Geschlechtsspezifische Unterschiede in Lohn und Beschäftigung


Projektstatus abgeschlossen
Projektzeitraum 01.01.2011- 01.05.2015
Schlüsselwörter Arbeitsmarkt, geschlechterspezifische Unterschiede, Diskriminierung

Die aktuelle Diskussion um die Einführung einer Frauenquote in privaten Unternehmen zeigt, dass auch im Jahr 2010 die Erwerbsunterschiede zwischen Frauen und Männern privatwirtschaftlich unüberwindbar scheinen, obwohl die Erwerbsbeteiligung von Frauen in den letzten dreißig Jahren stetig gestiegen ist. Dabei erstreckt sich das Phänomen der Geschlechterdifferenzierung am Arbeitsmarkt über alle Ausbildungsstufen, sowohl im Hinblick auf die Berufswahl als auch im Hinblick auf die Entlohnung bei gleicher Beschäftigung. Klassischerweise werden Unterschiede am Arbeitsmarkt nach Jacob Mincers und Gary S. Beckers Humankapitaltheorie in merkmalsbezogene und (unerklärte) diskriminatorische Einkommensunterschiede unterteilt. Dabei wurden die (erklärten) merkmalsbezogenen Unterschiede fortlaufend um neue Ansätze ergänzt. So wurde beispielsweise der Einkommenseffekt geburtsbedingter Erwerbsunterbrechungen als Erklärungsfaktor hinzugezogen. Das Projekt untersucht Datensätze für Deutschland auf den Erklärungsgehalt dieser und weiterer theoretischer Ansätze hin und betrachtet dabei insbesondere die Entwicklungen der 2000er Jahre, in denen der Lohnunterschied zwischen Frauen und Männern europaweit auf 23% angestiegen ist. Untersucht werden die Lohnunterschiede mithilfe der IAB-Regionalstichprobe des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung, die Analyse der Entwicklungen der letzten 30 Jahre (bis 2006) ermöglichen.

Folgende Forschungsfragen stehen bei der Datenanalyse im Mittelpunkt:

Welche Unterschiede bestehen in dem Einfluss des Familienstands auf die Einkommenshöhe?

Können Unterschiede in der erwerbsmindernden Wirkung betreuungsbedingter Erwerbsunterbrechungen beziffert werden?

Welche Faktoren machen insbesondere in den mittleren Einkommen die Erwerbsunterschiede zwischen Männern und Frauen aus?

Warum ist der Gender-Wage-Gap in den 2000er Jahren erneut angestiegen?