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Marvin Gleue

CERES-Studie zur Klimaschutzbereitschaft der Besucher des Evangelischen Kirchentages

Dortmund / Münster.

Vom 22.-26. Juni dieses Jahres fand in Dortmund der 37. Evangelische Kirchentag statt. In diesem Rahmen führte ein Forscherteam um Prof. Löschel auf dem sogenannten „Markt der Möglichkeiten“ eine Studie zum Klimaschutzverhalten der Besucher*innen durch. Im Zuge dieser Studie konnten die Teilnehmer*innen bei einem „Klimaspiel“ Spendengelder für Klimaschutzprojekte in aller Welt generieren. Dafür mussten die Freiwilligen mit ausgestreckten Armen einen Globus in die Höhe halten, um so – bildlich gesprochen – die Erde zu (er-)halten. Das Angebot lautete: Umso länger die Globen gehalten werden desto höher die Spende.

Nach Auswertung aller Fragebögen und Zeiten der Teilnehmer*innen nun die Ergebnisse: Insgesamt konnten im Rahmen der Studie 1403,85€ für Klimaschutzprojekte „erhoben“ werden, die sich etwa paritätisch auf die beiden Spendenempfänger Atmosfair (683,66€) und Klima-Kollekte (720,19€) aufteilen (mehr Informationen zu diesen beiden CO2-Kompensationsfonds finden Sie unter den folgenden Links: www.atmosfair.de www.klima-kollekte.de ). Die Studienorganisatoren zeigten sich dabei beeindruckt vom Engagement und dem Durchhaltevermögen der Teilnehmer*innen: Im Durchschnitt wurde die Erde jeweils für gut 5 Minuten in die Höhe gehalten. Dabei stellten die Forscher fest, dass vor allem jene Personen besonders hohe Anstrengungen zeigten, welche in einem vorausgehenden Fragebogen mit der Schwierigkeit von Klimaschutzmaßnahmen konfrontiert wurden.  

Neben dem Part der aktiven körperlichen Betätigung sollten die Befragten schätzen, wie viel es ungefähr kostet, den durchschnittlichen wöchentlichen CO2-Fußabdruck einer/es Deutschen vollständig zu kompensieren. Tatsächlich kamen dabei weniger als 3% der fast 400 Teilnehmer in die Nähe der richtigen Antwort. Bei einem durchschnittlichen Verbrauch von 9t CO2 pro Jahr müssten in jeder der 52 Wochen ca. 173kg kompensiert werden. Bei beiden hier gewählten Kompensationsfonds kostet die Kompensation einer Tonne CO2 23€, sodass wöchentlich nur etwa 4€ für einen neutralen CO2-Fußabdruck vonnöten wären. Die große Mehrheit hat diesen Wert um ein Vielfaches überschätzt, der Median der Antworten lag gar bei 300€. Die Kompensation der eigenen Emissionen ist demzufolge deutlich günstiger als gemeinhin angenommen wird.