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Dekanat

Dr. Colin Schulz erhält Förderpreis für herausragende Forschungsleistungen

Am münsterschen Hafen nahm Dr. Colin Schulz die Urkunde über den Förderpreis der Universitätsgesellschaft Münster entgegen. (v.l.: Tobias Arend, Prof. Dr. Hermann-Joseph Pavenstädt, Prof. Dr. Johannes Wessels, Dr. Colin Schulz, Dr. Paul-Josef Patt, Ralf Mertins, Prof. Dr. David Bendig; Fotos: Universitätsgesellschaft Münster - Michael Möller)

Die Universitätsgesellschaft Münster hat Dr. Colin Schulz vom Institut für Entrepreneurship mit dem diesjährigen Förderpreis ausgezeichnet. Damit würdigt der Verein die besonderen Leistungen des Wissenschaftlers, zu dessen Forschungsschwerpunkten die Frage gehört, wie Unternehmen insbesondere auf der Top-Management-Ebene auf technologische und ökologische Veränderungen reagieren und daraus zukunftsgerichtete Innovations- und Transformationspfade entwickeln. 

„Forschung entsteht oft über viele Jahre hinweg und ist nach außen nicht immer sichtbar. Umso mehr freue ich mich über diese Auszeichnung und weiß das Engagement der Universitätsgesellschaft sehr zu schätzen“, betonte der Betriebswirt, der den mit 10.000 Euro dotierten Preis in der VR-Bank am Hafenplatz entgegennahm. 

In seiner Laudatio würdigte Institutsleiter Prof. Dr. David Bendig Colin Schulz als "herausragenden Forscher, begeisternden Lehrer, verlässlichen Kollegen und Freund." Er verwies unter anderem auf den Lehrpreis für die beste Vorlesung im Master BWL, mit dem Colin Schulz 2025 von den Studierenden ausgezeichnet wurde, auf die erstklassigen Veröffentlichungen – 7 von 10 Aufsätzen erschienen in internationalen Zeitschriften der höchsten Kategorien A und A+ – und auf die praktische Relevanz seiner Forschungsthemen: An Fragen wie "Was macht Künstliche Intelligenz mit der Zufriedenheit von Beschäftigten?" entscheide sich, "ob unsere Wirtschaft die kommenden Jahrzehnte gestaltet – oder von ihnen gestaltet wird." 

Auch Dr. Paul-Josef Patt, Vorstandsvorsitzender der Universitätsgesellschaft, zeigte sich beeindruckt von der Arbeit des Preisträgers. „Dr. Colin Schulz verkörpert die Innovationskraft, die unsere Universität auszeichnet. Seine herausragenden Leistungen und sein Einsatz für die Wissenschaft sind ein inspirierendes Beispiel für uns alle.“

Prof. Hermann-Josef Pavenstädt (l.) und Dr. Paul-Josef Patt (r.) gratulieren dem Preisträger Dr. Colin Schulz.

Der Förderpreis blickt auf eine über 40‑jährige Tradition zurück. Er wurde 1980 anlässlich des 200‑jährigen Bestehens der Universität Münster als „Preis zur Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses“ ins Leben gerufen und wird seitdem von der Universitätsgesellschaft Münster gestiftet. 2021 erhielt er den heutigen Namen „Förderpreis der Universitätsgesellschaft Münster“. Zur Nominierung der Kandidaten sind alle Professorinnen und Professoren der Universität Münster berechtigt.

Über den Preisträger

Colin Schulz ist Akademischer Rat und Habilitand am Institut für Entrepreneurship der Universität Münster. Er studierte Betriebswirtschaftslehre in Münster und Aarhus und promovierte im Fachgebiet Technologie- und Innovationsmanagement an der RWTH Aachen. In seiner Forschung untersucht er den Wandel von Unternehmen. In den vergangenen Jahren publizierte er in mehreren international führenden wirtschaftswissenschaftlichen Zeitschriften, darunter Information Systems Research, Journal of Business Venturing und Research Policy.

Neben Laudator Prof. Dr. David Bendig (2.v.l.) gratulierten Dr. Colin Schulz (Mitte) unter anderem auch Dekan Prof. Dr. Thomas Langer (r.) und Prof. Dr. Fabian Gieseke (l.) von der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät sowie der Rektor der Universität Münster, Prof. Dr. Johannes Wessels (2.v.r.).

Links zu dieser Meldung: 

Dr. Colin Schulz an der Universität Münster

Pressemitteilung der Universität Münster zur Auszeichnung von Dr. Colin Schulz

Die Homepage der Universitätsgesellschaft Münster e. V.

Porträt in der Unizeitung „wissen|leben“

Bereits im Vorfeld der Auszeichnung hatte die Unizeitung „wissen|leben“ den Wissenschaftler und seinen Werdegang vorgestellt. Der Beitrag zeigt, wie Colin Schulz Forschung, Lehre und unternehmerische Erfahrungen verbindet und warum der Wandel von Unternehmen ein zentrales Thema seiner wissenschaftlichen Arbeit ist.

Auch wenn es mit dem Finale beim „WiWi-Cup 2026“ an diesem Tag nichts geworden ist, ist Dr. Colin Schulz guter Dinge. Der Mann im Trainingsanzug, mit über die Schulter geworfener Sporttasche, freut sich einfach, beim Fußballturnier seines Fachbereichs mitgemacht zu haben – und jetzt zum Interview für diesen Text im Schloss zu sein. Denn Colin Schulz erhält den diesjährigen Förderpreis der Universitätsgesellschaft Münster, mit dem der Verein „herausragende Forschungsleistungen junger Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler“ auszeichnet. Grund genug, den Wirtschaftswissenschaftler vorzustellen.

