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Marvin Gleue

Erfolgreiche Kooperation von Wissenschaft und Wirtschaft am Beispiel von StromAuskunft

Wenn Wirtschaft und Wissenschaft erfolgreich zusammenarbeiten, können Universitäten praxisnah neues Wissen generieren und Unternehmen wissenschaftliche Erkenntnisse direkt in die Tat umsetzen. Es ergibt sich eine Win-Win-Situation für beide Seiten. Mit dieser Motivation kooperiert der Lehrstuhl für Mikroökonomik, insb. Energie und Ressourcenökonomik, mit unterschiedlichen Unternehmen.

Ein erfolgreiches Beispiel ist die Zusammenarbeit mit dem Online-Portal „StromAuskunft.de“. Es ermöglicht Stromkunden, Energieverträge anhand verschiedener Dimensionen (Preise, Boni, Ökostrom, etc.) zu vergleichen und z.B. den günstigsten Vertrag zu ermitteln. Mit einem innovativen Service, geht StromAuskunft jedoch über den reinen Vergleich von Verträgen hinaus. Kunden können die Befugnis zum Wechsel zwischen Energieverträgen übertragen. StromAuskunft wählt dann für den Kunden regelmäßig den optimalen Vertrag und berücksichtigt dabei alle vorab festgelegten Präferenzen. Für Verbraucher kann eine Automatisierung des Vertragswechsels eine große Hilfe sein, um sowohl Zeit als auch Geld zu sparen.

Neben der schwierigen Entscheidung für den richtigen Anbieter fehlt vielen Verbrauchern auch die Motivation, sich mit dem eigentlichen Wechselprozess zu beschäftigen. Niemand hat Lust, die AGBs und Datenschutzbestimmungen von Energieversorgern zu lesen“, sagt Dr. Jörg Heidjann, Gründer und Geschäftsführer von StromAuskunft.de.

Für den Energiemarkt ist die Arbeit von StromAuskunft aus zweierlei Gründen relevant. Zum einen reduziert der schnelle und unkomplizierte Vergleich von Stromtarifen mögliche Informations-Asymmetrien im Markt. Zum anderen kann die Automatisierung der Vertragswahl die Wechselaktivität von Stromkunden erhöhen.

Im vergangenen Jahr hat nur ca. jeder zehnte Haushaltskunde den Stromlieferanten gewechselt. Die Wechselaktivität stellt jedoch eine wichtige Voraussetzung für die wettbewerbsfördernden und effizienzsteigernden Effekte der Marktliberalisierung dar“, sagt Lehrstuhlinhaber Prof. Andreas Löschel.

Kernfragen der Kooperation sind daher, wie Informationen für Stromkunden noch einfacher zugänglich gemacht werden können und welche Argumente Stromkunden von einer Automatisierung ihrer Vertragswahl überzeugen.

Forschungsarbeiten mit bestehenden Kunden von StromAuskunft haben im Laufe des vergangenen Jahres gezeigt, dass Entscheidungsrechte eine zentrale Rolle für die Automatisierung spielen. Kunden reagieren signifikant, wenn man betont, dass sie stets die Kontrolle über Ihre Entscheidungen behalten, den Service täglich kündigen und jeden Wechsel binnen 14 Tagen kostenlos widerrufen können.

Für mehr Transparenz im Strommarkt wurde in den vergangenen Monaten zudem ein Dashboard entwickelt. Anhand einer Deutschland-Karte visualisiert es die aktuellen Stromkosten für Verbraucher und stellt sie farblich unterschiedlich dar (rot = teurer, grün = günstiger). Da es über 6300 PLZ-Gebiete umfasst, ist die Darstellungen erstmals auf Länder-, Kreis- und Städteebene möglich. Verbraucher sehen somit auf einen Blick, in welchen Regionen Strom günstig oder teuer ist. Interaktiv wird das Dashboard durch ein Mouseover, das die Ersparnis bei einem Wechsel vom lokalen Versorger zum günstigsten Anbieter zeigt. Zudem gelangen Verbraucher durch einen Klick auf ihre jeweilige Region auf eine Detailseite zu ihrem lokalen Strommarkt und können kurzerhand den Anbieter wechseln.

 

Link zu Stromauskunft:

https://www.stromauskunft.de/

Link zum neuen Strompreis-Dashboard

https://www.stromauskunft.de/strompreise/dashboard/