A   B   C   D   E   F   G   H   I   J   K   L   M   N   O   P   Q   R   S   T   U   V   W   X   Y   Z
HomePage Reload page Edit Versions

Unter Behinderungsmissbrauch versteht man im Kartellrecht die Ausnutzung der wirtschaftlichen Macht eines marktbeherrschenden Unternehmens, die sich im Gegensatz zum Ausbeutungsmissbrauch auf die Angebotsseite auswirkt, also auf konkurrierende sowie vor- oder nachgelagerte Unternehmen. Häufig angewendete Instrumente sind hierbei Ausschließlichkeitsbindungen, das Setzen von Kampfpreisen oder Verweigerungen von Lieferungen mit dem Ziel, den Wettbewerb einzuschränken. Gemäß § 19 Abs. 2 GWB ist ein Unternehmen marktbeherrschend, wenn es keinem Wettbewerb oder keinem wesentlichen Wettbewerb ausgesetzt ist, oder im Verhältnis zu seinen Wettbewerbern eine überragende Marktstellung hat. Des Weiteren definiert § 19 Abs. 3 GWB eine marktbeherrschende Stellung durch ein Unternehmen bei einem Marktanteil von einem Drittel, wenn drei oder weniger der beteiligten Unternehmen zusammen einen Marktanteil von 50% aufweisen, bzw. wenn fünf oder weniger zusammen über zwei Drittel des Marktes verfügen. Auch das Europäische Wettbewerbsrecht – kodifiziert im Vertrag über die Arbeitsweise der Europäischen Union (AEUV) - deckt den Behinderungsmissbrauch ab; wobei Artikel 102 AEUV (ehem. Art. 82 EGV) diesen Tatbestand definiert.


A   B   C   D   E   F   G   H   I   J   K   L   M   N   O   P   Q   R   S   T   U   V   W   X   Y   Z
HomePage Reload page Edit Versions

Impressum | © 2013 IfG Münster
IfG Münster
Am Stadtgraben 9 · 48143 Münster
(0251) 83-2 28 90 (Telefon) · (0251) 83-2 28 04 (Fax)