wissen.leben | WWU Münster 


Das Modul Umweltökonomik

Warum soll man sich mit Umweltökonomik beschäftigen?

Fragen einer nationalen und globalen Umweltpolitik spielen im aktuellen Tagesgeschehen eine bedeutende Rolle, so z.B. bei der Debatte um die Ökosteuer oder bei der Diskussion über eine weltweite Klimapolitik. Eine umweltökonomische Ausbildung hilft dabei, wesentliche Argumente, die diese öffentliche Debatte beherrschen, identifizieren und einzuordnen zu können. Zudem erlaubt eine Ausbildung im Bereich Umweltökonomik, kritisch zu diesen Argumenten Stellung zu nehmen und eigenständige Diskussionsbeiträge erarbeiten zu können.

Die Veranstaltungen zur Umweltökonomik und Umweltpolitik dienen der Vermittlung dieser Fähigkeiten. Sie zeigen die grundlegenden Probleme auf und liefern Lösungsmöglichkeiten für die (betriebliche und) gesellschaftliche Umweltpolitik: Umweltprobleme stellen sich aus ökonomischer Sicht als Situationen dar, in denen Fehlanreize zu einer kollektiven Selbstschädigung führen. Aufgrund des aktuellen Regelungsrahmens bestehen für die beteiligten Akteure - u.U. trotz gegenteiligem Interesse - vielfach keine Anreize, sich für den Umweltschutz einzusetzen. Diese Dilemmastrukturen werden aufgezeigt und genau analysiert. Dabei wird in den Veranstaltungen großer Wert auf die Zusammenführung ökonomischer, juristischer und naturwissenschaftlicher Erkenntnisse gelegt.


Das Modul Umweltökonomik im VWL Bachelor of Science

1. Aufbau:

Das Modul Umweltökonomik besteht aus zwei Veranstaltungen und insgesamt 6 CP. Die Vorlesungen Grundlagen der Umweltökonomik und Ausgewählte Probleme der Umweltökonomik werden von Prof. Dr. K.-H. Hartwig vom Institut für Verkehrs- wissenschaft bzw. Prof. Dr. C. Müller vom Institut für Ökonomische Bildung durchgeführt.

2. Inhalt der Veranstaltungen:

I) Grundlagen der Umweltökonomik (Vorlesung im SoSe, 4.-6. Fachsemester, 3 Credits)

  • Theoretische Grundlagen der Umweltökonomik: Umweltprobleme als externe Effekte und Theorie sozialer Dilemmata.
  • Die Internalisierung externer Effekte als Ausweg aus der Umweltproblematik: Pigou-Steuer (Preis-Standard-Ansatz), Coase-Theorem, Auflagen, Abgaben, Zertifikate, Selbstverpflichtung und Haftung.
  • Therapievorschläge zur Lösung der Umweltprobleme basierend auf dem Vergleich der alternativen Instrumente: Ökologische Effizienz, Kosteneffizienz und Innovationseffizienz.
  • Sonderprobleme: Allmendeforschung, Internationale Verhandlungen und Kosten-Nutzen-Analyse

II) Ausgewählte Probleme der Umweltökonomik (Vorlesung im SoSe, 4.-6. Fachsemester, 3 Credits)

  • Anforderungen an eine wissenschaftliche Beratung der Umweltpolitik: Umweltprobleme als gesellschaftliche Probleme lassen sich auf politischer Ebene lösen. 
  • Theoretische Alternativen ökonomischer Politikberatung für Umweltprobleme: Wohlfahrtsökonomik, Ökologische Ökonomie und Institutionenökonomik 
  • Anwendungsstudien: Die Zieldiskussion am Beispiel der Klimapolitik und die Mitteldiskussion am Beispiel der Selbstverpflichtung 
  • Prinzipien rationaler Umweltpolitik: Prinzip der nachhaltigen Realisierung wechselseitiger Kooperationsgewinne, Prinzip der anreizkompatiblen Selbststeuerung, Prinzip des institutionalisierten Wettbewerbs 

Durch das erfolgreiche Absolvieren einer Klausur über die Inhalte der Vorlesungen Grundlagen der Umweltökonomik und Ausgewählte Probleme der Umweltökonomik können 6 CP erworben werden.

3. Kontakt:

Für weitere Fragen zum Modul Umweltökonomik stehen Thomas Vieten (Tel. 0251 83-22993) und Patrick Baumgarten (Tel. 0251 83-22904) zur Verfügung. 




Impressum | © Institut für Verkehrswissenschaft