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Das Modell des Homo Oeconomicus ist ein theoretisches Konstrukt, mit dem das Verhalten von Menschen in Knappheitssituationen beschrieben werden soll. Es ist eines der grundlegenden Modelle der Wirtschaftswissenschaften und findet in vielen Konstellationen Anwendung. Im Wesentlichen umschreibt der Homo Oeconomicus das menschliche Verhalten in Form einer Nutzenfunktion unter der Existenz von Restriktionen. Er verfügt über gegebene Präferenzen und entscheidet sich für die (Handlungs-) Option, die ihm den optimalen Nutzen bringt. Dementsprechend ist es nicht zulässig, sein Verhalten mit Egoismus gleichzusetzen. Eine genauere Charakterisierung des Verhaltens ist durch die Beschreibung von sechs Prinzipien möglich:

(1) Die eigenen Präferenzen stellen die Grundlage des Handelns dar (Individualprinzip). Diese können auch das Wohlergehen anderer Menschen beinhalten. (2) Es werden nur jene Präferenzen und Restriktionen betrachtet, die für das interessierende Knappheitsproblem von Bedeutung sind (Problemorientierung). (3) Präferenzen werden als konstant im Zeitablauf angenommen. Veränderungen des Verhaltens sind dementsprechend nur auf Veränderungen der Restriktionen zurückzuführen (Trennung von Präferenzen und Restriktionen). (4) Der Homo Oeconomicus bewertet seine Handlungsoptionen gemäß einem Kalkül von Nutzen und Kosten und entscheidet sich für die in seinen Augen beste Option (Rationalitätsprinzip). (5) Das Verhalten des Homo Oeconomicus ist repräsentativ, d.h. die meisten anderen Individuen werden sich in einer vergleichbaren Situation ähnlich verhalten. Es kann aber auch Abweichungen im Verhalten geben (Nicht-Einzelfall-Betrachtung). (6) Gesamtwirtschaftliche oder gesellschaftliche – kollektive – Ergebnisse für Gruppen von Individuen können aus dem Verhalten von Individuen abgeleitet werden (Methodologischer Individualismus).

Die Neue Institutionenökonomik greift die Eigenschaften des Homo Oeconomicus auf, passt sie aber besser an die Realität an. So geht sie zum Beispiel von begrenzter Rationalität aus.

Literaturhinweis:

Erlei, M./ Lescke, M. / Sauerland, D. (2007): Neue Institutionenökonomik, 2. Auflage, Verlag Schäffer-Poeschel, Stuttgart, S. 2-6.

Persky, J. (1995): Retrospectives: The Ethology of Homo Economicus, Journal of Economic Perspectives 9 (2), S. 221-231.



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