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"Whenever one individual depends on the action of another, an agency relationship arises. The individual taking the action is called the agent. The affected party is the principal." (Pratt/Zeckhauser (1985)).

Die in der Prinzipal-Agent-Theorie untersuchten Beziehungen sind durch eine asymmetrischer Informationsverteilung zwischen den beteiligten Partnern gekennzeichnet. Der eine Partner, der Agent, hat gegenüber dem anderen Partner, dem Prinzipal, einen Informationsvorsprung. Der Prinzipal überträgt Aufgaben und Entscheidungskompetenzen zur Realisierung seiner Interessen auf den Agenten. Die Handlungen des Agenten beeinflussen daher nicht nur sein eigenes Nutzenniveau, sondern auch das Wohlergehen des Prinzipals. Ziel des Ansatzes ist die Entwicklung eines anreizeffizienten institutionellen Arrangements, das es dem Prinzipal ermöglicht, den mit einem Informationsvorsprung ausgestatteten Agenten in seinem Sinne handeln zu lassen und somit dessen Handlungsspielräume einzugrenzen.

Beispiele für Prinzipal-Agent-Beziehungen:

  • Geschäftsführer - Firmen-Eigentümer,
  • Arzt - Patient,
  • neuer Mitarbeiter - einstellendes Unternehmen,
  • Kooperationspartner - Manager der Kooperation Agency-Probleme beruhen zum einen auf der unvollständigen Information der Individuen.
    Ähnlich der Annahme der begrenzten Rationalität in der Transaktionskostentheorie verbirgt sich hinter der unvollständigen Information die Unfähigkeit des Menschen, eine Situation in all ihren Einzelheiten und Konsequenzen zu erfassen. Es bleiben Wissenslücken bestehen. Zum anderen trachtet jedes Individuum in erster Linie danach, seinen individuellen Nutzen zu maximieren, u.U. sogar unter Inkaufnahme der Schädigung anderer Personen. Anders als in der Transaktionskostentheorie fällt in der Prinzipal-Agent-Theorie eigennütziges oder strategisches Handeln nicht pauschal unter den Begriff des Opportunismus, sondern wird hinsichtlich der ihr zugrunde liegenden Informationsasymmetrie unterschieden. Drei Arten asymmetrischer Informationsverteilung lassen sich voneinander abgrenzen: hidden characteristics, hidden information/hidden action? und hidden intention. Des Weiteren beruhen Agency-Probleme auf der unterschiedlichen Risikoneigung der Akteure. Unterschiedliche Risikoneigungen von Prinzipal und Agent verlangen vor dem Hintergrund einer optimalen Risikoallokation unterschiedliche institutionelle Arrangements zur Lösung der Anreizproblematik.

    Zur Überwindung der aus asymmetrischer Informationsverteilung resultierenden Verhaltensunsicherheiten und Wohlfahrtsverluste sind institutionelle Arrangements zu schaffen. Diese zielen auf die Beseitigung bzw. Reduzierung dieser Asymmetrien oder eine Interessenangleichung zwischen Prinzipal und Agent ab. Die Kosten, die für die Überwindung von Informationsasymmetrien aufgewendet werden müssen, werden als Agency Costs bezeichnet. Ziel der Principal-Agent-Theorie ist es, dasjenige institutionelle Arrangement zu wählen, das die bestehende Anreizproblematik agencykostenminimierend löst. Die Agency Costs setzen sich aus Signalisierungskosten des Agenten, Steuerungs- und Kontrollkosten des Prinzipals und einem verbleibenden residualen Wohlfahrtsverlust zusammen, der daraus resultiert, dass Spezialisierungsvorteile nicht optimal genutzt werden. Ein und dieselbe Person kann einerseits Agent und andererseits Prinzipal sein. Dies ist bei Unternehmenskooperationen der Fall. Beispielsweise ist bei einer Wertkettenkooperationen in der Automobilindustrie der Hersteller von der Belieferung mit qualitativ und quantitativ einwandfreien Vorprodukten abhängig. Der Zulieferer ist hingegen auf die zuverlässige Zahlungsbereitschaft der Automobilproduzenten angewiesen. Es gilt diese Zulieferbeziehung in ein effizientes institutionelles Arrangement einzubetten, innerhalb dessen die beschriebenen Agency-Probleme minimiert werden. Beispielsweise sind Rückgaberechte, vertragliche Sanktionsmöglichkeiten in Form von Geldstrafen oder Abnahmegarantien denkbar.


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