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In der Spieltheorie bezeichnet TIT FOR TAT ("Wie Du mir, so ich Dir") die Strategie eines Spielers, der in einem mehrperiodigen Spiel im ersten Zug kooperiert und danach genauso handelt wie sein Gegenspieler in der jeweiligen Vorperiode. Hat letzterer zuvor kooperiert, so kooperiert auch der TIT FOR TAT-Spieler. Hat der Gegenspieler in der Vorrunde hingegen defektiert, so antwortet der TIT FOR TAT-Spieler zur Vergeltung ebenfalls mit Defektion.

Das Potenzial der TIT FOR TAT-Strategie wurde in einem vielbeachteten Computer-Experiment von ROBERT AXELROD deutlich. Dabei bat AXELROD Wissenschaftler verschiedener Fachrichtungen, ihm Strategien mitzuteilen, die in Form von Verhaltensregeln die Entscheidungen innerhalb eines iterierten Gefangendilemmas bestimmen sollten. Mit diesen Strategien simulierte AXELROD ein Turnier, bei dem jeder Spieler wiederholt gegen jeden anderen antrat. Unter verschiedenen Versuchsbedingungen setzte sich immer wieder TIT FOR TAT als eine der erfolgreichsten Strategien durch. Die empirische Evidenz von TIT FOR TAT zeigt AXELROD sehr eindrucksvoll anhand der Stellungskämpfe im Ersten Weltkrieg, in denen die feindlichen Truppen ihr Überleben zeitweise durch ein System des "Leben und leben lassen" sicherten. Der Erfolg von TIT FOR TAT lässt sich auf vier Faktoren zurückführen.

Erstens erfordert Kooperation Freundlichkeit, d.h. man sollte beim ersten Zusammentreffen kooperieren und nicht misstrauisch sein. Zweitens sollte man bereit sein, auf Ausbeutungsversuche mit Vergeltung zu reagieren. Drittens sollte Nachsicht geübt werden, sobald der andere nach einer Defektion wieder Kooperationsbereitschaft signalisiert. Viertens sollte das eigene Verhalten leicht berechenbar sein. Diese Erkenntnisse lassen sich direkt auf die Praxis der Unternehmenskooperation übertragen. Es ist davon auszugehen, dass die Beachtung dieser vier Regeln die Basis für eine robuste Kooperation darstellen kann.

Literaturhinweis: SIEG, G. (2005), Spieltheorie, S. 44ff.


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