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Die Mitgliederförderung ist das primäre Ziel einer genossenschaftlichen Kooperation. Das von Schulze-Delitzsch geprägte Genossenschaftsgesetz definiert Genossenschaften als "Gesellschaften von nicht geschlossener Mitgliederzahl, welche die Förderung des Erwerbes oder der Wirtschaft ihrer Mitglieder mittels gemeinschaftlichen Geschäftsbetriebes bezwecken". Der Förderauftrag ist der gesetzlich festgelegte Zweck der eingetragenen Genossenschaft. Damit verfolgen Genossenschaften nicht vorrangig das Ziel der Gewinnmaximierung. Allerdings müssen Genossenschaften Gewinne machen um ihr Förderpotential auf- und auszubauen.

Die Förderung kann ökonomischer und ideeller Natur sein. Die ökonomische Förderung lässt sich wiederum in eine finanzielle und eine leistungsmäßige Förderung unterteilen. Die finanzielle Förderung besteht beispielsweise durch Dividendenzahlungen, günstigere Konditionen oder Rückvergütungen. Die Beratung und Betreuung der Mitglieder sowie andere Zusatzleistungen werden der leistungsmäßigen Förderung zugerechnet.


Der Förderauftrag bei Genossenschaftsbanken:

Die Förderung durch die Genossenschaft war in früheren Zeiten für die Mitglieder überlebenswichtig, da hierin die einzige Möglichkeit zur Überwindung eines existentiellen Defizits bestand: der Erhalt von Krediten zu akzeptablen Konditionen. Die Genossenschaftsbank von heute ist einem wesentlich härterem Wettbewerb ausgesetzt. Damit fällt es der Bank zunehmend schwerer materielle Vorteile z.B. in Form von Vorzugskonditionen oder kostenloser Kontoführung zu bieten.

Eine modernere Interpretation des Förderauftrags von Genossenschaftsbanken lässt sich durch die Informationsflut ableiten, denen Nachfrager nach Finanzdienstleistungen (Privat- und Firmenkunden) heute ausgesetzt sind. Bei den Bankkunden kann ein informationelles Defizit festgestellt werden, woraus die Erklärungsbedürftigkeit und die Vertrauens- empfindlichkeit von Bankdienstleistungen resultiert. Der Kunde kann in einem Beratungsgespräch kaum beurteilen, ob der Kundenberater z.B. bei Anlageempfehlungen primär die Interessen des Kunden oder die der Bank verfolgt. In einer derartigen prekären Beziehung kann der Förderauftrag ein geeignetes Mittel sein dem Kunden bzw. Mitglied eine besondere Verlässlichkeit zu bieten, da sich die Ziele des Bankberaters in erster Linie aus der Mitgliederförderung und nicht der Renditemaximierung des Unternehmens ergeben. Wenn diese Verlässlichkeit in prekären Beziehungen vom Mitglied tatsächlich erfahren werden, entsteht langfristiges Vertrauen in die Genossenschaftsbank (Systemvertrauen). Aus institutionenökonomischer Sicht kann dieses Vertrauen bei Unsicherheit und unvollständigen Informationen einen entscheidenden Beitrag zur Senkung von Transaktionskosten leisten, woraus ein ökonomischer Wert für die Geschäftspartner entsteht.


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