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Der Kooperationsform "Verbundgruppe" wird in den Wirtschaftswissenschaften ein relativ geringer Stellenwert beigemessen, so dass häufig ein gewisses Unverständnis über die Inhalte, Struktur, und Bedeutung der Zusammenarbeit in Verbundgruppen angetroffen wird. Die in der Literatur zu findenden Definitionsvorschläge sind sehr weit gefasst und unsystematisch. Der Zentralverband Gewerblicher Verbundgruppen (ZGV) fasst unter dem Oberbegriff Verbundgruppe sämtliche Kooperationen, Franchisesysteme und Genossenschaften in Handel, Handwerk und Dienstleistung zusammen. Nach der Definition des Ausschusses für Begriffsdefinitionen aus der Handels- und Absatzwirtschaft ist die Verbundgruppe ein Sammelbegriff für Zusammenschlüsse rechtlich und wirtschaftlich selbständig bleibender Handelsbetriebe zum Zwecke der zwischenbetrieblichen Kooperation in der Beschaffung, im Absatz, im Investitions- und Finanzbereich und auch in der Verwaltung durch Gründung von Trägerbetrieben. Dazu zählen Einkaufgemeinschaften des Groß- und Einzelhandels sowie des Handwerks und freiwillige Ketten. Diese Definition umfasst also eine Vielzahl unterschiedlicher Kooperationsstrukturen, -inhalte und institutioneller Ausgestaltungen.

Die Heterogenität der Verbundgruppen beruht vor allem auf ihrer historisch unterschiedlichen Entwicklung. Die Anfänge der kooperativen Zusammenarbeit zwischen Handelsbetrieben liegen in Deutschland am Ende der 80er Jahre des 19. Jahrhunderts und sind mit der Herausbildung neuer Handelsstrukturen verknüpft. Als Selbsthilfereaktion auf das damalige Aufkommen der Konsumgenossenschaften ("Konsumvereine"), der Waren- und Spezialversandhäuser und der Lebensmittelfilialbetriebe schlossen sich kleine und mittlere Einzelhandelsbetriebe zum Zweck des gemeinsamen Warenbezugs ebenfalls als Einkaufsgenossenschaft zusammen, um ihre Machtposition gegenüber den Lieferanten zu verbessern, die Beschaffungskosten zu senken und somit die wirtschaftliche Existenz der Gründungs- und Mitgliedsfirmen zu sichern. Im Zuge sich verändernder Rahmenbedingungen erweiterten sich seitdem stetig die Anforderungen an die Mitgliedsfirmen. Diese mussten Strategien entwickeln, um ihre strukturbedingten Nachteile gegenüber den Groß- und Filialbetrieben ausgleichen zu können. Eine Strategie war die Intensivierung und Erweiterung der Kooperation. Bis heute erweiterte sich die Zusammenarbeit auf alle betriebswirtschaftlichen Funktionsbereiche, wobei die unternehmerische Selbständigkeit der Mitglieder nicht aufgegeben wurde.


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