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Die Regulierung von systemrelevanten Finanzinstituten ist ein aktuelles Thema auf der internationalen Reformagenda. Von systemrelevanten Banken wird allgemein gesprochen, wenn der plötzliche Ausfall eines solchen Instituts die Zahlungsfähigkeit anderer Institutionen bedrohen und damit eine Krise des Finanzsystems und ggf. der Realwirtschaft entstehen könnte. Die Kriterien für Systemrelevanz sind nicht einheitlich. Häufig wird die relative Größe des Instituts als Indikator genommen, da Großbanken in der Regel im Falle einer drohenden Insolvenz von staatlicher Seite gestützt werden, um das Risiko zu vermeiden, dass sich die Schwierigkeiten auf das gesamte Finanz- und sogar auf das Wirtschaftssystem ausbreiten. Hier spricht man von Instituten, die „too big to fail“ sind. Außerdem gelten Art und Umfang der geschäftlichen Beziehungen und die Vernetzung mit anderen Finanzinstituten als Kriterium („too connected to fail“).

Die Problematik von systemrelevanten Finanzinstituten wird zum einen darin gesehen, dass ihre Rettung die Staatshaushalte belastet. Zum anderen führt die Erwartung, im Krisenfall vom Staat gerettet zu werden zu ungewünschten Anreizwirkungen, die insgesamt die Finanzmarktstabilität gefährden können. So sind die systemrelevanten Institute tendenziell eher bereit, risikoreiche Geschäfte einzugehen, sodass Krisen wahrscheinlicher werden. Zudem haben sie einen Wettbewerbsvorteil bei den Refinanzierungskosten, da Anleger bei kleineren Instituten einen Risikozuschlag entrichten, um den Nachteil der fehlenden staatlichen Absicherung auszugleichen. Durch dieses Risikoprofil zugunsten der Großbanken entsteht der Anreiz, dass kleinere Finanzinstitute sich zusammenschließen um selbst zu einer systemrelevanten Größe heranzuwachsen, wodurch die Konzentration des Bankensektors zunimmt. Der Baseler Ausschuss für Bankenaufsicht und der Finanzstabilitätsrat (FSB) stufen 29 internationale Banken als global systemrelevant ein, wobei lediglich die Deutsche Bank aus Deutschland stammt (Stand Nov. 2013).

Literaturhinweis: BIS (2011): Global systemically important banks: Assessment methodology and the additional loss absorbency requirement, online abrufbar unter http://www.bis.org/publ/bcbs207.htm (zuletzt geprüft am 14.02.2014).



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