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Regionalentwicklung und Regionalpolitik

Kurzbeschreibungen

Student Relations - Die ökonomische Bedeutung der Studierenden für die Stadt Münster

Bearbeiter: Dr. Raphael Spieker

Auftraggeber: Rektorat der Universität Münster, Münster Marketing, Wirtschaftsförderung Münster GmbH, Amt für Stadt- und Regionalentwicklung, Statistik der Stadt Münster

Hochschulen erfüllen nicht nur die Funktion eines Ausbildungsträgers. Sie sorgen insbesondere in klassischen Hochschulstädten für kulturelle Bereicherung. Jedoch werden sie von der Öffentlichkeit – insbesondere von den Medien – als Kostenfaktor bezeichnet. Ihre Effizienz gelte es bei steigender Qualität der Lehre zu verbessern. Dass in den Hochschulen jedoch auch ein großes ökonomisches Potential für den jeweiligen Standort liegt, wird von der Öffentlichkeit dagegen oft übersehen. Tatsächlich lösen die Ausgaben für das Lehr- und Verwaltungspersonal sowie für die technischen Einrichtungen und Lehrmittel beträchtliche regionale Wohlfahrtseffekte aus. Da derartige Effekte regionalpolitischen Entscheidungsträgern durchaus bekannt sind, fließen sie bei der Gründung von Hochschulen, insbesondere bei ihrer Standortwahl, in die Planungsüberlegungen ein.

Die Untersuchung wurde in drei Schritten durchgeführt. Zunächst galt es, die direkten Effekte der studentischen Nachfrage zu ermitteln und zu analysieren. Dies erfolgte auf Basis einer Online-Befragung unter Studierenden der Universität, der Fachhochschule und der Katholischen Fachhochschule. Den Teilnehmern bot sich neben der rein quantitativen Erfassung ihrer Ausgaben auch die Möglichkeit, das Angebot in Münster zu bewerten und Defizite zu benennen. Außerdem wurden die Ausgaben der Besucher der Studierenden erfragt. Die Prognose der Summe der direkten Ausgaben ergab sich aus einer Hochrechnung der Ergebnisse auf alle Studierenden.

Da die Ausgaben der Studierenden bei den städtischen Kaufleuten wiederum zu Ausgaben für Vorprodukte, Dienstleistungen usw. führen, kommt es zu einem Gesamteffekt, der die direkten Wirkungen übersteigt und somit eine multiplikative Wirkung entfaltet. Daher wurde in einem zweiten Schritt die Höhe der zusätzlichen, indirekten Wirkung mithilfe einer Multiplikatoranalyse ermittelt. Dabei konnte auf eine im Rahmen eines anderen Projektes erstellte, regionale Input-Output-Analyse für Münster zurückgegriffen werden.

Schließlich wurden in einem dritten Schritt die aus den Ausgabeeffekten resultierenden Wirkungen auf den Arbeitsmarkt ermittelt. Dies erfolgte mittels Arbeitsplatzkoeffizienten, die im Rahmen der erwähnten Input-Output-Analyse errechnet worden waren.


Industrie in Münster – Entwicklung und Zukunftsperspektiven

Bearbeiter: Dipl.-Volkswirt Christian Dorenkamp

Auftraggeber: Unternehmensinitiative „Industrie in Münster“

Von den rund 130.000 Beschäftigten in Münster arbeiten nur noch 19% in der Industrie; 1980 sind es noch 25% gewesen. Damit ist der Bedeutungsrückgang der Industrie in den letzten 20 Jahren in Münster weniger dramatisch ausgefallen als in anderen Städten wie etwa Gelsenkirchen, wo der Beschäftigtenanteil des Produzierenden Gewerbes sich seit 1980 von 62% auf 34% nahezu halbiert hat. Dabei ist allerdings das niedrigere Ausgangsniveau in der Dienstleistungsmetropole Münster zu bedenken, das schon zu Beginn der 80er Jahre deutlich unter den Anteilen vergleichbarer Städte lag.

