Daten

Auswertung
  • Die Verdopplungszeit und die Reproduktionszahl konnten nach dem 19.3.2020 in den stark betroffenen Kreisen/Städten reduziert werden. Die politische Intervention zeigt deutlich Wirkung.
  • Die Verdopplungszeit kann eine Einschätzung der weiteren Entwicklung geben.
  • Das SEIR Modell zeigt, ob der Trend ausreicht, um die Epidemie einzugrenzen.
Anleitung

Die Karte die zeigt aktuell von der Bezirksregierung Münster gemeldeten Daten [Quelle], je dunkler, desto mehr Fälle wurden registriert (bzw. nach Auswahl je heller, desto länger die aktuelle Verdopplungszeit der Fälle).

Auf der Karte können die Kreise/Städte des Regierungsbezirks zur Analyse auf dieser Seite ausgewählt werden.

Die blaue Datenreihe gibt die Zahl der aktuell infizierten Personen an. Dies ist wichtig für die Auswertung mit dem SEIR Modell (siehe unten). Leider liegen für einige Kreise keine durchgängigen Daten vor, sodass die Interpretation der Daten dort schwierig wird. Für die Stadt Münster und den Kreis Borken liegen aber glücklicherweise längere Zeitreihen vor.

Verdopplungszeit

Diese Grafik zeigt logarithmisch die Zahl der insgesamt infizierten Personen (nach dem Tag der zehnten Infektion). Anhand der Maßnahmen, die ab dem 16.3.2020 durchgeführt wurden und deren Wirkung sich wahrscheinlich erst nach 3 Tagen Inkubationszeit ab dem 19.3.2020 gezeigt hat, kann man ablesen, dass sich die Verdopplungszeit von vorher auf nachher geändert hat. Aktuell liegt diese bei (4 Tage Trend).

SEIR Model

Mit den Schiebereglern kann eine politische Intervention zu gewählten Zeitpunkt durchgeführt werden, welche das R0 beeinflusst. Zudem ist eine langfristige Prognose inklusive der Zahl der Toten aufgeführt, welche auf ungefährt 1% angenommen wurde.

Es wird der oben ausgewählte Bezirk genutzt.

Kurzfristig

Parameter:

Das Beispiel Steinfurt zeigt bei R0=0 und T=7, welchen Einfluss eine zweite Welle haben kann.

Langfristig

Für die COVID Ausbreitung hat sich gezeigt, dass das SEIR Modell geeignete Ergebnisse liefert. Ein solches Modell hat zunächst Parameter, die sich nicht ändern, wie die Inkubationszeit und die Dauer der Krankheit. Der weitere Parameter, die Reproduktionsrate kann durch Quarantäne oder das sogenannte Social Distancing reduziert werden. Eine solche Intervention kann hier simuliert werden, indem die Regler für den Zeitpunkt der Intervention und für die danach folgende Reproduktionsrate R0 geändert werden können. Mehr zum SEIR Modell findet man z.B. bei Wikipedia.

In dieser Simulation wurde angenommen, dass die Inkubationszeit 2.5 Tage dauert und die Krankheitsdauer 17 Tage. Letztere Zahl weicht deutlich von den bisher bekannten Schätzungen ab, hat aber in dieser Simulation damit zu tun, dass wahrscheinlich die Gesundmeldung noch deutlich verzögert zur eigentlichen Gesundung erfolgt. Um die Daten darzustellen genügt diese Annahme. Jedoch ist zu beachten, dass das SEIR Modell zudem annimmt, dass während der Krankheitsdauer die Ansteckung weiter getragen wird. Daher ist der Wert für die sogenannte Reproduktionsrate hier mit 3.2 höher gewählt als in der Literatur (2-4). Um den Meldeverzug ordentlich darzustellen müsste das SEIR Modell um eine weitere Größe der Gesundeten, aber noch nicht gemeldeten eingeführt werden (es kann beliebig erweitert werden). Während der zeitlichen Entwicklung zeigt sich zum Beispiel, dass dieser Meldeverzug sich verringert, insbesondere der der Gesundmeldungen.

Die Parameter wurden seit der ersten Veröffentlichung angepasst, um die spätere Entwicklung besser darzustellen. Die Frühe Phase ist kompliziert in diesem Modell darzustellen, da es sich vielfach um Rückkehrer aus dem Skiurlaub handelt und nicht um heimische Infektionsketten.

Zudem wurde als erster Tag der Tag mit mindestens zehn Infektionen gewählt (I0=10). Die genauen Parameter werden unter dem Plot dargestellt.

Es zeigt sich, dass für die obige Simulation eine deutlich spätere Intervention gewählt werden muss als bei der Verdopplungszeit. Dies ist ein Zeichen dafür, dass einerseits die Inkubationszeit deutlich länger ist als angenommen und auch, dass wahrscheinlich schon während der (symptomlosen) Inkubation Erreger weiter übertragen werden. Dies zeigt wie tückisch das SARS-COV-2 Virus ist.