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Kooperationen bewegen sich im Spannungsfeld zwischen einer Effizienzsteigerung und einer Wettbewerbsbeschränkung. Um die Form und das Ausmaß der Wettbewerbsbeschränkung bestimmen zu können, ist zunächst der Gegenstand des Begriffes "Wettbewerb" zu bestimmen. In der Fachliteratur existiert keine allgemein anerkannte Definition dieses Begriffes. Daher wird der Wettbewerb über die Funktionen definiert, die er erfüllen soll. Dabei handelt es sich um

  • die Allokationsfunktion,
  • die Fortschrittsfunktion,
  • die Freiheitsfunktion, sowie
  • die Verteilungsfunktion.

Bei der Allokationsfunktion wird eine statische Sichtweise eingenommen und verlangt, dass die Produktionsfaktoren in ihre produktivste Verwendungsmöglichkeit gelenkt werden. Als Referenzsituation kann das Marktergebnis der vollständigen Konkurrenz betrachtet werden. Jedes Marktergebnis, das einen Wohlfahrtsverlust im Vergleich zu dieser Situation aufweist, stellt einen Verstoß gegen die Allokationsfunktion und somit eine Wettbewerbsbeschränkung dar. Als Beispiele können Kartelleoder Monopole genannt werden.

Im Rahmen der Fortschrittsfunktion wird die Betrachtung um eine dynamische Komponente erweitert. Als Beurteilungsmaßstab liegt das Leitbild des dynamischen Wettbewerbs zugrunde. Gemäß dieser Theorie vollzieht sich ein Wettbewerbsprozess in Form von Vorstoß und Verfolgung. Ein Pionierunternehmer entwickelt eine Produkt- oder Verfahrensinnovation, die anschließend von anderen Unternehmen imitiert wird und sich dadurch in der Volkswirtschaft verbreitet. Die Fortschrittsfunktion ist dann erfüllt, wenn es gelingt, dass sowohl Anreize für Forschung und Entwicklung als auch die Möglichkeit einer schnellen Imitation gegeben sind. Dieser Widerspruch ist beispielsweise im Patentrecht sowie im Fall von Technologietransfervereinbarungen relevant.

Der Inhalt der Freiheitsfunktion wird in der Literatur unterschiedlich definiert. Herdzina misst die wirtschaftliche Freiheit an den Finanzierungsspielräumen der Anbieter bzw. an den Wahlmöglichkeiten der Nachfrager. Diese Definition steht im Widerspruch zu einem durch von Hayek geprägten Freiheitsbegriff, der als "Abwesenheit von Zwang" definiert wird.

Gemäß der Verteilungsfunktion schließlich sollen so genannte "Übergewinne" vermieden werden, wie sie beispielsweise in einem Kartell oder Monopol anfallen können. Diese Wettbewerbsfunktion kann allerdings als äußerst umstritten angesehen werden. Für Verteilungsfragen stehen zielgenauere Instrumente zur Verfügung wie das Subventions- und Steuersystem.

Das Vorliegen von Wettbewerb bzw. das Vorliegen einer Wettbewerbsbeschränkung kann somit an der Erfüllung der einzelnen Funktionen gemessen werden.



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