Auch absolut ist die Zahl der Beschäftigten im Produzierenden Gewerbe in Münster in den letzten 20 Jahren um -5,2 % rückläufig gewesen. Das gilt aber nicht für die Industrie im engeren Sinne (ohne Energie- und Wasserversorgung sowie Baugewerbe). In dieser Abgrenzung hat die Zahl der in der Münsteraner Industrie Beschäftigten zwischen 1981 und 2001 um immerhin knapp 6 % zugenommen. Auch die Zahl der Betriebe ist in diesem Zeitraum von 81 auf 94 gestiegen, ihr Umsatz hat sich (nominal) sogar mehr als verdoppelt. Vor diesem Hintergrund beschäftigt sich diese Studie mit den Zukunftsperspektiven der Industrie am Standort Münster. Nach einer umfangreichen Bestandsaufnahme der aktuellen Situation wird analysiert, wie zu einer Weiterentwicklung Münsters als industrieller Standort – nicht zuletzt vor dem Hintergrund der damit verbundenen Beschäftigungsmöglichkeiten – beigetragen werden kann.

Die Untersuchung, an der auch Studierende der Wirtschaftswissenschaften in Münster im Rahmen von Seminaren und Übungen teilnahmen, wurde in Kooperation mit dem Institut für Anlagen und Systemtechnologien und dem Institut für Poilitikwissenschaft durchgeführt und im Oktober 2004 abgeschlossen.

Regionale Effekte von Filmproduktionen im Münsterland 

Bearbeiter: Dipl.-Volksw. Frank Beermann

Das Kurzgutachten befasst sich mit den ökonomischen Effekten für das Münsterland resultierend aus Dreharbeiten in der Region.

Im Rahmen der Untersuchung wird zunächst die Wachstumsdynamik in der Filmwirtschaft analysiert. Die Entwicklung der drei audiovisuellen Teilbereiche Kino, Video und Fernsehen in der jüngsten Vergangenheit ist durch hohe Zuwachsraten geprägt. Insbesondere das Fernsehen, das mit über 80 v. H. den größten Anteil der Filmnachfrage ausmacht, verzeichnete von 1995 bis 1999 die höchsten Wachstumsquoten. Ein Aspekt, der für eine speziell in Nordrhein-Westfalen positive Tendenz des Filmproduktionsvolumens spricht, ist die Tatsache, dass das Land mit rd. 35 v. H. der Gesamtförderausgaben bundesweit die größten Anstrengungen unternimmt, um Filmproduktionen im Lande zu realisieren. Des Weiteren wird im Konzentrationsschwerpunkt Köln ein gewisser Sättigungseffekt beobachtet, der zunehmend für eine Verlagerung von Filmprojekten aus dem Kölner Raum in andere Regionen Nordrhein-Westfalens sorgt.

In dem Gutachten werden die quantitativen und qualitativen regionalwirtschaftlichen Effekte konkret für das Münsterland beleuchtet. Dabei werden zum einen die nicht-filmwirtschaftlichen Produktionskosten, also jene Ausgaben die am Drehort anfallen, unter Berücksichtigung der damit verbundenen multiplikativen Effekte analysiert. Zum anderen werden qualitative Effekte wie touristische Werbewirkung und Image der Region in die Überlegungen aufgenommen.

Des Weiteren werden in dem Gutachten zwei Szenarien entwickelt, mit deren Hilfe die zukünftigen Entwicklungen in den Bereichen Filmproduktionsaufkommen und regionale Effekte für das Münsterland projiziert werden. Den Szenarien zufolge lohnt sich ein Engagement des Münsterlandes in diesem Wirtschaftssektor durchaus.

