Risk Governance für Genossenschaftsbanken


Projektstatus abgeschlossen
Projektzeitraum 04.05.2009- 31.05.2012
Schlüsselwörter Risk Governance, Genossenschaftsbanken, Genossenschaftliche FinanzGruppe, Risiko

Zu den Kernkompetenzen von Banken gehört traditionell die Übernahme von Risiken. Auch für Genossenschaftsbanken ist die Risikohandhabung Grundlage ihrer unternehmerischen Tätigkeit und folglich eine wesentliche Determinante für nachhaltigen Erfolg und Stabilität. Die operative Handhabung von Risiken obliegt dabei in der Praxis einer Vielzahl von Akteuren mit potenziell divergierenden Interessen. Formuliert aus einer ganzheitlichen und übergeordneten Perspektive berechtigter Akteure beschreibt die Risk Governance ein System von Institutionen, die risikorelevante Erwartungen, Entscheidungen und Handlungen von Wirtschaftssubjekten sowie daraus folgende Resultate nicht situativ organisieren und koordinieren. Zu unterscheiden ist zwischen Makro- und Mikro-Risk-Governance. Unter Makro-Risk-Governance sind solche Rahmenbedingungen zu verstehen, die sich aus geltenden Gesetzen und aufsichtsrechtlichen Anforderungen ergeben (KWG, MaRisk etc.). Die Mikro-Risk-Governance beinhaltet zum einen die Gewährleistung der Entsprechung mit der Makro-Risk-Governance bei den Wirtschaftssubjekten und zum anderen die Definition individueller Führungsschienen bei der Risikohandhabung, die nicht durch Vorgaben auf der Makroebene veranlasst sind bzw. darüber hinausgehen. Eine Systematisierung der Mikro-Risk-Governance erfolgt mit Blick auf das institutionelle Regime der jeweiligen Organisation. So lassen sich die Corporate Risk Governance in Hierarchien und die Cooperative Risk Governance für Kooperationen unterscheiden. Jene sind jeweils als Teilmengen der Corporate bzw. der Cooperative Governance aufzufassen. Die Ebene der Mikro-Risk-Governance bietet den verantwortlichen Akteuren der Genossenschaftsbanken die Möglichkeit, ihren individuellen Gegebenheiten Rechnung zu tragen und so höchstmögliche Effizienz bei der Umsetzung bzw. Beachtung der Makro-Risk-Governance sowie bei der Definition und Implementierung zusätzlicher Mikro-Risk-Governance-Elemente sicherzustellen.
Ziel des Forschungsprojektes ist es, aus dem Blickwinkel einer Genossenschaftsbank, zu erforschen, welchen Ansprüchen eine effektive und effiziente Mikro-Risk-Governance genügen muss und wie ihre konkrete Ausgestaltung in der Praxis erfolgen kann. Zu diesem Zwecke ist der Status quo der relevanten Risk Governance für Genossenschaftsbanken zu erheben, zu bewerten und bezüglich offener Potenziale sowie notwendiger Modifikationen und Ergänzungen zu analysieren.