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Die Faktorspezifität gibt den Grad der wirtschaftlichen Wiederverwendbarkeit eines Investitionsobjektes an. Er hängt davon ab, wie weit das Investitionsobjekt in alternativen Verwendungen oder durch andere Nutzer einsetzbar (redeployable) ist oder Restverkaufserlöse erzielbar sind (salvageable). Je nach Ursache für Verwendungsbeschränkungen lassen sich

  • Standortspezifität als räumliche Gebundenheit einer Investition,
  • Sachkapitalspezifität in Form spezialisierter Maschinen,
  • Humankapitalspezifität in Form von Ausbildung und nicht transferierbaren Kenntnissen (spezifisches Wissen),
  • Widmungsspezifität als nur im Hinblick auf einen Kunden getätigte Investitionen,
  • Markennamenspezifität als Investitionen in Reputation und
  • zeitliche Spezifität als Investitionen, deren Wert von der Einhaltung eines bestimmten Zeitpunktes abhängt unterscheiden.
    Die hohe Bedeutung der Spezifität ergibt sich daraus, dass sie von der Fortdauer einer Austauschbeziehung abhängig macht. Würde die Beziehung beendet, hätte dies einen Wertverlust des Investitionsobjektes (Quasirente) zur Folge. Deshalb müssen spezifische Investitionen institutionell gegen Ausbeutung durch den Transaktionspartner abgesichert werden. Die Unternehmenskooperation stellt dabei eine Form der Absicherung dar. Sie lässt sich in ein breites Spektrum von governance structures einordnen, die der Abwicklung wirtschaftlicher Transaktionen dienen. Generell sind bei der Wahl der geeigneten governance structures die Produktions- und Transaktionskosten ins Kalkül zu ziehen. Die Skalen- und Verbundvorteile bei der Abwicklung einer Transaktion über die Institution Markt nehmen bei steigender Faktorspezifität ab, da die Nachfrage mehrerer Abnehmer in immer geringerem Umfang gepoolt werden kann. Diese Argumentation reicht allerdings nicht aus, um die Vorteilhaftigkeit unterschiedlicher Koordinationsstrukturen zu erklären. Bei hohen Skalen- und Verbundvorteilen ist nämlich der Marktbezug genauso vorteilhaft wie die Eigenfertigung bei gleichzeitigem Verkauf der Überschussproduktion über den Markt, so dass erst Transaktionskostenüberlegungen eine Aussage über die richtige Koordinationsstruktur erlauben. Steigt die Faktorspezifität, wachsen die marktlichen Transaktionskosten an, da sich aufgrund der erhöhten Abhängigkeit ein stärkeres Absicherungsbedürfnis ergibt. Bei sehr hoher Faktorspezifität gewinnt damit die hierarchische Koordination (Hierarchie) an Bedeutung. Die vielfältigen Arten der Unternehmenskooperation hingegen sind bei einer mittleren Ausprägung der Faktorspezifität die geeignetste Koordinationsform, da hier das Absicherungsbedürfnis zu geringsten Transaktionskosten befriedigt werden kann.


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