Projekt


Raumordnung und regionale Wirtschaftsförderung - Konflikte aus ökonomisch-theoretischer und empirischer Sicht

Bearbeiter: Dipl.-Volksw. Dirk Schlotböller, Prof. Dr. Ulrich van Suntum

Die Hauptaufgabe der Raumordnung besteht in der Koordination der verschiedenen Ansprüche an den Raum, zu denen auch das Ziel einer angemessenen wirtschaftlichen Entwicklung zählt. Bei der Abstimmung der verschiedenen Raumfunktionen und der Verteidigung gegen eine Überforderung des Raumes gerät die Raumordnung gleichwohl häufig in Konflikt mit der Ausweisung von Gewerbeflächen. Dabei beklagen Kritiker der einen Seite die Machtlosigkeit der Raumordnung gegenüber wirtschaftlichen Interessen und befürchten eine zunehmende Überforderung des Raumes. Während dessen bemängeln Vertreter der anderen Seite die unzureichenden wirtschaftlichen Entfaltungsmöglichkeiten und sehen die Raumordnung zu sehr dominiert von Umweltschutzzielen. Es drängt sich somit die Frage nach effizienten Lösungsmechanismen für derartige Konflikte auf. Hiermit beschäftigt sich diese Studie des Instituts für Siedlungs- und Wohnungswesen.

Dabei ist auch zu berücksichtigen, dass die regionale Wirtschaftsförderung sich mehr und mehr zu einer Querschnittsaufgabe entwickelt, nicht zuletzt aufgrund der zunehmenden Bedeutung weicher Standortfaktoren. So wächst die Zahl der Schnittstellen zwischen Raumordnung und regionaler Wirtschaftsförderung, und es stellt sich die Frage, wie beide Bereiche voneinander abzugrenzen bzw. zu integrieren sind. Auch auf politischer Ebene ist dies von Relevanz, insbesondere vor dem Hintergrund der Reform der Regionalplanung in Nordrhein-Westfalen, in deren Rahmen seit 01.01.2001 Kompetenzen dezentralisiert und die Bezirksplanungsräte durch Regionalräte ersetzt worden sind.

Da diese Fragestellung für Ökonomen gleichermaßen wie für Juristen interessante Aspekte bietet, ist die Arbeit Teil eines gemeinsamen Projektes des Instituts für Siedlungs- und Wohnungswesen mit dem Zentralinstitut für Raumplanung. Zur empirischen Unterstützung werden Gespräche mit Praktikern innerhalb und außerhalb der Verwaltung ausgewertet, vor allem aus Nordrhein-Westfalen, aber auch aus Ländern mit anderem Ressortzuschnitt bzgl. der Raumordnung.

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Europäische Regionalpolitik zwischen ökonomischer Rationalität und politischer Macht
Eine föderalismustheoretische und politökonomische Analyse

Bearbeiter: Dipl.-Volksw. Carsten Rolle

Die Erweiterung der Europäischen Union um die Reformländer Osteuropas wird auf die Regionalpolitik der Gemeinschaft erheblichen Einfluß haben. Ginge es nach den bisherigen Förderkriterien, die sich vor allem am Pro-Kopf-Einkommen und der regionalen Arbeitslosigkeit orientieren, so müssten alle Beitrittsländer nahezu komplett als Fördergebiete ausgewiesen werden. Dazu dürfte es zwar schon aus Gründen der Finanzierbarkeit kaum kommen. Gleichwohl erscheint ein grundsätzliches Überdenken des Sinns und des Vorgehens der EU-Regionalpolitik, nicht nur angesichts der Erweiterungsprobleme, überfällig.

Die vorliegende Arbeit leistet in mehrfacher Hinsicht einen herausragenden Beitrag. Es wird theoretisch und empirisch herausgearbeitet, dass und warum die bisherige Regionalpolitik der Gemeinschaft aus ihrer ursprünglich eher nebensächlichen, die nationalen Politiken lediglich unterstützenden Rolle zunehmend zu einem stark zentralisierten und volumenmäßig immer umfangreicher gewordenen Bestandteil der EU-Politik geworden ist. Dabei hat sie vielfach die Rolle eines Kompensationsinstrumentes übernommen, mit dessen Hilfe die Zustimmung einzelner Länder zu wichtigen Beschlüssen - etwas hinsichtlich der Erweiterung der EU - erkauft wurde.

