Entwicklung und Perspektiven der bankbetrieblichen Wertschöpfungskette in einem Netzwerk

Johannes Spandau


Zusammenfassung
Aufbauend auf der Darstellung netzwerkfördernder Rahmenbindungen wurden im vorliegenden Arbeitspapier die Kernfunktionen, der Produktions- und Wertschöpfungsprozess sowie die Kernkompetenzen von Banken mit Fokus auf dem Genossenschaftssektor vorgestellt. Da sich die genossenschaftlichen Primärbanken auf die Bearbeitung des lokalen Marktgebietes konzentrieren, kann die Kernkompetenz in Verbindung mit der Wertschöpfungskette auf der Stufe des Vertriebs angesiedelt werden. Gründe dafür liegen unter anderem in der Möglichkeit zur Mitgliedschaft, dem demokratischen Willensbildungsprozess, was unter dem Member Value-Management subsumiert wird. Bezugnehmend auf den Wandel der Wertschöpfungskette zu einem Netzwerk wurden vier Grundtypen innovativer Wertschöpfungsarchitekturen nach HEUSKEL skizziert. Sie alle zielen auf eine unterschiedliche Ausgestaltung der Arbeitsteilung ab. Dabei konnten im Gesamtzusammenhang einige Erkenntnisse gewonnen werden. Die traditionelle Struktur der bankbetrieblichen Wertschöpfungskette mit entsprechenden Ausgestaltungsmöglichkeiten der Kernprozesse wird möglicherweise zunehmend durch stärker fokussierte Wertschöpfungsarchitekturen substituiert. Die Systematisierung von Kooperationsstrategien konnte zeigen, dass das verbundinterne Outsourcing an spezialisierte Serviceprovider das Verbundprinzip und die Konzentration auf Kernkompetenzen bzw. die Schließung von Kompetenzlücken unterstützt. Darüber hinaus könnte eine Weiterentwicklung des auf dem Subsidiaritätsprinzip basierenden Finanz-KompetenzNetzwerks nachhaltige Wettbewerbsvorteile sichern. Die Bestandsaufnahme bereits agierender Outsourcing-Modelle konnte zeigen, dass sich der genossenschaftliche FinanzVerbund in einem Entwicklungsprozess befindet, der noch nicht abgeschlossen ist. Aufgrund der Erkenntnisse des vorliegenden Arbeitspapiers erscheint es notwendig, das Kooperations- und Netzwerkmanagement im Rahmen von Auslagerungsstrategien intensiver zu beleuchten, da der Erfolg eines Wertschöpfungsnetzwerks zentral von der Ausgestaltung der Schnittstellen und dessen Management abhängig ist

Schlüsselwörter
Outsourcing, FinanzGruppe, Genossenschaften, Erfolgsfaktoren, Industrialisierung von Banken, bankbetriebliche Wertschöpfungskette



Publikationstyp
Sonstige (technische Spezifikation, informelle Veröffentlichung)

Jahr
2010

Auflage
98

Band
98

Reihe
Arbeitspapiere des Instituts für Genossenschaftswesen der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster

Ort
Münster

Sprache
Deutsch

Gesamter Text