Kumulative Bankenregulierung - Eine Untersuchung einzelner Regulierungsmaßnahmen und deren kumulativer Wirkung auf die Profitabilität von Banken


Projektstatus abgeschlossen
Projektzeitraum 01.07.2011- 01.06.2014
Schlüsselwörter Finanzmarktregulierung, Basel III,

Die Finanzmarktregulierung wird mit einer Verhinderung von Bankenkrisen und die damit einhergehenden Folgen sowohl für die Gläubiger als auch für das gesamte Finanzsystem begründet. Um dies zu gewährleisten müssen Finanzinstitute u.a. gewisse Eigenkapitalvorschriften und Vorschriften bzgl. des Verbraucherschutzes einhalten. Durch die Finanzmarktkrise 2007/08 und deren Auswirkungen auf die Realwirtschaft und die Finanzmärkte rückten Neuerungen der Finanzmarktregulierung auf die Agenda. Im Rahmen dessen überarbeitete der Basler Ausschuss das regulatorische Rahmenwerk Basel II. Durch den neuen Basler Akkord (Basel III) erfolgt einerseits eine qualitative und quantitative Anpassung der Eigenkapitalvorschriften der Banken. Andererseits werden die Einhaltung von Liquiditätsquoten (Liquidity Coverage - und Net Stable Funding Ratio) zur Verringerung der Liquiditätsrisiken der Finanzinstitute eingeführt. Ferner steht zur Verringerung der Verschuldung des Finanzsektors eine risikounabhängige Leverage Ratio zur Disposition. Neben diesen Regulierungsanstrengungen des Basler Ausschusses werden die Finanzinstitute mit i) einer Reform der Einlagensicherung, ii) einer Neuerung der Mindestanforderungen an das Risikomanagement (MaRisk), iii) einer Einführung eines Bankenrestrukturierungsgesetz und einer Bankenabgabe und iv) einer Finanztransaktionssteuer konfrontiert. Ferner weist auch die Neufassung der Versicherungsaufsicht (Solvency II) eine indirekte Wirkung auf die Finanzinstitute auf. Obgleich die einzelnen Maßnahmen, die durch die Finanzmarktkrise 2007/08 ans Licht getretenen Schwächen adressieren sollen, können die Neuerungen erhebliche Auswirkungen auf die Ertrags- und Kostensituation der Banken haben. Da eine Quantifizierung der kumulierten Wirkung der Bankenregulierung einerseits die zukünftige Unsicherheit der Banken verringern und andererseits die Entscheidungsgrundlage von Regulierungsneuerungen durch die Finanzmarktaufsicht verbessern kann, liegt die Zielsetzung dieses Forschungsprojektes in einer empirischen Untersuchung der kumulierten Wirkung der Bankenregulierung auf die Ertrags- und Kostensituation der Finanzinstitute. Hierzu werden in einem ersten Schritt die Wirkungskanäle der einzelnen Neuerungen auf die Bilanz und Gewinn und Verlustrechnung einer Bank dargestellt. Anhand dieser sollen mögliche Wechselwirkungen zwischen den verschiedenen Regulierungsmaßnahmen identifiziert werden. Schließlich erfolgt unter Beachtung der Interdependenzen der Regulierungsmaßnahmen eine Quantifizierung der kumulierten Konsequenzen auf die Profitabilität der Finanzinstitute.