Allgemeine Hinweise zur Anfertigung wissenschaftlicher Arbeiten

Im Weiteren werden einige Hinweise für die Erstellung von Diplom-, Bachelor-, Master- oder Seminararbeiten gegeben. Dabei wird hier nur knapp auf die gröbsten in der Vergangenheit beobachteten Fehler hingewiesen. Bezüglich der rechtlichen Rahmenbedingungen sind in jedem Falle Prüfungs- und Studienordnung heranzuziehen. Hinsichtlich der formalen Gestaltung der Arbeit wird weiterführend auf die unten angegebene Literatur verwiesen.

Wir empfehlen darüber hinaus dringend, als Vorbereitung auf die Abschlussarbeit an der von Herrn Dr. Brink regelmäßig angebotenen Veranstaltung "Schlüsselqualifikation II Wissenschaftliches Arbeiten" teilzunehmen.

  • Die Abholung des Themas am Lehrstuhl ist auf den Wochentag Mittwoch beschränkt. Das Thema ist im Sekretariat des Lehrstuhls abzuholen.
  • Die beste Bachelor- bzw. Masterarbeit eines Halbjahres wird mit dem Ernst & Young-Preis (dotiert mit 500 Euro) ausgezeichnet.
  • Die Gliederung
    Die Aufgabe der Gliederung einer wissenschaftlichen Arbeit wird meist unterschätzt. Sie legt nicht nur die Struktur der Arbeit fest, sondern sorgt auch für Übersichtlichkeit und Klarheit. Daher ist besonders darauf zu achten, dass weder zu fein noch zu grob gegliedert wird. Keinesfalls sollte z.B. ein Gliederungspunkt weniger als eine dreiviertel Seite umfassen. Will man innerhalb eines Gliederungspunktes weiter untergliedern (etwa weil aufeinander folgende Absätze eine Aufzählung darstellen), kann man dies z.B. tun, indem man das jeweilige Schlüsselwort eines Absatzes kursiv oder fett hervorhebt. Ein untergeordneter Gliederungspunkt sollte nicht alleine stehen (z.B. nicht 1, ., 2.1, 3, 3.1, 3.2, sondern 1, 2.,3, 3.1, 3.2). Weiterhin sollten Untergliederungspunkte ausgewogen sein, d.h. in der Gliederung 1, 2, 3, 3.1, 3.2 sollte Punkt 3.1 nicht nur einen Umfang von einer Seite haben, wenn 3.2 zehn Seiten umfasst. Text sollte jeweils nur unter dem untersten Gliederungspunkt stehen, nicht unter 3, wenn es danach noch 3.1. usw. gibt.

    Klassischerweise umfasst die Gliederung folgende Elemente. Natürlich kann es jedoch u.U. Sinn machen von diesem Schema abzuweichen. Wichtig bei der Aufstellung der Gliederung ist ein "roter Faden" der den Leser durch die Arbeit führt
     

    1. Einleitung
      Die Einleitung umfasst neben dem oder den klar definierten Zielsetzungen der Arbeit kurz den thematischen Hintergrund, die Methode und den Gang der Untersuchung. Erfahrungsgemäß wird die Einleitung zuerst geschrieben, obwohl es zwecks besseren Überblicks über die Arbeit mehr Sinn machen würde, sie zum Schluss zu schreiben. Im ersteren Fall sollte die Einleitung unbedingt später nochmals überarbeitet werden.
    2. Grundlagen
      Der Grundlagenteil dient dazu, dem Leser die für den Hauptteil erforderlichen theoretischen Konzepte näher zu bringen. Erfahrungsgemäß wird der Grundlagenteil in der Phase der Literaturrecherche und des Anlesens geschrieben. Dadurch fließen oft Inhalte in den Grundlagenteil mitein, die für den Hauptteil irrelevant sind. Wenn der Grundlagenteil vor dem Hauptteil geschrieben wird, ist also auch hier nach Abschluss der Arbeit eine gründliche Überarbeitung nötig. Zusammen mit der Einleitung sollte der Grundlagenteil die Hälfte der zur Verfügung stehenden Seiten keinesfalls überschreiten.
    3. Hauptteil
      Der Hauptteil stellt den Kern der Arbeit dar. In ihm sollen die in der Einleitung und dem Thema aufgeworfenen Fragen strukturiert bearbeitet werden. Hierbei ist auf den Bezug zum Thema, auf inhaltliche Stringenz und einen "roten" Faden zu achten. Gerade bei Arbeiten mit geringerem Umfang ist in den meisten Fällen eine Schwerpunktsetzung nötig, da ansonsten nur an der Oberfläche des jeweiligen Problems gekratzt werden kann.
      Die Schwerpunktsetzung ist Teil der wissenschaftlichen Arbeit und sollte im Rahmen des Themas auch begründet werden (und dies schon in der Einleitung). Bei einem unkonkreten Thema der Arbeit zeigt der Autor nur durch eine solche Schwerpunktsetzung, dass er in der Lage ist das Thema auch tiefgründig bearbeiten zu können.
    4. Schluss
      Der Schluss dient zusammen mit der Einleitung als Rahmen der Arbeit. Die in der Einleitung aufgeworfenen Fragen sollten wieder aufgegriffen und mit den im Hauptteil gewonnenen Erkenntnissen beantwortet werden. Dieser Teil der Arbeit sollte nicht zu kurz kommen, bei Diplomhausarbeiten sind zwei Seiten ein grober Richtwert (bei Seminararbeiten mindestens eine).

