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Ist die Nutzenfunktion eines Individuums nicht ausschließlich von ihm selbst beeinflussbar, sondern hängt auch von den Entscheidungen anderer ab, liegen externe Effekte vor:

Ua = Ua(Xan,Y), mit

Ua = Nutzenfunktion von A
Xan = Entscheidungsparameter des A
Y = exogene, die Nutzenfunktion des A beeinflussende Entscheidungsparameter


In der Literatur werden drei Arten von Externalitäten unterschieden: Pekuniäre, psycho- logische und technologische externe Effekte. Pekuniäre Externalitäten beschreiben eine Verschiebung der relativen Preisrelationen eines Marktes; sie sind ein grundlegendes Instrument der Marktwirtschaft und somit marktkonform. Hängt die Nutzenfunktion eines Individuums von Aktivitäten eines anderen ab, ohne dass ein physikalischer Zusam- menhang besteht (z.B. aufgrund von Gefühlen wie Neid, Schadenfreude, Anteilnahme etc.), liegen psychologische Externalitäten vor.

Für die Wirtschaftswissenschaften sind vor allem technologische externe Effekte interessant, da sie eine Ursache für Marktversagen darstellen. Können Verfügungsrechte ('Property-Rights') auf einem Markt aufgrund von Transaktionskosten nicht durchgesetzt bzw. definiert werden, entsteht eine Mengen- und/oder Preis-Verzerrung. Diese liegt in der Differenz zwischen sozialen und privaten Grenzkosten, den externen Effekten begründet. Während bei negativen externen Effekten die entstehenden sozialen Grenzkosten nicht verursachungsgemäß zugerechnet werden (die private Grenzkostenkurve des Verursachers verläuft unter der tatsächlichen sozialen Grenzkostenkurve seiner wirtschaftlichen Aktivität, (Grafik A), wird bei positiven externen Effekten der Verursacher nicht vollständig für seine wirtschaftliche Aktivität entschädigt (die Nachfrage ist zu hoch, und/oder der Preis zu gering, (Grafik B).




In Kooperationen treten externe Effekte auf, wenn verschiedene Akteure an der Erstellung einer gemeinsamen Leistung beteiligt sind. Es bestehen Anreize zu Trittbrettfahrer- verhalten (Cheating), wenn eine hinreichende Sanktionierung kooperationsschädigenden Verhaltens oder der Ausschluss eines Kooperationsmitgliedes vom gemeinsamen Kooperationsertrag nicht möglich ist. Stellt z.B. ein 'Franchise-Nehmer' in einem Franchisesystem Leistungen minderer Qualität bereit, ohne dass dies vom Systemkopf sanktioniert wird, so kann er die Reputation des Gesamtsystems und damit alle anderen Franchise-Nehmer schädigen (negativer externer Effekt).

Wer aus ökonomischer Sicht der Verursacher eines externen Effektes ist, hängt von der Ausgestaltung der Property-Rights ab. Dieser ist nicht unbedingt identisch mit dem physischen Verursacher des externen Effektes (vgl. Coase-Theorem).


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