Der Verfasser kommt auf der Grundlage seiner sehr gründlichen Analyse zu konkreten Reformvorschlägen für die künftige EU-Regionalpolitik.

Die Arbeit von Herrn Rolle wurde mit dem renommierten August-Lösch-Preis der Stadt Heidenheim für die beste deutschsprachige Forschungsarbeit der Regionalwissenschaften ausgezeichnet.

Veröffentlichung


Zuwanderungen in die Länder der Europäischen Union
Bestimmungsgründe, Folgen und migrationspolitische Implikationen

Bearbeiter: Dipl.-Volksw. Frauke Mester

Unter dem Druck anschwellender internationaler Migrationsströme einerseits und zunehmender Überalterung der eigenen Bevölkerung andererseits ist die Einwanderungspolitik in den westeuropäischen Industriestaaten zum aktuellen Thema geworden. Die Vorstellungen darüber, wie eine Einwanderungspolitik sinnvollerweise zu gestalten ist, gehen indessen weit auseinander. Neben unterschiedlichen politischen Wertmaßstäben beruht dieses darauf, dass über die ökonomischen Bestimmungsgründe und Auswirkungen der Migration weitgehende Unsicherheit herrscht.

Die vorliegende Arbeit setzt an dieser Stelle an und arbeitet den gegenwärtigen Stand der ökonomischen Migrationsforschung auf. Die Darstellung beschränkt sich dabei keineswegs nur auf theoretische Ansätze, sondern wertet auch eine Vielzahl von empirischen Studien zu den entscheidenden Streitfragen aus. Neben der ökonomischen Analyse wird auch ausführlich auf die rechtlichen und politischen Aspekte der Migrationsproblematik in Europa eingegangen, woraus schließlich fundierte Empfehlungen für eine künftige, gesamteuropäische Einwanderungspolitik abgeleitet werden.

Veröffentlichung


Verbesserung der Standortqualität in ausgewählten Regionen Nordrhein-Westfalens

Bearbeiter: Prof. Dr. Ulrich van Suntum, Dipl.-Volksw. Stefan Kotte, Dipl.-Volksw. Thorsten Hellmann

Die Fragestellung dieser Untersuchung lautete, wie durch eine Verbesserung der Standortbedingungen in Nordrhein-Westfalen das Investitionsklima für die private Wirtschaft verbessert werden kann, um durch eine Anregung der Investitionstätigkeit Arbeitsplätze zu schaffen.

Um herauszufinden, welche Standortfaktoren sich hemmend auf die Investitionsbereitschaft der Privatwirtschaft auswirken, wurden im Frühjahr 1998 Betriebe in Nordrhein-Westfalen und zeitgleich Betriebe in den Niederlanden befragt. Dabei wurde zum einen das Standortwahlverhalten der befragten Betriebe analysiert. Zum anderen wurde herausgearbeitet, bei welchen Faktoren die befragten Unternehmen Stärken bzw. Schwächen ihres Standortes sehen. Weiterhin wurden die IHK sowie öffentliche Entscheidungsträger in Nordrhein-Westfalen wie Wirtschaftsförderer, Kommunalvertreter, Bezirksregierung und Gewerkschaften zum Thema "Standortproblematik" interviewt.

Das Gesamturteil über den "Standort Nordrhein-Westfalen" fällt eher durchwachsen aus: So würden zwar mehr als die Hälfte der Unternehmer ihren Kindern empfehlen, sich noch einmal am jetzigen Standort anzusiedeln, jedoch sprächen sich 43,5 % gegen den bestehenden Standort aus. Dem Tenor der Antworten ist zu entnehmen, daß andere Länder grundsätzlich als wirtschaftsfreundlicher beurteilt werden. Bekundete Unzufriedenheit über den Standort schlägt sich nicht selten in tatsächlichen Abwanderungen nieder.