 

  • Formalia
    Der einfachste Teil der Arbeit ist die Einhaltung der Formalia. Zitierweise, Verzeichnisse und Layouts von wissenschaftlichen Arbeiten sind in vielen Standardwerken nachzulesen (s.u.). Weniger wichtig ist, welcher Standard eingehalten wird, jedoch sollte dieser Standard konsistent eingehalten werden. Die Erfahrung zeigt, dass durch das Fertigstellen der Arbeit in den letzten Tagen vor der Abgabe oft nicht genügend Zeit bleibt um formale Fehler wie z.B. Layout oder Rechtschreibung zu berichtigen. Als Richtwert sollte die Fertigstellung der Arbeit eine Woche vor der Abgabe dienen.

 

  • Direkte und indirekte Zitate
    Direkte Zitate sollen nur dann gebraucht werden, wenn sie ohne den Lesefluss zu behindern gut in den Kontext passen. Generell zeigt das Zitieren, dass der Autor den Stand der Forschung in seiner Arbeit berücksichtigt. Es sollte jeweils die neueste Ausgabe zitiert werden und eher Quellen neueren Datums verwendet werden. Ausnahmen bilden wichtige Standardwerke, die nicht mehr aufgelegt werden. Generell gilt, dass es "bedeutende" und "unbedeutendere" Quellen gibt. Bedeutende Quellen erkennt man u.a. daran, dass diese oft in der Literatur zum jeweiligen Thema zitiert werden. Ins Literaturverzeichnis gehören nur Quellen, die auch in der Arbeit zitiert worden sind. Zitate sind als solche kenntlich zu machen; die ihnen zugrunde liegenden Quellen sind im Literaturverzeichnis präzise zu nennen. Zwischen fremdem und eigenem Gedankengut muss eine saubere Trennung vorgenommen werden. Fußnotenreferenzen im Text stehen hinter einem Wort, sofern sie sich auf dieses beziehen; gilt die Fußnote dem Inhalt des Satzes bzw. dem dargestellten Gedankengang, so steht die Fußnote hinter dem abschließenden Satzzeichen. Wird also ein Satz belegt, so ist die zugehörige Fußnote am Ende des Satzes zu stellen. Soll ein ganzer Absatz belegt werden gehört die Fußnote hinter den ersten zu belegenden Satz mit dem Hinweis "Vgl. hier und im Folgenden" (ungenau) oder "Vgl. hier und in diesem Absatz". Alternativ kann die Fußnote hinter dem letzten zu belegenden Satz stehen mit dem Zusatz "Vgl. zu diesem Absatz". Die Zitierweise ist innerhalb der engen Grenzen der wissenschaftlichen Konvention freigestellt. Detaillierte Vorschläge bieten die unten genannten Literaturhinweise. Ein Nachlesen der relevanten Kapitel zur Zitierweise wird dringend empfohlen!

    Hinweis: Der Lehrstuhl setzt ein automatisches Tool eines Drittanbieters zur Plagiatsprüfung ein, das nach Übereinstimmungen mit im Internet verfügbaren Quellen sucht.

