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Entscheidungen über die Wahl einer bestimmten Koordinationsform wirtschaftlicher Aktivität (Markt, Kooperation, Hierarchie) können über einen Vergleich der jeweils bei der Anbahnung, Abwicklung und Kontrolle der Transaktionen entstehenden Transaktionskosten getroffen werden. Ihre Höhe wird von den Ausprägungen der Transaktionsdimensionen beeinflusst. Zu ihnen sind die Unsicherheit, die Spezifität, die Häufigkeit und die strategische Bedeutung der Transaktion zu zählen.

Unsicherheit kann in zwei Ausprägungen vorliegen. Sind objektive Zustände der Welt, wie bspw. Konjunkturzyklen oder der Fortschritt technologischer Entwicklungen, unsicher, wird von zustandsbedingter Umweltunsicherheit gesprochen. Herrscht Unsicherheit bezüglich des Verhaltens der Transaktionspartner, so handelt es sich um strategische Verhaltensunsicherheit. Aufgrund von begrenzter Rationalität und (Umwelt-) Unsicherheit ist es nicht möglich, vollständige Verträge, die alle zukünftigen Eventualitäten berücksichtigen, zu verfassen. Die sich dadurch eröffnenden Verhaltensspielräume können von den Transaktionspartnern opportunistisch ausgenutzt werden können.

Die Spezifität der Produktionsfaktoren, auch Faktorspezifität genannt, ist die bedeutendste Transaktionsdimension im Rahmen der Transaktionskostentheorie. Spezifisch ist ein Faktor, wenn der Ertrag, den er in der nächstbesten Verwendungsmöglichkeit einbringt, geringer ausfällt als in der jetzigen Verwendungsrichtung. Der Differenzbetrag wird anhand der Quasirente operationalisiert, deren Höhe ein Maß für den Grad der Spezifität bildet. Infolge spezifischer Investitionen entstehen Abhängigkeiten, die durch opportunistisches Verhalten des Partners ausgenutzt zu werden. Ein Partnerwechsel ist wegen des möglichen Verlustes der Quasirente erschwert. Die Maßnahmen zur Absicherung der spezifischen Investitionen verursachen Transaktionskosten.

Die Dimension der strategischen Bedeutung relativiert die Bedeutung der Spezifität eines Faktors. So zeichnen sich Kernkompetenzen dadurch aus, dass sie in der Regel mit hochspezifischen Sach- und Humankapitalinvestitionen einhergehen und gleichzeitig zu einer Differenzierung im Wettbewerb beitragen. Die Dimension der Spezifität einer Leistungsbeziehung kann allerdings auch an Gewicht verlieren, wenn durch den Wandel von Rahmenbedingungen, wie z.B. der Informations- und Kommunikationstechnik oder des Wissens, ihre Bedeutung für die Differenzierung von Wettbewerbern nachlässt.

Die vierte Transaktionsdimension ist die Häufigkeit, mit der eine Transaktion durchgeführt wird. Sie wird danach unterschieden, ob es sich um eine einmalige oder eine häufig wiederholte Transaktion handelt. Die Dimension der Häufigkeit ist von nachrangiger Bedeutung. Erst bei spezifischen oder strategisch bedeutenden Transaktionen spielt die Häufigkeit der Leistungsaustausche eine Rolle. So bedarf eine vollkommen unspezifische, strategisch unbedeutende und sichere Transaktion, wie beispielsweise die Belieferung mit Standardschrauben, auch dann keiner besonderen institutionellen Absicherung, wenn sie häufig vollzogen wird.


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