Seit 2021 arbeitet der 35-Jährige am Institut für Entrepreneurship. Als „Assistant Professor“ forscht er zu digitaler und ökologischer Innovation in Unternehmen. „Ich bin ein klassischer BWLer und kenne mich gut mit organisatorischem Wandel aus“, erklärt er. „Großskalige Datensätze“ seien für seine Arbeit genauso wichtig wie Interviews, mit denen er die quantitativen Daten anreichert. In seiner Forschung setzt er sich unter anderem damit auseinander, wie sich künstliche Intelligenz auf die Zufriedenheit von Beschäftigten auswirkt oder wie naturwissenschaftliche Grundlagenforschung kommerzialisiert werden kann. Das Leitmotiv ist stets die Veränderung.

Der Wandel ist in Colin Schulz‘ Biografie genauso eingeschrieben wie die Beständigkeit. Beides verbindet der Betriebswirt auf eine lässige Art – so sportlich wie er an diesem Junitag gekleidet ist, so sportlich ist seine Mentalität. Denn obwohl er in den Stunden zuvor zum ersten Mal seit zehn Jahren auf dem Rasenplatz gestanden hat, ziehen sich die Fußballanalogien durch seine biografischen Ausführungen. Beispielsweise bezeichnet er sich als „Eigengewächs“ der Uni Münster, die hiesige BWL „spiele auf hohem Niveau“, indem sie wissenschaftlichen Anspruch, Internationalität und persönliche Förderung verbinde.

Die Art zu reden und zu wirken, kommt nicht von ungefähr. Colin Schulz spielte erfolgreich Fußball, genauer als Torwart in der Juniorenbundesliga bei Preußen Münster. Nach der Juniorenzeit tauschte er seine Leidenschaft für den Sport gegen das Interesse für Zahlen und Wirtschaft ein. „Ich hatte mich bereits für das Wirtschaftsabitur an einem Berufskolleg entschieden“, erklärt er. Vom Wandel kam er so wieder zur Beständigkeit, denn er stellte fest, dass er sich fachlich gut aufgehoben fühlte. Folglich entschied Colin Schulz sich für ein BWL-Studium in Münster. Zweifel hätte er keine gehabt. „Mir lag das in der Schule, also dachte ich mir, dass es auch an der Uni klappen würde.“

Nicht nur der Förderpreis der Universitätsgesellschaft zeigt, dass er richtig lag. Auf den Bachelor in Münster folgte ein Master im dänischen Aarhus, später die Promotion in Aachen. Als Doktorand widmete er sich nicht nur der Forschungsfrage, wie Betriebe digitale Geschäftsfelder erschließen können, er wurde selbst zum Unternehmer und gründete ein Softwareunternehmen. Durch diese Erfahrungen kann er als Dozent im Hörsaal oder als Mentor im REACH – Euregio Start-up Center den Studierenden nicht nur das „theoretische Einmaleins der Unternehmensgründung“ darlegen, sondern auch praktische Einblicke geben. Bei dem Stichwort kommt Colin Schulz ins Schwärmen: „Ich liebe es, zu unterrichten! Die 90 Minuten sollen sich für die Studierenden lohnen.“ Sein Antrieb und seine Freude rühren auch daher, dass er heute in denselben Räumen lehrt, in denen er früher gelernt hat.

Er genießt es, dass er als Habilitand jene Lehre mit der Forschung und der Praxis verbinden kann. Darum strebt er inzwischen eine Professur an. „Mein Doktorvater fragte mich, ob ich mir das vorstellen könne.“ Über das mit dieser Frage verbundene Vertrauen in seine Fähigkeiten habe er sich sehr gefreut. „Irgendwer muss einem das ja sagen,“ erklärt er und hat dabei auch seine eigenen Doktorandinnen und Doktoranden im Kopf. Für sie hat er viel Lob. Ebenso für den „Top-Fachbereich“. Überhaupt seien er und seine Frau „superglücklich“ in Münster. Dieses große Maß an Beständigkeit wird er aber wohl in den kommenden Jahren wieder in einen Wandel überführen müssen. Denn Hausberufungen sind in der BWL nicht üblich. Doch er scheint das Leben ohnehin so zu nehmen, wie es kommt. „Ich freue mich erst einmal darauf, den Förderpreis im Juli entgegennehmen zu dürfen. Die Initiative der Universitätsgesellschaft weiß ich sehr zu schätzen.“

Dabei profitiert er von der Unterstützung seines Vorgesetzten, Prof. Dr. David Bendig, der in seiner Nominierung viel Gutes über seinen Mitarbeiter zu sagen hat. Colin Schulz gehöre „zu den profilstärksten Nachwuchswissenschaftler:innen im Bereich der Management- und Innovationsforschung in Deutschland“. Seine Forschungsleistungen samt herausragender Publikationen seien „für einen Wissenschaftler vier Jahre nach der Promotion außergewöhnlich“. Angesichts eines solchen Lobes ist es nicht verwunderlich, dass Colin Schulz den verpassten Finaleinzug des „WiWi-Cups“ gut verkraftet – und zuversichtlich nach vorne schaut.

Autor: André Bednarz

Dieser Artikel stammt aus der Unizeitung wissen|leben Nr. 4, 17. Juni 2026.

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