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Marcus Jan Hillbrand

Wie stehen Recruiter:innen dem Einsatz von Künstlicher Intelligenz in der Personalauswahl gegenüber?

Die Studie, veröffentlicht in Computers in Human Behavior Reports, untersucht, welche Faktoren die Einstellung von Recruiter:innen gegenüber KI-gestützten Auswahlverfahren prägen. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie Recruiter:innen den Einsatz von KI-Systemen in unterschiedlichen Anwendungsszenarien bewerten und wie wahrgenommene Chancen, Risiken und Vertrauen diese Einstellung beeinflussen.

 

Die Studie zeigt:

  • Recruiter:innen bilden ihre Einstellung gegenüber KI-Systemen, indem sie wahrgenommene Chancen und Risiken gegeneinander abwägen. Effizienzgewinne, konsistentere Entscheidungen und strategische Vorteile stehen dabei Risiken wie dem Verlust menschlichen Urteilsvermögens, ethischen Bedenken und unklaren Verantwortlichkeiten gegenüber.
  • Transparenz ist die Grundlage für Vertrauen in KI-Systeme. Vertrauen prägt, wie Recruiter:innen wahrgenommene Chancen und Risiken bewerten und damit ihre Einstellung gegenüber KI-Systemen. Können sie nachvollziehen, wie Empfehlungen entstehen und wo die Grenzen eines KI-Systems liegen, stärkt dies das Vertrauen und damit eine positive Einstellung.
  • Der Anwendungskontext beeinflusst die Einstellung gegenüber KI-Systemen. Je nach Einsatzbereich und Grad der Prozessautomatisierung unterscheiden sich die Wahrnehmung von Chancen und Risiken sowie das Vertrauen in KI-Systeme. So werden KI-Systeme bei standardisierten Aufgaben und als Unterstützung menschlicher Entscheidungen positiv bewertet, während Recruiter:innen bei komplexen Bewertungsaufgaben und einer vollständigen Automatisierung des Auswahlprozesses zurückhaltender sind.

 

Für die Praxis bedeutet das: Unternehmen sollten KI-Systeme in der Personalauswahl so gestalten, dass sie Recruiter:innen unterstützen und nicht ersetzen. Transparente KI-Systeme, nachvollziehbare Entscheidungsprozesse und eine klar definierte Rolle des Menschen im Auswahlprozess sind entscheidende Voraussetzungen für eine positive Einstellung von Recruiter:innen gegenüber KI-Systemen.

 

Die Studie „AI no matter what? A recruiter's perspective on the use of artificial intelligence in personnel selection“wurde von Dr. Charlotte Czernietzki, Prof. Dr. Daniel Westmattelmann  und Prof. Dr. Johann Nils Foege von der Universität Münster und der Privaten Hochschule für Wirtschaft und Technik Vechta verfasst.

Den vollständigen Open-Access-Artikel finden Sie hier.