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Das Konzept der Pfadabhängigkeit beschreibt einen Prozess, dessen Fortsetzung abhängig von seiner Vergangenheit ist. Entscheidungen oder Handlungen zum Zeitpunkt t werden bereits in der Periode t-1 beeinflusst oder vordeterminiert. Im Gegensatz zur Neoklassik, die von einem Gleichgewichtskonzept ausgeht, in dem Abweichungen durch negative Rückkopplungen schnell korrigiert werden, sind im Konzept der Pfadabhängigkeit aufgrund von positiven Rückkopplungen dauerhafte Abweichungen von einer effizienten Allokation möglich. Dabei wird das Prinzip der individuelle Rationalität der Handelnden nicht außer Kraft gesetzt, da die einzelwirtschaftliche Entscheidung einen abweichenden Weg fortzusetzen individuell vernünftig sein kann, da eine isolierte Änderung des Handelns unverhältnismäßige Kosten zur Folge hätte.

Ein viel zitiertes Beispiel hierfür ist die Übernahme des QWERTY-Tastatursystems für den Computer, welches ursprünglich für Schreibmaschinen entwickelt wurde. Dabei war die eigentliche Absicht des QWERTY-Systems die Tippgeschwindigkeit zu reduzieren, um ein Verkeilen der Typenhebel zu verhindern, was bei modernen PCs nicht mehr notwendig ist. Die Umstellung des Systems durch einen Hersteller würde, jedoch aufgrund der langsamen Umgewöhnung der Anwender auf eine neuen Typus, dessen Nachfrage deutlich senken, auch wenn ein neues System in der langen Frist effizienter wäre. Die Situation bleibt somit geprägt von einer in der Vergangenheit getroffenen Entscheidung, auch wenn langfristig eine Abkehr vom eingeschlagenen Pfad rational erscheint.

Ein zweites Beispiel besteht in der Beibehaltung ineffizienter Institutionen, wie es beispielsweise in der Zentralverwaltungswirtschaft der Fall war.
Ein drittes Beispiel stellen Unternehmenskooperationen dar, deren spezifische Investitionen trotz mangelhafter Performance eine Fortsetzung der Zusammenarbeit bewirken.
Literaturhinweis:

David, P. (1985): Clio and the Economics of QWERTY, in: American Economic Review, 75(2), Papers and Proceedings of the Ninety-Seventh Annual Meeting of the American Economic Association, S. 332–37.

North, D. C. (1990): Institutions, Institutional Change, and Economic Perfomance, Cambridge University Press, Cambridge.



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