Geschichte der WWU

Die Geschichte der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster

Bereits 1588 wurde in Münster ein Jesuitenkolleg errichtet, das zu Beginn des 17. Jahrhunderts philosophisch-theologische Vorlesungen anbot und damit die Grundlagen für die Errichtung einer Universität legte.

1780 wurde erstmals auf Bestreben von Franz Freiherr von Fürstenberg eine Universität in Münster gegründet. Diese wurde jedoch schon 1818 wieder zugunsten der neuen Universität in Bonn aufgeschlossen und in eine „Höhere Lehranstalt“ umgewandelt.

Erst 1902 erhebt Kaiser Wilhelm II. am 1. Juli die Akademie wieder in den Stand einer Universität. 1907 wird der Universität die Bezeichnung „Westfälische Wilhelms-Universität“ verliehen. In Folgejahr wird per Erlass auch Frauen das Studium zugänglich gemacht. 1914 wird die Universität um eine Evangelisch-Theologische und 1925 um eine Medizinische Fakultät erweitert.

Mit der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten wird die Akademische Selbstverwaltung nach und nach eingeschränkt. Die Zulassung der Studierenden wird beschränkt, der Senat entmachtet. Jüdische und politisch missliebige Studierende und Lehrende werden aus der Universität gedrängt und verfolgt. Einige, wie der Pharmakologe Prof. Dr. Hermann Freund, werden im KZ umgebracht. Die Universität Münster wird wie alle deutschen Universitäten „gleichgeschaltet“. Zumindest Teile von Forschung und Lehre unterliegen der NS-Ideologie oder biedern sich dieser an.

Durch die massiven Bombenangriffe auf Münster werden auch zahlreiche Universitätsgebäude zerstört und der Universitätsbetrieb wird im Wintersemester 1944/45 eingestellt. Am 3. November wird die Universität Münster mit einem Festakt in der Stadthalle feierlich wiedereröffnet. In den darauffolgenden Monaten nehmen die Fakultäten nach und nach ihre Arbeit wieder auf. Sowohl Lehrende als auch Bewerber um einen Studienplatz müssen sich einem Entnazifizierungsverfahren unterziehen. Viele Studierende müssen Aufbaudienst leisten, bevor sie das Studium aufnehmen können.

1954 wird das wiederhergestellte Schloss als neues Hauptgebäude der Universität eingeweiht. In den nächsten Jahren beginnt eine Phase der regen Bautätigkeit. Ab 1956 werden nach und nach das Naturwissenschaftliche Zentrum am Coesfelder Kreuz, das Hörsaalgebäude am Schlossplatz, die Gebäude der Wirtschaftswissenschaften und der Katholisch-Theologischen Fakultät, die Mensa und verschiedene Studentenwohnheime gebaut.

Damit einher geht ein rasanter Anstieg der Studierenden. Im WS 1960/61 übersteigt die Zahl der Studierenden erstmals die 10.000-Marke. 10 Jahre später sind es mehr als 20.000 Studierende. Damit wird die Universität Münster zu einer Massenuniversität. Mitte der 1960er Jahre wird die Bautätigkeit nochmals verstärkt mit einem Ausbau der Medizinischen Einrichtungen, des Naturwissenschaftlichen Zentrums und dem Neubau der Universitätsbibliothek. Hinzu kommen diverse Versorgungsbauten.

Heute ist Münster mit über 42.000 Studierenden, 4.400 wissenschaftlichen Mitarbeitern und 548 Professuren eine der größten und angesehensten Universitäten Deutschlands. Unter anderem in den Exzellenzclustern „Religion und Politik“ und „Cells in Motion“ wird hier Spitzenforschung betrieben.

Quelle: Universität Münster und eigene Texte