Forschungscluster II: Unternehmenskooperationen

Monitoring in Verbundgruppen


In Deutschland existieren mehr als 600 Verbundgruppen. Die Marktanteile dieser Form des kooperierenden Handels betragen je nach Branche zwischen 30 und 60 Prozent. Nach dem AUSSCHUSS FÜR DEFINITIONEN ZU HANDEL UND DISTRIBUTION ist die Verbundgruppe ein „Sammelbegriff für Zusammenschlüsse rechtlich selbständiger Unternehmen zum Zwecke der zwischenbetrieblichen Kooperation. Die Zusammenarbeit kann in der Beschaffung, im Absatz, im Investitions- und Finanzbereich und in der Verwaltung erfolgen. Trägerbetriebe sind Verbundgruppenzentralen, meist in der Rechtsform der Genossenschaft, der GmbH oder der AG“. Verbundgruppen verfolgen den Zweck der Verbesserung der Leistungsfähigkeit der teilnehmenden Betriebe. Historischer Kern des kooperativen Leistungsangebotes von Verbundgruppen ist der gemeinsame Einkauf. Vom Einkaufsverbund ausgehend hat eine Entwicklung über den Dienstleistungs-, Marketing- und Systemverbund stattgefunden. Der Trend der letzten Jahre geht in Richtung Informationsverbund und damit zu komplexeren Leistungsangeboten, die Teilung von Risiken und kooperative Finanzierungskonzepte umfassen.

Mit der Ausweitung des kooperativen Leistungsangebotes steigen die Anforderungen, denen die Verbundgruppen zu begegnen haben. Um diesen gestiegenen Herausforderungen gerecht zu werden, muss die Governance der Verbundgruppen optimal ausgestaltet werden. Diese ist geprägt durch die wechselseitig paritätische Beziehung zwischen den Zentralen und ihren Mitgliedern, die als wesentliche Akteure der Verbundgruppen identifiziert werden können. Informationen sind zwischen den Akteuren unterschiedlich verteilt. Die Informationsasymmetrien auf Zentral- und Mitgliederseite und die damit verbundenen regulatorischen Anforderungen müssen doppelseitig bewältigt werden, um gegenüber filialisierten Handelssystemen wettbewerbsfähig zu bleiben. Ein Instrument zur Lösung dieser Probleme der asymmetrischen Informationen stellt Monitoring dar.

Monitoring wird im Rahmen des Forschungsprojektes als ein Überbegriff von Frühwarn-, Früherkennungs- und Frühaufklärungssystemen verstanden, welches durch den Aufbau von Überwachungs- und Kontrollmaßnahmen dazu genutzt werden kann, Informationsasymmetrien in Verbundgruppen abzubauen. Über das Erkennen von Bedrohungen und Risiken hinausgehend sollen durch Monitoring Chancen aufgedeckt werden. Im Hinblick auf die erkannten Chancen und Risiken soll, unter definierten Voraussetzungen, wie zum Beispiel der Überschreitung von kritischen Schwellenwerten, steuernd eingegriffen werden. Monitoring ist damit als Instrument zur Unternehmensplanung und -kontrolle zwischen Früherkennungs- und Risikomanagementsystem zu verstehen.

Vor diesem Hintergrund ist das Ziel des Forschungsvorhabens zunächst eine Bestandsaufnahme existierender Monitoringsysteme in Verbundgruppen zu erstellen. Darüber hinaus wird der Zusammenhang zwischen Monitoringsystemen und dem Erfolg der Kooperation untersucht werden. Im Rahmen der Dissertation soll zudem das Risiko der Kooperation in die Betrachtung integriert werden.

Alexander Jahn (Fertigstellung 2012)


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