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DFG-finanziertes Projekt "How to Reduce the Investment Dilemma? - A Theoretical and Empirical Analysis of International Electricity Market Designs"

Verursacht durch fehlende Anreize für Investitionen in Infrastruktur- und Kraftwerkskapazitäten kann es in den kommenden Jahren im deutschen und anderen liberalisierten Elektrizitätsmärken zu Versorgungsengpässen bzw. enormen Preissteigerungen kommen. Die mangelnden Investitionsanreize resultieren zum einen daraus, dass sich die Strompreise im Wesentlichen an den kurzfristigen Grenzkosten des marginalen Kraftwerkes orientieren und zum anderen aus eingeschränkter Verfügbarkeit bzw. deutlich gestiegenen Preisen von Kraftwerkskomponenten. Werden zusätzlich regulatorische Unsicherheiten berücksichtigt werden notwendige Kapazitäts- und Infrastrukturinvestitionen unterbleiben oder zu spät erfolgen, da die Preissignale die langfristige Knappheitskonstellation nicht (rechtzeitig) anzeigen.

In dem vom Lehrstuhl für Volkswirtschaftstheorie bearbeiteten DFG-Projekt sollen Lösungen für ein solches Investitionsdilemma gefunden werden.

Forschungskolloquium IDEM (=The Investment Dilemma in Electricity Markets)

Veröffentlichungen:

  • Büdenbender, Janssen, Wobben (2009), Versorgungssicherheit auf Elektrizitätsmärkten - Investitionsdilemma durch ineffizientes Marktdesign?, erscheint in: Zeitschrift für Energiewirtschaft 1/2009.
  • Janssen, Wobben (2009), Electricity Pricing and Market Power - Evidence from Germany, forthcoming in: Europeans Transactions on Electrical Power, Special Issue on Power Economics.
  • Janssen, Wobben (2008), Preisbildung auf den Märkten für Elektrizität und Erdgas - Rückblick 2007 und Ausblick, Energiewirtschaftliche Tagesfragen, November 2008, 42-49.
  • Janssen, Ströbele, Wobben (2007), Electricity pricing subject to a CO2-emissions trading scheme, Zeitschrift für Energiewirtschaft 3/2007, 171-181, working paper version.

Allgemeine Energiewirtschaft und Energiepolitik

Die Energiewirtschaft war über mehrere Jahrzehnte in wichtigen Teilbereichen ein Ausnahmebereich: Sonderregelungen im GWB und eigene Regelungen im Energiewirtschaftsgesetz schufen eigenständige Bedingungen für die leitungsgebundene Energiewirtschaft, während andere Bereiche wie die deutsche Steinkohle durch staatliche Schutzpolitik vor internationalem Wettbewerbsdruck geschützt wurden. Seit der Novellierung des Energiewirtschaftsgesetzes im April 1998 und der Umsetzung von EU-Richtlinien (Strom und Erdgas) herrschen völlig neue Marktbedingungen in Deutschland. Am Lehrstuhl wird laufend analysiert, - wie sich die Märkte vor allem für Erdgas und Mineralöl verändern, - wie sich die Netzzugangsbedingungen zu Strom- und Erdgasnetzen entwickeln, - welche Auswirkungen energiepolitische Rahmenbedingungen auf verschiedene Akteure in den - Energiemärkten haben, - wie sich die nationale Energieversorgung in den europäischen bzw. globalen Kontext einordnet.

Beteiligte Wissenschaftler: Prof. Dr. Wolfgang Ströbele

Veröffentlichungen:

  • Blank, J. E., Smajgl, A. (1998): Folgen irakischer Ölexporte auf die Ölpreisentwicklung. Volkswirtschaftliche Diskussionsbeiträge, Nr. 261, Münster. I.Hensing,
  • W.Pfaffenberger, W.Ströbele, Energiewirtschaft, Oldenbourg-Verlag, München, 1998.
  • W.Ströbele: Handelbare Zertifikate für natürliche Ressourcen ?, Zeitschrift für Angewandte Umweltforschung, Sonderheft 9/1998, S. 182 - 193.
  • W. Ströbele: Mehr Wettbewerb auf dem deutschen Erdgasmarkt? Zur Übertragbarkeit US-amerikanischer und britischer Erfahrungen, in: M.Erlei, M.Leschke, D.Sauerland, E.Schulz (Hrsg.), Beiträge zur angewandten Wirtschaftstheorie: Manfred Borchert zum 60. Geburtstag, Regensburg, 1999, S. 150 - 177.
  • W. Ströbele: Zugangsregelung und Durchleitungsentgelte für den Erdgastransport, Energiewirtschaftliche Tagesfragen, 49. Jg., 1999, Heft 6, S. 516 - 522.

