Forschungscluster II: Unternehmenskooperationen

Management der Außenbeziehungen von Kooperationen


Kooperationen sind ein komplexes Gefüge aus autonomen Partnern. Neben den internen Verflechtungen, die der Kooperation gleichzeitig Stabilität und Flexibilität garantieren sollen, bestehen zumeist aktive Beziehungen zu Dritten und der übrigen Umwelt. Die Ausgestaltung dieser Außenbeziehungen stellt auf Grund der heterogenen Strukturen und Interessen der Partner ein besonderes Problem dar, das auch Rückwirkungen auf die Ausgestaltung der Kooperation selbst und deren Management haben kann. Das Projekt startete im November 2006.

Kooperationen bestehen stets aus autonomen Partnern. Sie zusammen müssen die interne Organisation der wertschöpfenden Kooperationsaktivitäten gewährleisten. Hierzu bedarf es eines Kooperationsmanagements, das in Anbetracht der aus der Selbstständigkeit der Partner resultierenden Individualität der Interessen einerseits den jeweiligen Anforderungen der Partner genügen, andererseits aber den Managementbedarf der Kooperationsaktivitäten befriedigen muss. Speziell angepasste Ausgestaltungsformen der Innenbeziehungen zwischen den Partnern können zur Bewältigung dieser Aufgabe dienen.

Neben diesem internen Beziehungsgeflecht treten Kooperationen mit ihrer Umwelt in Interaktion. Die Gestaltung dieser Außenbeziehungen wird durch die Heterogenität der Partner hinsichtlich Struktur und Interessen gleichermaßen erschwert. Die Formierung einer gemeinsamen Vertragspartei gegenüber Dritten kann dabei als umso schwieriger erwartet werden, je informaler die Kooperation institutionalisiert ist. Jedoch kann hierdurch auch rückwirkend das Erfordernis bestimmter Strukturen des Kooperationsmanagements und mithin der Institutionalisierung erst begründet werden.

Auch die individuellen Beziehungen zur Umwelt von kooperierenden Partnern können Beeinflussungen aus der Kooperation unterliegen, wenn etwa mit der Kooperationsvereinbarung Beschränkungen für das individuelle Verhalten zur Umwelt einhergehen. Bei der Ausgestaltung dieser internen und externen Beziehungen der Kooperation besteht die Gefahr, dass sich einzelne Beziehungs und Organisationsstrukturen wechselseitig beeinflussen und somit ihr simultanes Management erschwert wird.

In der Analyse dieses speziellen Teils des Kooperationsmanagements ergeben sich interessante Fragestellungen, die Aussagen zur Ausgestaltung des Kooperationsmanagements in interner Perspektive ebenso wie Aussagen zur Ausgestaltung der Außenbeziehungen generieren sollen. Neben der Erkenntnis über Notwendigkeiten in der Ausgestaltung dieser Beziehungen kann gleichzeitig der Versuch unternommen werden, Erfolgsfaktoren im Management dieser Beziehungsdichte zu isolieren, um so normative Ergebnisse zum Kooperationsmanagement zu erhalten. Daraus können dann konkrete Managementtools entwickelt werden, die eine erfolgreiche Gestaltung der Beziehungen und deren fortwährende Anpassung gewährleisten.

Alexander Wesemann Fertigstellung 2010

Veröffentlichungen

IfG-Arbeitspapier

Band 67
Die Gestaltung der Außenbeziehungen von Kooperationen und ihre Rückwirkungen auf das Kooperationsmanagement
Ein Problemaufriss
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