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Die traditionelle Industrieökonomik geht zurück auf J.M. CLARK, einen der Begründer der Harvard School. Er kritisierte die Statik des Modells der vollständigen Konkurrenz, indem er mittels der so genannten Gegengiftthese zeigte, dass Verletzungen von Annahmen des Modells der vollständigen Konkurrenz durch die gezielte Verletzung weiterer Annahmen wieder ausgeglichen werden können. Die Industrieökonomik befasst sich mit der Struktur von Märkten sowie mit der Strategie von Unternehmen auf diesen Märkten. Die Unternehmen selber werden als homogen angesehen, und Vorgänge innerhalb eines Unternehmens werden nicht betrachtet (Unternehmen als "black box"). Als dominante Unternehmensstrategie wird in der Industrieökonomie die Erhöhung der Marktmacht des einzelnen Unternehmens bzw. die Vermeidung von Wettbewerb angesehen. Dabei konzentriert sich die Industrieökonomik vorwiegend auf die Untersuchung von Oligopolmärkten. Von der Harvard School wurde dazu das "structure-conduct-performance" Paradigma (Marktstruktur-Marktverhalten-Marktergebnis Konzept) entwickelt. Dieses geht davon aus, dass von der Marktstruktur (z.B. Zahl der Anbieter, Grad der vertikalen Integration) auf das Marktverhalten (z.B. Preisbildung, Investitionen) und daraus wiederum auf die Marktergebnisse (z.B. Gewinnverteilung, technischer Fortschritt) geschlossen werden kann.

Die traditionelle Industrieökonomik untersucht die Auswirkungen von Konzentration mit Hilfe empirischer Analysen. Kooperationen von Unternehmen werden dabei primär als wettbewerbsbeschränkende und damit wohlfahrtssenkende Instrumente bzw. unternehmerische Maßnahmen gesehen. In den letzten 10 bis 15 Jahren hat sich die Industrieökonomik allerdings entscheidend verändert und wurde durch eine Vielzahl theoretischer Modelle weiterentwickelt. In der neueren Industrieökonomik wird davon ausgegangen, dass unterschiedliche Verhaltensweisen bei identischen strukturellen Voraussetzungen zu unterschiedlichen Marktergebnissen führen. Unternehmens- kooperationen können folglich über zunehmende Effizienz Wohlfahrtsgewinne zur Konsequenz haben (Nettoeffekte). Die Oligopoltheorie, die nach wie vor im Mittelpunkt des Interesses der Industrieökonomik steht, wird in der neueren Forschung vor allem mit spieltheoretischen Ansätzen untersucht.

Die Industrieökonomik stellt kein abgeschlossenes theoretisches Gebäude dar. So werden infolge der Berücksichtigung asymetrischer Informationsverteilungen in einigen Arbeiten der neueren Industrieökonomik die Grenzen zur Neuen Institutionenökonomik fließend. Gleichzeitig werden wesentliche Elemente des ursprünglich neoklassischen Analyserahmens verändert.


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