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Beziehungen und Ressourcenflüsse in der ländlichen Gesellschaft: Soziale Netzwerke in Westfalen im 19. Jahrhundert

DFG-Projekt

In diesem Projekt werden soziale Netzwerke in der ländlichen Gesellschaft des 19. Jahrhunderts untersucht. Angestrebt wird eine soziale Netzwerkanalyse mithilfe formal-statistischer Methoden, wie sie bisher vor allem aus den Nachbardisziplinen (Soziologie, Ethnologie) bekannt ist. Die Analyse basiert auf der zusammenführenden Auswertung von mehreren Quellen (Kirchenbüchern, Grundakten etc.) zu Personen und Transaktionen von Boden und Kredit. Die dort verfügbaren Informationen werden mithilfe relationaler Datenbanken erfasst, um so unter anderem zu empirisch fundierten Aussagen zur Struktur ländlicher Gesellschaften kommen zu können.

Unter sozialen Netzwerken werden hier persönliche Beziehungen, die durch Mobilisierung von Ressourcenflüssen alltagspraktische Bedeutung erlangen, verstanden. Das Projekt fragt für einen ländlichen Kontext des 19. Jahrhunderts erstens, wie Netzwerke persönlicher Beziehungen, konkret Verwandtschaft, Patenschaft, Nachbarschaft sowie instrumentelle Freundschaft (v.a. Patron-Klient-Beziehungen) von Akteuren selbst konstruiert wurden. Zweitens wird untersucht, wie diese persönlichen Beziehungen genutzt wurden, um an für das Funktionieren bäuerlicher Betriebe kritische Ressourcen zu gelangen, konkret an Kredite sowie an die Gewährleistung von Rechts- und Kontraktsicherheit mithilfe von Zeugen- und Vormundschaft. Weiter soll der Effekt unterschiedlicher Agrar- und Sozialstrukturen sowie des Wandels von Agrarverfassung und Nutzungssystem auf soziale Netzwerke und Ressourcenflüsse analysiert werden.

Diese Problemstellungen sollen anhand von Mikrostudien zu zwei Gemeinden Westfalens in den mittleren Jahrzehnten des 19. Jahrhunderts behandelt werden. In diesem Zusammenhang sind auch Ergebnisse zu den Folgen des institutionellen Wandels des Agrarsektors und zur Transformation ländlicher Gesellschaft von einer vertikal orientierten Struktur zu einer ‚Klassengesellschaft‘ zu erwarten.

Abschlussbericht für die DFG, Juli 2009 (pdf)

Bericht über das Projekt im Newsletter des Arbeitskreises für Agrargeschichte (pdf)

Ansprechpartner:
Christine Fertig, M.A. / Johannes Bracht, M.A.
c/o Lehrstuhl Prof. Dr. U. Pfister
Domplatz 20-22
48143 Münster


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