Ökonomischer Vergleich von Entflechtungskonzepten für das Stromübertragungsnetz


Projektstatus abgeschlossen
Projektzeitraum 01.11.2008- 31.10.2011
Webseite http://www.wiwi.uni-muenster.de/06//nd/index.php?id=94&auswahl=62
Schlüsselwörter Stromnetz, Regulierung, Entflechtung, Drittes EU-Legislativpaket

Stromnetze unterliegen auf Grund ihrer Eigenschaft als natürliches Monopol einer staatlichen Regulierung, um Ausbeutungsmissbrauch zu verhindern. In vielen europäischen Strommärkten, auch im deutschen, sind Stromproduzenten mit hohen Marktanteilen und Netzeigentümer identisch. Neben den Möglichkeiten zur Ausbeutung ergeben sich dadurch Anreize für den Netzbetreiber, Konkurrenten zu behindern, indem der Strom aus unternehmenseigenen Kraftwerken gegenüber dem aus unternehmensfremden Kraftwerken bei der Einspeisung ins Stromnetz bevorzugt wird. Um eine Behinderung zu abzuwehren, hat die EU-Kommission die Richtlinie 2009/72/EG auf den Weg gebracht, die Vorgaben für eine Trennung (unbundling) der in einem Konzern befindlichen Netzeigentümer/Netzbetreiber und Kraftwerksbetreiber macht. Vorgaben für eine solche Entflechtung gab es bereits zuvor, wurden aber nun wegen unzureichender Erfolge verschärft. Die Richtlinie 2009/72/EG enthält drei alternative Konzepte für eine stärkere Entflechtung. Soweit die Anforderungen des schwächsten der Modelle erfüllt werden, ist auch ein viertes Konzept möglich, das nicht explizit in der Richtlinie beschrieben wird. Die Mitgliedsstaaten müssen die Richtlinie bis zum März 2011 in nationales Recht umsetzen und sich in diesem Zuge für eines oder mehrere der Konzepte entscheiden. Daraus ergibt sich die Frage, welcher der Ansätze vorzugswürdig ist. Im Rahmen des Dissertationsprojektes wird dieser Frage versucht durch einen ökonomischen Vergleich der Entflechtungskonzepte nachgegangen.