Emissionshandel und dessen Auswirkungen auf Energiemärkte

Ein Handelssystem für Emissionszertifikate kann ein marktwirtschaftliches Instrument zur Reduktion des anthropogenen Ausstoßes von Schadstoffen (z.B. CO2) darstellen. Effektivität, Effizienz und Nebenwirkungen eines Emissionshandelssystems hängen allerdings stark von der konkreten Ausgestaltung der Rahmenbedingungen wie z.B. der Zertifikatsanzahl, dem Allokationsmechanismus, der Liquidität der Märkte etc. ab. Am Lehrstuhl werden seit der Veröffentlichung des ersten EU-Grünbuchs (2000) zu der anstehenden Einführung eines CO2-Emissionshandels dessen potenzielles Marktdesign sowie dessen Auswirkungen kontinuierlich untersucht. Seit Einführung des EU-Emissionshandelssystems für CO2 im Jahr 2005 stehen die Auswirkungen des Systems auf die europäischen Strommärkte im Fokus der Untersuchungen.


Veröffentlichungen:

  • Janssen, Ströbele, Wobben (2007): Electricity pricing subject to a CO2-emissions trading scheme, Zeitschrift für Energiewirtschaft, Heft 3/2007, S.171-181.
  • Reckow (2007), Strategien Russlands auf dem Erdgas- und Klimaschutzzertifikatemarkt, Münster.
  • Ströbele (2005), Erfahrungen mit dem EU-Emissionshandelssystem für CO2-Zertifikate - ein Zwischenstand; Zeitschrift für Energiewirtschaft, Band 29, Heft 4, S. 271 - 278.
  • Ströbele (2005), Klimapolitik: Kyoto-Protokoll und Emissionshandel für CO2-Zertifikate in der EU, Perspektiven der Wirtschaftspolitik, Band 6, Heft 4, S. 325 - 346.
  • Reckow (2004), Die Veränderung der Investitionsanreize für den Kraftwerksbau in Deutschland: Überlegungen auf der Grundlage des Nationalen Allokationsplanes, Zeitschrift für Energiewirtschaft, Heft 4/2004, S. 263 - 270.
  • Ströbele (2004), Emissionshandel für CO2-Zertifikate in der EU - Marktdesign und Kompatibilität mit Kyoto-Spielregeln?, in: G.Milbradt, I.Deubel (Hrsg.), Ordnungspolitische Beiträge zur Finanz- und Wirtschaftspolitik, Duncker & Humblot, Berlin, S. 185 - 202.
  • Ströbele, Meyer (2001), Ökonomische und institutionelle Beurteilung des Zertifikathandels in der Europäischen Union; in: H.-W.Rengeling (Hrsg.), Klimaschutz durch Emissionshandel, Schriften zum deutschen und europäischen Umweltrecht, Band 26, Carl Heymanns Verlag, Köln u.a., S. 57 - 93.

Ökonomik regenerativer Ressourcen

Die ökonomische Analyse der Nutzung ökologischer Systeme, insbesondere der Fischerei und Forstwirtschaft, versucht, ausgehend von Erkenntnissen der theoretischen Ökologie, theoretische Grundlagen für das (möglichst optimale) Management dieser Systeme zu entwickeln, welche die dauerhafte Nutzung der Ressourcen ohne deren Existenzgefährdung und unter den Bedingungen eines effizienten Einsatzes ökonomischer Inputfaktoren ermöglichen. Gegenstand der Analyse ist neben den grundlegenden bioökonomischen Zusammenhängen, u.a. die Auswirkung verschiedener eigentumsrechtlicher Regelungen und staatliche Eingriffsmöglichkeiten zur Beseitigung bzw. Vorbeugung ökologischer wie auch ökonomischer Probleme, die bei der Ressourcennutzung auftreten können.

