei Fragen rund um das Auslandssemester berät, und eine Incoming-Koordinatorin, die ausländische Studierende während des Auslandssemesters an der Fakultät betreut. Bei strategischen Fragen arbeitet Olga Lunina eng mit dem Prodekan für Internationales, Prof. Dr. Jan vom Brocke, zusammen – zurzeit steht die Überarbeitung der Internationalisierungsstrategie an.
Schon während ihres Studiums der Fächer Sinologie, Wirtschaftspolitik und deutsche Philologie war sie studentische Hilfskraft im International Office und im Sprachenzentrum der Universität Münster. Deutsch lernte sie bereits zu Schulzeiten in Russland. Nach dem Uni-Abschluss wechselte Olga Lunina 2014 nahtlos ans IRC, zunächst als Koordinatorin für die Studierendenmobilität und Partnernetzwerke. 2021 übernahm sie die Leitung. Seither ist der direkte Kontakt zu Studierenden seltener geworden und ihre Hauptaufgaben haben überwiegend strategischen Charakter. „Mein Arbeitsalltag ist abwechslungsreich und vom Austausch mit Kolleginnen und Kollegen geprägt“, berichtet sie. Stehen Vertragsverlängerungen mit Partneruniversitäten zur Debatte? Welche Fördermöglichkeiten für Studierende, Beschäftigte und Gäste gibt es? Das ist nur ein kleiner Teil der Dinge, mit denen sie sich beschäftigt.
Über viele aktuelle Themen an der Fakultät ist Olga Lunina gut informiert, denn das IRC ist an das Dekanat angegliedert. Sie arbeitet eng mit dem Studienberatungsteam des Fachbereichs, dem International Office und der Rektoratskommission für Internationales zusammen. Zudem engagiert sie sich im Fachbereichsrat und als Diversity-Beauftragte der Fakultät. Von ihren Dienstreisen – etwa zwei bis drei pro Jahr aus verschiedenen Anlässen – bringt sie vor allem neue Ideen und Kontakte mit nach Münster. Auch privat ist Olga Lunina gerne (international) unterwegs: Sie liebt das Wandern in den Alpen, Radfahren und den Powerfitness-Kurs beim Hochschulsport und engagiert sich im Osteuropaforum Münster. „Ich mag die direkte deutsche Art und bin dadurch selbst sehr offen und direkt geworden“, sagt sie mit einem Lächeln. Auch wenn ihre Arbeitstage oft eng getaktet, die Papierberge groß und die To-Do-Listen lang seien, könne sie sich keinen Job vorstellen, der besser zu ihr passt.
Autorin: Julia Harth
Dieser Artikel stammt aus der Unizeitung wissen|leben Nr. 4, 17. Juni 2026.