Funktionale Separierung in der Telekommunikationsindustrie


Projektstatus abgeschlossen
Projektzeitraum 01.12.2006- 30.11.2009
Schlüsselwörter Telekommunikation, Regulierung, DEA, Funktionale Separierung

Anfang 2010 sind auf Ebene der Europäischen Union neue Richtlinien für die Regulierung des Telekommunikationsmarktes in Kraft getreten. In Artikel 13 der neu gefassten Zugangsrichtlinie wird den nationalen Regulierungsbehörden die Möglichkeit zur funktionalen Separierung eines marktbeherrschenden Telekommunikationsunternehmens gegeben. Dieses neue Regulierungsinstrument beinhaltet im Kern eine weitreichende vertikale Entflechtung der Organisationsstrukturen des dominanten Netzbetreibers, um die Wettbewerbsbedingungen für alternative Netzbetreiber auf den nachgelagerten Wertschöpfungsstufen zu verbessern. Für den deutschen Telekommunikationsmarkt wird die Diskussion um die funktionale Separierung im Zuge der Umsetzung der EU-Zugangsrichtlinie in deutsches Recht, die bis 2011 vorgesehen ist, in den kommenden Jahren an Bedeutung gewinnen. Das Ziel dieses Forschungsprojekts besteht daher in der Entwicklung und Analyse verschiedener Ausgestaltungsoptionen der funktionalen Separierung am Beispiel des deutschen Festnetzmarktes. Der Fokus liegt hierbei auf den Effekten, die sich aus dem technologischen Wandel ergeben, der sich derzeit in der Telekommunikationsindustrie vollzieht. Insbesondere der Ausbau von Glasfaserinfrastrukturen im Bereich des Zugangsnetzes (z.B. VDSL) und die Migration zu IP-basierten Next Generation Networks im Kernnetz werden in die Betrachtung integriert. Die theoriebasierte Analyse wird um empirische Erkenntnisse ergänzt, die im Rahmen einer DEA-basierten Effizienzanalyse alternativer Netzbetreiber gewonnen wurden.