|
Dekanat

Gastvortrag von Dr. Oliver Geden (Stiftung Wissenschaft und Politik)

Thema: "Treibhausgas-Neutralität: die neue Priorität im Klimaschutz"
Dienstag, 8. Januar 2019 - 14:15 bis 15:45, JUR 498, Universitätsstraße 14-16

Drei Jahre nach dem UN-Klimagipfel von Paris ist die einstige Euphorie weitgehend verflogen. Obwohl eine Einigung erreicht werden konnte, die Erderwärmung auf deutlich unter zwei Grad Celsius zu beschränken, gibt es bislang kaum Anzeichen dafür, dass die Weltgemeinschaft ihre Anstrengungen beim Klimaschutz deutlich verstärkt. Die Lücke zwischen den eigentlichen notwendigen Emissionsminderungen und der tatsächlichen Emissionsentwicklung wird immer noch größer. Ein grundlegendes Problem ist dabei die globale Natur von Temperaturzielen, die nur beschränkt zulässt, nationale Maßnahmen anzuleiten und zu evaluieren. In Zukunft sollte sich die Klimapolitik deshalb auf ein ebenfalls in Paris verabschiedetes, aber bislang wenig beachtetes Klimaziel konzentrieren - das Erreichen von Treibhausgasneutralität, oder (netto) Null Emissionen. Verglichen mit Temperaturschwellen ist das Anzielen von Treibhausgasneutralität wesentlich präziser, leichter zu evaluieren, politisch eher durchzusetzen und letztlich auch motivierender. Da ein Null-Emissions-Ziel problematisches Verhalten direkt adressiert, kann es klimafreundliches Handeln sehr viel besser anleiten als Temperaturziele wie 1,5 oder 2 Grad. Ein Null-Emissions-Ziel zeigt Politikern, Medien und Öffentlichkeit recht präzise an, was genau erreicht werden muss. Von ihm geht auch die klare Botschaft aus, dass wir Klimaschutz-Lösungen in allen Sektoren und Branchen benötigen, auch in technologisch komplizierten wie dem Luftverkehr, der Stahl- und Zementproduktion oder der Landwirtschaft.

Dr. Oliver Geden ist Leiter der Forschungsgruppe EU/Europa bei der Stiftung Wissenschaft und Politik (SWP), die Bundestag und Bundesregierung in Fragen der Außen- und Sicherheitspolitik berät. Seine Arbeitsschwerpunkte sind die EU-Energie- und Klimapolitik, Climate Engineering und die Qualität wissenschaftlicher Politikberatung. Er war Gastwissenschaftler am Max-Planck-Institut für Meteorologie, an der Universität Oxford, der ETH Zürich und der University of California, Berkeley tätig. Als SWP-Mitarbeiter war er zeitweilig an den Planungsstab des Auswärtigen Amts (AA) und die Leitungs- und Planungsabteilung des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi) abgestellt. Für den anstehenden 6. Sachstandsbericht des Weltklimarats IPCC wurde Geden als Leitautor berufen.

Der Vortrag findet am Dienstag, 8. Januar 2019 – 14:15-15:45 Uhr, im JUR 498 (Universitätsstraße 14-16) statt. Alle Interessierten sind herzlich eingeladen. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.