Outsourcing-Modelle in der genossenschaftlichen FinanzGruppe - Eine explorative Erhebung

Johannes Spandau


Zusammenfassung
Die Ergebnisse der Interviews verdeutlichen, dass einerseits das Thema Outsourcing von Back-Office Dienstleistungen bei den Primärinstituten der genossenschaftlichen FinanzGruppe an Bedeutung gewinnt. Andererseits liegt das derzeitige Dilemma der Service-Center darin, dass die Ertragslage, bedingt durch die Fristentransformation, sehr positiv ist. Aktuell wird daher ein umfangreiches Outsourcing von Prozessen in das Optimierungskalkül der Institute nicht einbezogen. Demnach ist davon auszugehen, dass sich derzeit viele Banken selber optimieren, um möglicherweise in einem weiteren Schritt eine effektive Outsourcing-Strategie in Erwägung zu ziehen. Wiederum andere, die eine interne Optimierung bereits vorgenommen haben, können derzeit ein Outsourcing verfolgen. Sofern Teile der Wertschöpfungskette ausgelagert werden, sind mit diesem Wandel auch zahlreiche Veränderungen bezüglich der Ausgestaltung der Unternehmensgrenzen verknüpft. Dadurch werden sowohl Primärinstitute, Rechenzentralen und Service-Center zukünftig noch enger zusammenarbeiten. Bereits jetzt praktizieren einige Service-Center eine strategische Ausgestaltung des Prozessportfolios unter Einbeziehung der Primärinstitute und Rechenzentralen. Zudem erklären sich Primärinstitute bereit, als Pilotbanken bei Rechenzentralen und Service-Centern für die Etablierung neuer Prozessabläufe zur Verfügung zu stehen. Die engere Zusammenarbeit zwischen den Akteuren - Rechenzentralen, Service-Centern und Primärinstituten - kann Akzeptanz und Transparenz schaffen und den Aufbau von Vertrauen fördern. Auf diese Weise können Prozessinnovationen und Standardisierungen mit geringeren Re-striktionen weiterentwickelt werden. Dabei muss jedoch auch festgelegt werden, wer von welchen Vorteilen der Effizienzsteigerung profitieren soll.

Schlüsselwörter
Outsourcing, Prozessoptimierung, FinanzGruppe, Genossenschaften



Publikationstyp
Sonstige (technische Spezifikation, informelle Veröffentlichung)

Jahr
2011

Auflage
101

Band
101

Reihe
Arbeitspapiere des Instituts für Genossenschaftswesen der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster

Ort
Münster

Sprache
Deutsch

Gesamter Text