EDEKA-Gruppe: eine ökonomische Analyse der Entwicklung und ihrer Deter-minanten sowie ihrer Wettbewerbsfähigkeit


Projektstatus abgeschlossen
Projektzeitraum 01.10.2002- 31.03.2005
Schlüsselwörter EDEKA, Wirtschaftsgeschichte, Unternehmensgeschichte, Institutionenökonomik, Handel, Einzelhandel, Kaufleute, Genossenschaft

Die EDEKA-Gruppe ist ein freiwilliger Zusammenschluss selbständiger Einzelhandelskaufleute des Lebensmittelhandels und eine der größten Kooperationsgruppen des Handels in Europa. Aufbau und Willensbildung erfolgen nach den genossenschaftlichen Prinzipien von "unten nach oben", vom örtlichen Mitglied über die regionalen Großhandelsbetriebe bis zu den Zentralorganisationen der EDEKA. Hier sind vor allem der EDEKA Verband, die EDEKA Zentrale, die EDEKA Bank sowie zahlreiche Beteiligungs- und Kooperationsgesellschaften zu nennen. In diesem Forschungsprojekt wird untersucht, wie sich die EDEKA Gruppe seit ihrer Gründung 1907 unter den sich ständig ändernden Wettbewerbsbedingungen entwickelt hat. Aus dem ursprünglichen, allein auf den gemeinschaftlichen Einkauf ausgerichteten Verbund hat sich im Zeitraum von fast hundert Jahren eine starke Kooperationsgruppe entwickelt, die ihren Mitgliedern ein immer größeres Leistungspaket bietet. Zunächst sollen in einer institutionenökonomischen Analyse die Vorteile von Einkaufsgenossenschaften untersucht werden. Dazu zählen neben dem berechtigten Vertrauen in die Genossenschaft vor allem die demokratischen, sozialen und persönlichen Elemente sowie die Einsparung von Transaktionskosten, die durch die häufig wiederkehrenden und dauerhaften Transaktionen erreicht werden kann. Auch die Möglichkeiten der Genossenschaftsmitglieder zur Absicherung ihrer faktorspezifischen Quasirenten sollen deutlich herausgearbeitet werden. Unter Quasirente versteht man die Ertragsdifferenz zwischen der aktuellen und der zweitbesten Verwendungsmöglichkeit eines Produktionsfaktors. Diese spielt bei den selbständigen Lebensmitteleinzelhändlern eine große Rolle, denn außerhalb der genossenschaftlichen Verbundgruppen gibt es kaum noch eine Möglichkeit zur Selbständigkeit in dieser Branche. Genossenschaften bieten hier besondere Vorteile zur Absicherung der Quasirente. Im Mittelpunkt des Projekts steht der institutionelle Wandel des genossenschaftlichen Entwicklungspfades, den die EDEKA bei ihrer Gründung eingeschlagen hat. Es wird in einer dynamischen Analyse untersucht, wie sich die wechselnden Rahmenbedingungen auf die gewählte Organisationsform auswirkten und welche Anpassungen stattgefunden haben. Der Wandel findet dabei immer unter Beibehaltung der grundlegenden Idee des Pfades statt. Die EDEKA hat sich bei allen Anpassungen immer an der genossenschaftlichen Idee orientiert. Alle Anpassungen waren somit nur unter Beibehaltung dieser Grundidee möglich und konnten nur schrittweise erfolgen. Vor allem der seit den sechziger Jahren in der Lebensmittelbranche herrschende Konzentrationsprozess spielt hier eine entscheidende Rolle. Es stellt sich die Frage, ob die genossenschaftliche Organisationsform dem Wettbewerb mit zentral organisierten Filialbetrieben gewachsen ist. Hier bestanden und bestehen für die EDEKA Gruppe besondere Herausforderungen. Vor allem die ständige Vergrößerung der Verkaufsflächen und das Verschwinden kleinerer Geschäfte stellen einen wesentlichen Umbau der Gruppe dar. Hier stellt sich im Besonderen die Frage, ob die genossenschaftliche Organisationsform heute und in Zukunft für die EDEKA Gruppe noch geeignet ist. Das Projekt endet in diesem Jahr.