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Begrenzte Rationalität ist neben der Annahme des Opportunismus ein Verhaltensmerkmal der ökonomischen Akteure, das in der Neuen Institutionenökonomik zugrunde gelegt wird. Menschen stoßen an neurophysiologische Grenzen und haben demnach nur begrenzte kognitive Fähigkeiten, Informationen zu beschaffen, zu speichern und zu verarbeiten. Zudem stehen unüberwindbare Probleme der verbalen Kommunikation bestimmter Fähigkeiten und Fertigkeiten im Wege. Die Erhöhung des Wissenstandes wird damit zu einem kostenintensiven Prozess, dem selbst die kostenlose Verfügbarkeit aller relevanten Informationen nicht Abhilfe verschaffen kann. Die Akteure sind daher zwar bemüht, sich rational zu verhalten, es gelingt ihnen aber aufgrund der kognitiven und kommunikativen Beschränkungen nur in begrenztem Maße. Als Folge erhöht sich die Unsicherheit, unter der sie agieren. Ihnen sind nicht mehr alle möglichen Zukunftskonstellationen und Handlungsalternativen sowie deren Konsequenzen bekannt. Unter solchen Annahmen kann man nicht mehr davon ausgehen, dass die von den Menschen gewählten Handlungen objektiv den angestrebten Zweck am besten erfüllen. An Stelle der neoklassischen Zweckrationalität tritt damit die Verfahrensrationalität, bei der die Kosten der Informationssuche und Entscheidungsfindung gegen den daraus resultierenden zusätzlichen Nutzen abzuwägen sind. Nach diesem Kalkül ist es aufgrund der Informationskosten zugleich sinnvoll, an Stelle des Nutzenmaximums nur noch eine zufrieden stellende Zielerfüllung anzustreben. Die Akteure werden aufgrund ihrer begrenzten Rationalität also von Nutzenmaximierern zu Satisfaszierern.


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