Alumni Story: Hendrik Tigger

Für die einen sind Steuern ein lästiger und manchmal in seiner Komplexität schwer verständlicher Teil des Alltags und die jährlich zu erstellende Steuererklärung eine mühsame Pflicht, für andere sind sie eine (berufliche) Leidenschaft und ein tagtägliches angewendetes Werkzeug. Einer, der sich vom deutschen Steuerrecht nicht beirren lässt, ist Hendrik Tigger. Der ausgebildete Industriekaufmann studierte an der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät BWL und sammelte bereits in studienbegleitenden Praktika erste Erfahrungen im Bereich Steuerberatung/Wirtschaftsprüfung. Diese Erfahrungen motivierten Hendrik Tigger eine Karriere in dieser Branche anzustreben und so begann er seine berufliche Laufbahn nach dem erfolgreich abgeschlossenen Diplomstudium als Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsassistent.

Heute ist Hendrik Tigger Steuerberater sowie Wirtschaftsprüfer und sowohl Geschäftsführer als auch Gesellschafter zweier Gesellschaften – der Merco GmbH StGB und der Dr. Merschmeier + Partner GmbH, WPG StBG, beide mit Sitz in Münster. Bei der Merco GmbH StGB betreut Hendrik Tigger klein- und mittelständische Betriebe verschiedener Branchen sowie Privatpersonen in steuerlichen Fragen. Im Rahmen seiner Tätigkeit für die Dr. Merschmeier + Partner GmbH WPG StBG liegt der Arbeitsschwerpunkt hingegen eher auf Fragestellungen der Wirtschaftsprüfung. Dort verantwortet Hendrik Tigger die Bereiche „Sozialer Sektor“ und „Unternehmen der öffentlichen Hand“. Für diese Unternehmen ist er auch steuerberatend und betriebswirtschaftlich beratend tätig.

Im Interview sprechen wir mit Hendrik Tigger über seinen beruflichen Werdegang, besondere Meilensteine und blicken zurück auf die Zeit an der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät.

Lieber Herr Tigger, was hat Sie im Studium dazu bewogen, den Schwerpunkt auf den Themenbereich Steuerberatung/Wirtschaftsprüfung zu legen?

Da war zum einen eine begeisternde erste Vorlesung von Prof. Dr. Jörg Baetge (Institut für Revisionswesen) im Wintersemester 1996/1997 zum Thema Wirtschaftsprüfung. Zum anderen habe ich mir mein Studium damit finanziert, für meine damals als Steuerberaterin tätige Mutter Buchführungen ihrer Mandanten zu erledigen. Dabei konnte ich meine Buchführungskenntnisse sowohl aus dem Grundstudium als auch aus der vorherigen Ausbildung an- und verwenden. Im weiteren Verlauf des Studiums begriff ich, dass diese Branche relativ krisenfest ist. Gut ist, dass man bei seinem Entwicklungsmöglichkeiten in der Steuerberatung und Wirtschaftsprüfung nicht auf den „einen“ Arbeitgeber angewiesen ist, sondern die Berufserfahrung und –examina auch in anderen Kanzleien anwenden kann.

Bei der Dr. Merschmeier + Partner GmbH, WPG StBG haben Sie kurz nach dem Studium als Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsassistent angefangen, heute sind Sie einer der geschäftsführenden Gesellschafter. Welche persönlichen und beruflichen Meilensteine sind Ihnen besonders in Erinnerung geblieben?

Beruflich sind vor allem das bestandene Steuerberaterexamen in 2005 und das Wirtschaftsprüferexamen in 2010 zu nennen. Bei beiden Examina wurde ich von meinen Arbeitgeber gut unterstützt, vor allem durch Freistellungen von der Arbeit. Durch meine Tätigkeit bei der Dr. Merschmeier + Partner GmbH als mittelständischer Steuerberatungs- und Wirtschaftsprüfungsgesellschaft hatte ich nicht nur einen Steuerberater- oder Wirtschaftsprüferschwerpunkt, sondern kannte beide „Welten“. Bei einer großen Gesellschaft wäre das sicherlich anders gewesen. Auch der Einstieg in die Geschäftsführung und in den Gesellschafterkreis 2020 funktionierte durch die offene Kommunikation mit den anderen Geschäftsführern und Gesellschaftern gut. Persönlich gibt es viele Meilensteine bzw. Momente. Hier anzufangen würde den Rahmen dieses Interviews wohl sprengen. Bei Interesse kann ich im persönlichen Gespräch aber intensiver über diverse Erlebnisse berichten, natürlich immer mit der berufsnotwendigen Verschwiegenheit. Die persönliche Entwicklung war für mich in einer mittelständischen WPG/StBG gut, da ich schon früh Verantwortung übernehmen konnte und die ganze Vielfalt der Themen des Mandanten kennenlernte und dabei selber viel lernte.

Sie sind aktuell auch Geschäftsführer einer weiteren Steuerberatungsgesellschaft. Inwiefern gibt es Synergien zwischen Ihren beiden Tätigkeiten?

Da ist z. B. die Kenntnis von handelsrechtlichen Notwendigkeiten, wie der Anhang im Jahresabschluss einer Kapitalgesellschaft. Für die steuerrechtliche Gewinnermittlung wird dieser zwar nicht notwendig, muss aber trotzdem gemacht werden. Andererseits lernt man in der Steuerberatung eher und intensiver Buchhaltung. Diese Kenntnis macht es einem dann leichter, die Buchungen im Rahmen einer Jahresabschlussprüfung zu verstehen und selber Korrekturbuchungen vorzunehmen. Bei der Dr. Merschmeier + Partner GmbH gibt es keine eigene Steuerabteilung, so dass man bei der Jahresabschlussprüfung auch immer selbst gefordert ist, einen Sachverhalt auch ggf. steuerlich zu bewerten. Eine weitere Synergie ist auch, das man bei Jahresabschlussprüfungen von Mitarbeitern des Mandanten ab und an um einen persönlichen steuerlichen Rat gefragt wird, und man dann Rede und Antwort stehen kann.

Was assoziieren Sie noch heute mit Ihrer Zeit an der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät? Gibt es ein Erlebnis, an das Sie besonders gerne zurückdenken?

Hängengeblieben ist das intensive Lernen im Semester mit den sich anschließenden Klausuren, die man nur bestand, wenn man gut vorbereitet war. Heraus ragt dabei in meiner Erinnerung das Seminar in Industriebetriebslehre im Hauptstudium bei Prof. Dr. Dietrich Adam. In den Semesterferien konnte man dann aber sich die Zeit oft selber einteilen und z. B. interessante Praktika machen oder sich mit Nebenjobs das Studium finanzieren. Ich nutze die Semesterferien aber auch für interessante Reisen. Besonders gerne denke ich an ein Auslandssemester im Frühjahr 1999 an der Karl-Franzens-Universität in Graz zurück. Ich wurde dort gut aufgenommen und hatte keine Probleme bei der Anerkennung der dort erbrachten Studienleistungen. Dem schloss sich damals ein Praktikum bei der KPMG in München an, aus welchem sich auch mein Diplomarbeitsthema ergab. Beides wurde durch das damalige Institut für Revisionswesen vermittelt.

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