  • Jegliche für den Gang der Untersuchung und den Lesefluss wichtigen Daten und Informationen dürfen nicht in den Anhang ausgelagert werden! Das gilt insbesondere für notwendige Abbildungen und Tabellen.
  • Der Umfang der Arbeit ist für Bachelorarbeiten festgelegt sollte 7.000 Worten im Haupttext nicht überschreiten. Der Umfang von Masterarbeit ist nicht in der Prüfungsordnung festgelegt, sollte jedoch in der Regel mindestens 50-60 Seiten betragen. Es ist ein Korrekturrand von insgesamt ca. 7 cm (linker Rand: 5 cm, rechter Rand: 2 cm) zu berücksichtigen. Der obere Rand sollte 2,5 cm betragen, der untere Rand 2 cm. Die Beschränkung im Umfang stellt bereits eine Teilleistung der Arbeit dar. Wir empfehlen eine Formatierung mit Times New Roman (12 Punkt) mit normaler Laufweite sowie 1,5-zeiligem Satz. Sie sollten zudem Blocksatz mit aktivierter Silbentrennung (!) verwenden.
  • Überschriften sind nicht als Textbestandteil zu verstehen.
    • Nicht:
      321 Koordination: "Hierunter versteht man..."
    • Sondern:
      321 Koordination: "Unter Koordination versteht man..."
  • Formeln sind eingehend zu erläutern.
  • Abbildungen und Hervorhebungen im Text sind kein überflüssiges, verzichtbares Beiwerk, sondern dienen der Veranschaulichung und der besseren Lesbarkeit. Ihr gezielter Gebrauch fördert das Verständnis der Arbeit. Ein häufiger Einsatz solcher Hervorhebungen kann jedoch auch verwirrend sein.
  • Tabellen und Abbildungen gehören in den Text und sind dort auch zu erläutern. Größere Tabellen, deren Aufnahme in den Haupttext den Lesefluss stören würde und die lediglich weiterführende Informationen beinhalten, können in einen Anhang aufgenommen werden, dessen Umfang sich jedoch auf das Wesentliche beschränken sollte.
  • Der Stil der Arbeit ist ein wesentliches Beurteilungskriterium. Der Bearbeiter sollte sich um eine klare und präzise, leichtverständliche Sprache (kurze Sätze!) bemühen und übertrieben lange Sätze und übertriebenen Fremdsprachengebrauch vermeiden. Die "Ich"-Form ist zu vermeiden. In die Fußnoten gehören lediglich Quellenangaben für Zitate und Randbemerkungen, jedoch keine weitergehende Diskussion eines bestimmten Punktes.
  • Auch die bei der inhaltlichen wie formalen Bearbeitung gezeigte Sorgfalt des Kandidaten fließt in die Bewertung ein. Übermäßige Tipp-und Rechtschreibfehler sowie Mängel in der Zeichensetzung führen zu einer Abwertung.
  • Abgabe: Entsprechend der Prüfungsordnungen ist die Abgabe von zwei gebundenen Ausfertigungen der Arbeit verpflichtend. Darüber hinaus sind am Lehrstuhl abzugeben:
  • eine Loseblattversion der Arbeit (ungebundener Ausdruck)
  • eine CD oder einer DVD, falls neben der Arbeit weitere Dateien relevant/abzugeben sind.
  • Literaturverwaltung:
    Als ein Programm zur Literaturverwaltung eignet sich z. B. Citavi. Die ULB hat eine Campus-Lizenz erworben, so dass die Software allen Studierenden der Universität Münster zur Verfügung steht. Die Daten für die Aufnahme in die Literaturliste sollten Sie bei jeder möglicherweise verwendbaren Quelle sofort erfassen und auch auf Ihre Kopien schreiben, damit Sie diese nachher noch zuordnen können.

 

  • Literaturhinweise:
    • Theisen, Manuel R.: Wissenschaftliches Arbeiten: Technik - Methodik - Form, 16. Auflage, München: Vahlen 2013.
    • Brink, Alfed: Anfertigung wissenschaftlicher Arbeiten - Ein prozessorientierter Leitfaden zur Erstellung von Bachelor-, Master- und Diplomarbeiten, 4. Aufl., Wiesbaden: Springer Gabler 2013.