Veröffentlichungen:

  • Wacker, H. (1999): Nicht-walrasianische Konjunkturtheorie und Räuber-Beute-Interaktion - Das Goodwin-Modell,Volkswirtschaftliche Diskussionsbeiträge, Nr. 295, Münster.
  • Wacker, H. (1999): Optimal Harvesting of Mutualistic Ecological Systems, Resource and Energy Economics, Bd. 21, Heft 1/1999, S.89-102.
  • Wacker, H. (1999): Monopolistic Harvesting of a Two-Species system, Volkswirtschaftliche Diskussionsbeiträge,  Nr. 290, Münster.
  • Ströbele, W., Wacker, H. (1999): Umweltökonomische Bestandsaufnahme einer Biodiversitätspolitik, Gutachten im Auftrag desWissenschaftlichen Beirats der Bundesregierung Globale Umweltveränderungen (WBGU).
  • Wacker, H. (1999): Optimal Economic Growth and the Harvesting of an Ecologically Interdependent Two-Species System, Volkswirtschaftliche Diskussionsbeiträge, Nr. 284, Münster.
  • Wacker, H., Henrichs, R. (1999): Tropenwaldnutzung und Klimaveränderung - Ein ökonomisches Modell mit Bestandsexternalitäten, Volkswirtschaftliche Diskussionsbeiträge, Nr. 276, Münster.
  • Wacker, H., Blank, J. E. (1999): Ressourcenökonomik Band II: Einführung in die Theorie erschöpfbarer natürlicher Ressourcen, München: Oldenbourg.
  • Hagen, O. v. d., Wacker, H. (1999): Stock Externality versus Symbiosis in a Forest-Air System, Volkswirtschaftliche Diskussionsbeiträge, Nr. 277, Münster.
  • Wacker, H., Blank, J. E. (1998): Ressourcenökonomik Band I: Einführung in die Theorie regenerativer natürlicher Ressourcen, München: Oldenbourg.
  • Wacker, H. (1997): Ökonomische Nutzung von ökologischen Konkurrenzsystemen in verschiedenen Marktformen, in: Schweizerische Zeitschrift für Volkswirtschaft und Statistik, Bd. 133, H. 4, S. 655 - 672.
  • Wacker, H. (1998): Zur Ökonomik der Nutzung komplexer Nahrungsnetze, Jahrbuch für Wirtschaftswissenschaften, Bd. 49, Heft 1/1998, S.79-92.

Nachhaltige Nutzung natürlicher Ressourcen

Seit der Konferenz der Vereinten Nationen für Umwelt und Entwicklung vom Juli 1992 in Rio de Janeiro ist der Begriff der Nachhaltigkeit bzw. Sustainability populär. Nachhaltigkeit in der Ressourcennutzung kennzeichnet Nutzungskalküle, die die Regenerationsfähigkeit eines ökologischen Systems und die ökonomische Nutzung desselben dergestalt in Einklang bringen, daß die Nutzung auf dauerhafter Basis möglich wird. Dabei ist die inhaltliche Ausgestaltung des Begriffs der Nachhaltigkeit durchaus Gegenstand kontroverser Diskussion. Der theoretische Stand der Ökonomik natürlicher Ressourcen wie auch der Umweltökonomik wird in diesem Forschungsschwerpunkt erweitert um Fragestellungen, die mit Nachhaltigkeit unter verschiedenen inhaltlichen Ausprägungen befaßt sind.

Veröffentlichungen

  • Blank, J. E. und H. Clausen (2001): Hauptstichwort "Sustainable Development", in: W. F. Schulz et al. (Hrsg.): Lexikon Nachhaltiges Wirtschaften. Reihe Lehr- und Handbuch der ökologischen Unternehmensführung und Umweltökonomie. München: Oldenbourg, S. 374-385
  • Henrichs, R./Wacker, H. (1999): Tropenwaldnutzung und Klimaveränderung - Ein ökonomisches Modell mit Bestandsexternalitäten, Volkswirtschaftliche Diskussionsbeiträge, Nr. 276, Münster.
  • Ströbele, W., Wacker, H. (1999): Umweltökonomische Bestandsaufnahme einer Biodiversitätspolitik, Gutachten im Auftrag des Wissenschaftlichen Beirats der Bundesregierung Globale Umweltveränderungen (WBGU).
  • Wacker, H. (1998): Zur Ökonomik der Nutzung komplexer Nahrungsnetze, in: Jahrbuch für Wirtschaftswissenschaften, Bd. 49, H. 1, S. 79 - 92.
  • Blank, J. (1999): Sustainable Use and Conservation of Marine Living Resources. Volkswirtschaftliche Diskussionsbeiträge, Nr. 279, Münster.
  • Ströbele, W.: Energiepreise und Ressourcenschutz, erscheint in Zeitschrift für Angewandte Umweltforschung, Jahrgang 13, Heft 3, 2000, S. 31 - 49.

