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Die Entscheidung, ob Produkte im eigenen Betrieb hergestellt oder bestimmte Produktionsprozesse über den Markt koordiniert werden sollen, stellt die klassische make-or-buy-Entscheidung dar. Die zu berücksichtigenden Kosten ergeben sich aus den eigentlichen Produktionskosten, den Koordinationskosten für das jeweilige Produktionsregime und den Transaktionsrisikokosten, wobei letztere in Opportunismuskosten und Operationsrisikokosten unterteilt werden kann.

Angenommen wird, dass die hierarchische Koordination von Produktionsprozessen mit geringen Transaktionsrisikokosten und hohen Produktionskosten, die marktliche Koordination hingegen mit geringen Produktionskosten aber sehr hohen Transaktionsrisikokosten verbunden ist - die Koordinationskosten für die unterschiedlichen Regime werden als identisch eingestuft. (Grafik A)

Grafik A


Durch das Aufkommen und die vermehrte Nutzung neuer Informations- und Kommunikationstechnologien können die Koordinationskosten entscheidend gesenkt werden. So sind die Kommunikationskosten (z.B. Absprachen innerhalb von Betrieben) niedriger und die Reaktionsgeschwindigkeiten auf Informationen (z.B. das Unterschreiten von Mindestreserven der Produktionsfaktoren) schneller. Allerdings werden diese Koordinationskostensenkungspotentiale anfänglich nur mit hohen Investitionen in neue Technologien realisiert, die bei einer marktlichen Koordination mit steigenden Transaktionsrisikokosten aufgrund von sehr spezifische Investitionen mit hohen Quasirenten verbunden sind (hohe Ausbeutungsrisiken). Diese Überlegungen machen deutlich, dass Unternehmen ihre Investitionen durch vertikale Integrationen absichern werden, d.h. hierarchische Koordinationsstrukturen dominieren die Produktionsprozesse. (Grafik B)

Grafik B


Ein vermehrter und alltäglicher Gebrauch der ehemals neuen Informations- und Kommunikationstechnologien reduziert jedoch mit der Zeit die vormals hohe Quasirente spezifischer Investitionen, führt also zur Senkung der Transaktionsrisikokosten. Neben der Senkung der Opportunitätskosten (z.B. durch billigere Computer bzw. Standardisierungen von Software) können auch die Operationsrisikokosten gesenkt werden (bspw. kann die Qualität von Vorleistungsgütern durch elektronische Kontrollsysteme besser beurteilt werden). Durch den grundsätzlichen Produktionskostenvorteil des Marktes gegenüber der Hierarchie und den nun sinkenden Transaktionsrisikokosten werden immer mehr Produktionsprozesse outgesourct, d.h. Teile der bis jetzt innerbetrieblichen Produktionserstellung werden fortan über den Markt bezogen. Dieser Trend zum Outsourcen, d.h. also die betriebliche Spezialisierung und Konzentration auf Kernkompetenzen, wird als Move To The Market-Hypothese bezeichnet. (Grafik C)

Grafik C


Während die move-to-the-market-Hypothese v.a. auf die Vorteile der dezentralen und konkurrierenden Marktverhältnisse abzielt, versucht die Move To The Middle-Hypothese die Vorteile der hybriden Koordinationsformen aufzuzeigen.

So werden durch wiederholte Transaktionen mit identischen Transaktionspartnern transactional economies of scale erzielt. Diese ergeben sich zum einen aus Zuliefereranreizen bei wiederholten Transaktionen (nur bei konstanten Transaktionsbeziehungen bestehen für die Zulieferer Anreize für nichtvertragliche Investitionen, z.B. in bessere Qualität oder steigende Innovationstätigkeit). Zum anderen entfallen bei funktionierenden Transaktionsbeziehungen die Kosten für die Suche nach neuen Partnern. Somit können in hybriden Koordinationsformen die Transaktionskosten weiter gesenkt und dennoch von den geringen Produktionskosten spezialisierter Unternehmen profitiert werden. (Grafik D)

Grafik D



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