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Die Kooperation von Unternehmen ist zweischneidig. Einerseits wirkt diese wettbewerbsfördernd, da Unternehmen mit dem Ziel kooperieren, gegenüber ihren Konkurrenten Wettbewerbsvorteile zu erlangen. Dies gilt insbesondere für kleine und mittlere Unternehmen, z.B. durch Kooperationen im F&E-Bereich. Andererseits erfolgt durch Kooperationen Verhaltensabstimmung von beteiligten Unternehmen, was je nach Größe des Marktes zu einer marktbeherrschenden Stellung mit einem hohen Niveau von Marktmacht führen kann. Dies hat Wettbewerbsbeschränkungen zur Folge.

Auf eine marktbeherrschende Stellung wird zuerst auf der Basis von Marktanteilen geschlossen. Dabei gilt ein Unternehmen nach dem Gesetz gegen Wettbewerbsbeschränkungen (GWB) als marktbeherrschend, wenn es mindestens ein Drittel des relevanten Marktes kontrolliert; dagegen sind drei oder weniger Unternehmen zusammen als Unternehmensgruppe marktbeherrschend, wenn sie zusammen einen Marktanteil von 50% oder mehr haben; bei fünf oder weniger Unternehmen zusammen gilt ein Marktanteil von zwei Dritteln oder mehr als marktbeherrschend. Auch Marktzutrittsschranken können einen Hinweis auf Marktdominanz darstellen. So führt ein begrenzter Marktzutritt für neue Anbieter auf einem Markt dazu, dass die Unternehmen vor neuer Konkurrenz geschützt sind und so ihre Stellung einfacher behaupten können.

Die Tatsache einer marktbeherrschenden Stellung allein reicht jedoch nicht aus, um eine Kooperation zu untersagen. Das GWB untersagt Kooperationen nur dann, wenn ein Missbrauch der marktbeherrschenden Stellung vermutet wird. Dieser kann sich u.a. im Behinderungs- als auch im Ausbeutungsmissbrauch, z.B. durch Boykott, Lieferverweigerung, (Preis-) Diskriminierung oder Ausschließlichkeits- und Kopplungsverbindungen, ausdrücken.

Darüber hinaus werden Kooperationen mit marktbeherrschender Stellung dann toleriert, wenn sie nachweisen können, dass durch ihre Existenz eine Verbesserung der volkswirtschaftlichen Wohlfahrt eingetreten ist (Wohlfahrtseffekte). Da das GWB kleine und mittlere Unternehmen nicht daran hindern will, ihre Wettbewerbsfähigkeit durch Kooperationen zu erhöhen, um bestehende Wettbewerbsnachteile auszugleichen, sind mit der Novellierung vom 01.01.1999 eine Reihe von Ausnahmen eingeführt worden, die diesem Tatbestand Rechnung tragen sollen.



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