Neuordnung im Bereich leitungsgebundener Energieträger

Die Neuordnung der Wettbewerbsbedingungen für leitungsgebundene Energieträger (vor allem relevant für Strom und Erdgas) verlangt nach gründlicher Analyse der konkreten Ausgestaltungen und deren Konsequenzen. Während bei Elektrizität mit der sogenannten Verbändevereinbarung II wichtige Schritte gegangen wurden, stehen im Erdgasmarkt seit dem 10.8.2000 die konkreten Umsetzungen von EU-Richtlinie und neuem Energiewirtschaftsgesetz noch bevor. Die Verbändevereinbarung (VV I Erdgas) vom Juli 2000 stellt erste Weichen, wird aber in einigen Punkten noch weiter entwickelt. Hier sind beispielsweise die Erfahrungen aus den USA oder Großbritannien und deren Übertragbarkeit auf Deutschland zu überprüfen. Dabei sind kartellrechtliche Dimensionen wie die Doktrin der "wesentlichen Einrichtung" genauso angesprochen, wie die Theorie der Netze mit den konkreten Anwendungen auf Strom - und Erdgasnetze.

Beteiligte Wissenschaftler: Prof. Dr. Wolfgang Ströbele

Veröffentlichungen:

  • W. Ströbele: Mehr Wettbewerb auf dem deutschen Erdgasmarkt? Zur Übertragbarkeit US-amerikanischer und britischer Erfahrungen, in: M.Erlei, M.Leschke, D.Sauerland, E.Schulz (Hrsg.), Beiträge zur angewandten Wirtschaftstheorie: Manfred Borchert zum 60. Geburtstag, Regensburg, 1999, S. 150 - 177.
  • W. Ströbele: Zugangsregelung und Durchleitungsentgelte für den Erdgastransport, Energiewirtschaftliche Tagesfragen, 49. Jg., 1999, Heft 6, S. 389 - 396.
  • W. Ströbele, S. Flakowski: "Erdgasdurchleitung auf der überregionalen Ferngasstufe: Internationaler Vergleichsmarkt", Gutachten zur Verbändevereinbarung Erdgas, Münster 2001.

Energiewirtschaftliche Modellierung

Die Analyse von Energiemodellen und die Entwicklung eigener Energiemodelle trägt zum Erkenntnisgewinn von volkswirtschaftlichen Nutzen und Kosten verschiedener umwelt- und energiepolitischer Strategien bei. Durch Kooperation mit Prof. Dr. Pfaffenberger (Bremer Energie-Institut und Universität Oldenburg) sowie mit der Energieabteilung des Rheinisch-Westfälischen Instituts für Wirtschaftsforschung ist ein Bündel mehrerer Modelle verfügbar. Der Lehrstuhl hat mehrere international wichtige Energiemodelle (wie etwa das Modell GREEN der OECD) auf dem Rechner verfügbar und entwickelt eigene Modelle, um etwa Aussagen zur Klimaschutzpolitik ableiten zu können. Inzwischen findet regelmäßig eine Summer-School zur Modellierung mit GAMS statt, wobei die Energiemodellierung ein wichtiger Schwerpunkt ist. (siehe Arbeitsbereich I).

Beteiligte Wissenschaftler: Prof. Dr. Wolfgang Ströbele

Veröffentlichungen:

  • S. Flakowski: Dynamic Nonlinear Programs as Mixed Complementarity Problems (MCP) in GAMS - An Application on Models of Exhaustible Resource Markets, Volkswirtschaftlicher Diskussionsbeitrag, Münster, forthcoming 2002.
  • S. Flakowski: Ressourcenökonomische Modelle und ihre Darstellung als gemischte Komplementärprobleme (MCP) in GAMS, Volkswirtschaftlicher Diskussionsbeitrag Nr. 336, Münster, 2002.
  • W. Kuckhinrichs, W. Pfaffenberger, W.Ströbele: Das Makroökonomische Informationssystem (MIS), in: P.Markewitz u.a. (Hrsg.), Modelle für die Analyse energiebedingter Klimagasreduktionsstrategien, Schriften des Forschungszentrum Jülich, Reihe Umwelt, Band 7, 1998, S. 9 - 55.

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