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Asymmetrische Informationsverteilung ist eine Form der Informationsmängel. Sie ist in Unternehmenskooperationen weit verbreitet und hat weitreichende Konsequenzen. Sie kann sich sowohl vor als auch nach Abschluss eines Kooperationsvertrages auswirken. Ex ante stellt sich das Problem der Auswahl des richtigen Partners (hidden characteristics). Adverse Selektion, das Unterbleiben der Kooperation oder eine geringere als die erwartete Kooperationsrente, können resultieren, wenn die Qualität des potentiellen Kooperationspartners und seiner Leistungen nicht richtig eingeschätzt werden können bspw. aufgrund der Unkenntnis kultureller Differenzen oder geographischer Distanz Ex post, d.h. in einer Kooperation selbst, kann sich eine asymmetrische Informationsverteilung negativ auf die Stabilität einer Kooperation auswirken. Zu unterscheiden sind hidden information (verborgene Zusammenhänge zwischen Handlungen und Ergebnissen, hidden action (verborgene Handlungen), hidden intention (verborgene Intentionen). Die resultierenden Effekts sind Moral Hazard und Hold up-Situationen. Zusätzlich können hidden results berücksichtigt werden. Sie führen dazu, dass die Ergebnisse nicht exakt spezifiziert und damit vertraglich abgesichert werden können (mangelnde Verifizierbarkeit).

Adverse Selektion, Moral Hazard, Hold up- Situationen, die durch Opportunismus teils hervorgerufen, teils verstärkt werden, können Folge der Möglichkeit sein, Merkmale, Leistungen und Intentionen zu verbergen, obwohl die Ergebnisse beobachtet werden können. Eine weitere Ursache ist die Tatsache, dass Ergebnisse und Entwicklungen nicht immer eindeutig auf das Verhalten von Kooperationspartnern zurückgeführt werden können. Diese Gefahren treten besonders dann auf, wenn (einseitig) spezifisch investiert wurde. Dadurch kann nicht nur das Vertrauen zwischen den Partnern gestört werden, sondern auch das Verfehlen der Kooperationsziele folgen. Es existieren unterschiedliche Mechanismen zum Abbau oder zur Milderung der Wirkungen asymmetrischer Information in einer Kooperation, die neben Screening-, Kontroll- und Signalisierungsaktivitäten die Vereinbarung von vertraglichen commitments, die Nutzung von Kooperationsreputation, Investitionen in Vertrauen und Informations- und Kommunikationssystemen beinhalten.

Informationsdefizite können nicht nur zwischen den Kooperationspartnern (auf der horizontalen Ebene) vorliegen, sondern auch zwischen den kooperierenden Unternehmen, den Prinzipalen, und dem Kooperationsmanagement als Agenten auf der vertikalen Ebene. Der Agent kann seine Informationsvorsprünge zulasten der Kooperationsprinzipale nutzen. Die ausgewählten Kooperationsmanager können im Vorfeld bewusst bestimmte Eigenschaften verbergen, z.B. indem sie eine größere Einsatzbereitschaft versprechen oder ausgezeichnete Kenntnisse der Besonderheiten des Kooperationsmanagements vortäuschen (hidden characteristics). In der Kooperation sind die Ergebnisse häufig nicht eindeutig auf ihre Aktivitäten zurückzuführen, oft können diese nicht beobachtet werden. Schließlich ist es nicht immer möglich, die erwarteten Ergebnisse von vorneherein vertraglich zu fixieren.

Literaturhinweis: Jensen/Meckling (1976), Theory of the Firm: Managerial Behavior, Agency Cost and Ownership Structure, Journal of Financial Economics, Vol. 3, S. 305-360.

Meinhövel, H. (2004), Grundlagen der Principal-Agent-Theorie, WiSt, Heft 8/2004.



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