Stadtgeschichte

Münster ist heute Studentenstadt, Touristenstadt und lebenswerteste Stadt. Und sie war schon Residenzstadt, Stadt des Westfälischen Friedens und Reichsstadt der Wiedertäufer. Herzlich Willkommen in Münster, wir laden Sie zu einem Streifzug durch die Stadtgeschichte ein!

Stadtgründung im 9. Jahrhundert

793 n. Chr. beauftragt Karl d. Gr. den friesischen Adligen und Geistlichen Liudger mit der Missionierung im Münsterland und in Friesland. Liudger gründet bei Mimigernaford ein Kloster (lateinisch: Monasterium) als Ausgangspunkt seiner Missionstätigkeit. Dieses gab der Stadt seinen Namen. 805 wird Münster zum Bistum erhoben. Der erste Dom ist 850 fertig gestellt.

Aufstieg zum politischen und wirtschaftlichen Zentrum Westfalens

1170 wird der Stadt das Stadtrecht verliehen. Nur wenige Jahre später, nach Sturz des Sachsenherzogs Heinrich dem Löwen, wird Münster zum Fürstbistum. Ab dem 14. Jahrhundert wird Münster zu einem einflussreichen Mitglied der Hanse. Der Prinzipalmarkt, das um 1350 errichtete Rathaus und die Marktkirche St. Lamberti zeugen heute noch vom wirtschaftlichen und politischen Aufschwung dieser Zeit.

Das Wiedertäuferreich (1533/34)

Ab 1530 erhält die Reformation Einzug in die Stadt. 1534 breitet sich die Täuferbewegung in der Stadt aus. Diese beginnt im Frühjahr mit einer Massentaufe bei Erwachsenen. Taufunwillige müssen die Stadt verlassen. Die Täufer unter der Führung von Jan Mathys und Jan van Leiden errichten ein von Terror begleitetes Reich. Am 24. Juni 1535 erstürmen die Landsknechte des Bischofs und seine Verbündeten die Stadt und richten ein Blutbad an. Die Anführer des Täuferreichs, Jan van Leiden, Bernd Knipperdollinck und Bernd Krechting werden exekutiert, ihre Leichname in schmiedeeisernen Körben am Turm der Lambertikirche zur Schau gestellt. Noch heute überblicken diese Körbe den Prinzipalmarkt.

Stadt des Westfälischen Friedens (1648)

Im Dreißigjährigen Krieg bleibt Münster aufgrund seiner starken Befestigung von Kriegshandlungen verschont. 1641 wird die Stadt neutrale Kongressstadt: Ab 1643/44 verhandeln hier die Vertreter der kriegführenden Mächte über einen Friedensvertrag. Fünf Jahre dauern die Verhandlungen. 1648 endet der Krieg durch den in Münster und Osnabrück geschlossenen Westfälischen Frieden. Am 15. Mai wird in der Ratskammer des Rathauses, dem heutigen Friedenssaal, der spanisch-niederländische Frieden feierlich beschworen. Geschlossen am 30. Januar war dies die „Geburtsstunde“ der Niederlande.

Münster im Deutschen Reich

In den 1870er Jahren tobt der „Kulturkampf“, die Auseinandersetzung zwischen liberalem Staat und der katholischen Kirche waren in Münster besonders heftig. Bischof Johann Bernhard Brinkmann muss in die Niederlande fliehen. Seine Rückkehr aus dem Exil im Jahre 1884 feiern die Münsteraner als Triumph. 1875 gründet Hermann Landois den Westfälischen Zoologischen Garten, den ersten Tierpark Westfalens. Kaiser Wilhelm II. stiftet 1902 die Universität Münster und erfüllt damit einen lang gehegten Wunsch der Stadt. 1907, anlässlich seines Besuchs in Münster, gibt der Kaiser der Universität den Namen „Westfälische Wilhelms-Universität“, den sie bis heute trägt. Heute ist die Universität Münster eine der größten Deutschlands.

NS-Zeit in Münster

Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten wird Münster Sitz des NSDAP-Gaues Westfalen-Nord. Nach antisemitischen Aktionen schon seit 1933, brennen Nationalsozialisten 1938 die Synagoge an der Klosterstraße nieder, misshandeln jüdische Mitbürger und demolieren ihre Wohnungen und Geschäfte. Berühmt wurde die Stadt durch Bischof  Clemens August von Galen, der hier im Sommer 1941 seine weltbekannt gewordenen Predigten gegen Klosterenteignungen und das Euthanasieprogramm hält. Die Nationalsozialisten wagen es nicht, gegen den „Löwen von Münster“ vorzugehen. Ab 1940 ist Münster immer wieder Ziel von Bombenangriffen. Als am 2. April britische und amerikanische Truppen die Stadt besetzen, gehört die Stadt zu den am schwersten getroffenen Großstädten.

Wiederaufbau und Geschichte nach 1945

Im Gegensatz zu vielen anderen Städten entscheiden sich die Münsteraner für einen Wiederaufbau in den traditionellen Maßstäben und in einem dem zerstörten Münster nachempfundenen Stil. Stadt, Land und Universität realisieren Schritt für Schritt den Bau von Universitätsanlagen. So entstehen in den 1970er und 1980er Jahren unter anderem das Naturwissenschaftliche Zentrum und das Großklinikum. Mit dem Ende des Ost-West-Konflikts wird das Rathaus noch einmal zum Schauplatz internationaler Politik: 1990 treffen sich hier der Außenminister der UdSSR Eduard Schewardnase und der deutsche Außenminister Hans-Dietrich Genscher zur Vorbereitung der „Zwei-plus-Vier-Treffen“. 1992 treffen hier die Wirtschaftsminister der G-7-Staaten erstmals mit ihren Kollegen aus den osteuropäischen Republiken zusammen.

Quelle: www.muenster.de sowie eigene Texte