Forschungscluster III: Genossenschaftsstrategische Fragen

Das Eigenkapital der Genossenschaft


Die Mitgliedschaft in einer Genossenschaft unterscheidet sich in vielerlei Hinsicht fundamental von der Inhaberschaft einer Aktie. Dennoch werden in der Praxis Theorien und Konzepte, die bei Aktiengesellschaften Anwendung finden eins zu eins auf Genossenschaften übertragen. Dies gilt beispielsweise für die Ermittlung des Eigenkapitalkostensatzes und für die Unternehmensbewertung. Hauptziel dieser Forschungsarbeit ist es, diese Vorgehensweise theoretisch zu hinterfragen, aufzuzeigen, an welchen Stellen es dabei zu Problemen kommt und Änderungsvorschläge zu formulieren.

Der erste Schritt der Forschungsarbeit besteht in der präzisen Erfassung und Abgrenzung des genossenschaftlichen Eigenkapitals. Denn festzustellen ist: der Eigenkapitalbegriff ist diffus. In der Fachliteratur wird mindestens zwischen ökonomischem, bilanziellem und sofern relevant auch aufsichtsrechtlichem Eigenkapital differenziert. Die Charakterisierung als Eigenkapital hängt in der Regel vom Erfüllungsgrad der dem Eigenkapital aus der jeweiligen Perspektive beigemessenen Funktionen ab. Die idealtypische Abgrenzung des Eigenkapitalbegriffs ist damit offensichtlich abhängig vom Kontext seiner Anwendung.

Im zweiten Schritt soll erforscht werden welche ökonomischen Konsequenzen die herausgearbeiteten Spezifika des genossenschaftlichen Eigenkapitals haben und wie diese in bei ausgewählten theoretischen Problemen berücksichtigt werden können. Hier erscheinen insbesondere Fragen der Bewertung und der Corporate Governance als interessant.

Jan Pollmann (Fertigstellung 2013)


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