Wirtschaftspolitischer Handlungsbedarf herrscht in erster Linie bei den Standortfaktoren, bei denen eine große Differenz zwischen Bedeutung der Standortfaktoren (Soll-Zustand) und der Zufriedenheit mit ihnen (Ist-Zustand) besteht. Nach dieser Definition sehen die nordrhein-westfälischen Unternehmer in erster Linie bei den Standortfaktoren der Kategorien "Kosten", "Arbeitsmarkt" und "Verwaltung" Anlaß, Reformen einzuleiten.

In den Niederlanden wird dagegen ein deutlich niedrigerer Handlungsbedarf bei den untersuchten Standortfaktoren als in Nordrhein-Westfalen diagnostiziert. Dieses Ergebnis ist eine Folge der wesentlich größeren Standortzufriedenheit niederländischer Unternehmen.

Aufbauend auf den Ergebnissen der Befragung wurden folgende konkrete Handlungsempfehlungen zur Verbesserung der Standortqualität in Nordrhein-Westfalen erarbeitet.

Projekt


Städtedreieck Enschede/Hengelo-Münster-Osnabrück - Rahmenbedingungen, Entwicklungschancen, Gestaltungsmöglichkeiten

Bearbeiter: Dr. Winfried Michels, Dipl.-Volksw. Thomas Multhaup, Prof. Dr. Jürgen Deiters (Universität Osnabrück), Prof. Dr. Anne van der Veen und Dr. Martin van Maarseveen (Universiteit Twente, NL)

Die seit 1989 bestehende interkommunale Zusammenarbeit der Oberzentren Enschede/Hengelo, Münster und Osnabrück verfolgt das Ziel, durch eine Städtekooperation die Voraussetzungen für eine neue europäische Region im Rahmen des EU-Binnenmarktes zu schaffen. Schwerpunkte dieser Zusammenarbeit sind raumordnerische Fragen, die Entwicklung der Verkehrsinfrastruktur, die Förderung der wirtschaftlichen Integration sowie die Kooperation auf den Gebieten Kultur, Sport und Tourismus.

Ziel der Untersuchung war es, die Rahmenbedingungen und insbesondere die Entwicklungschancen der interkommunalen Zusammenarbeit in den genannten Bereichen herauszuarbeiten. Dazu wurden die Entwicklungen auf europäischer Ebene (Europäischer Binnenmarkt, deutsche Vereinigung, Öffnung Osteuropas) ebenso berücksicht wie die Einflüsse des technologischen Wandels, steigende Umweltanforderungen und die intraregionalen, endogenen Entwicklungspotentiale bzw. Engpaßfaktoren.

Für jedes der untersuchten Sachgebiete wurden Handlungsfelder und Maßnahmen, die die Intensivierung der interkommunalen Zusammenarbeit fördern, in Form eines "Ideenbündels" vorgestellt. Dabei wurde zwischen Maßnahmebündeln, die in die Zuständigkeit der Kommunen fallen, und solchen, die durch Koordination und Abstimmung auf die übergeordneten Ebenen der Fachplanungen einwirken, unterschieden.

Die Untersuchung hat gezeigt, daß die Umsetzung vieler Maßnahmen durch die Einbeziehung des Umlandes wesentlich erleichtert oder sogar erst ermöglicht wird. Eine engere Kooperation der Partnerstädte mit der Region ist auch eine wichtige Voraussetzung für die Durchsetzung der Interessen des Gesamtraumes gegenüber der Regionalplanung und den Planungen des Landes und des Bundes.

Projekt


Mittelstand und Beschäftigung in der Emscher-Lippe-Region
Identifikation, Bewertung und Stärkung von Erfolgsfaktoren mittelständischer Unternehmen

Bearbeiter: Dipl.-Volksw.'in Lydia Naarmann, Dr. Michael König

Die ehemals von Kohle und Stahl geprägte Emscher-Lippe-Region gehört zu denjenigen Regionen Nordrhein-Westfalens, die vom Strukturwandel besonders stark betroffen sind. Von großer Bedeutung für eine regionalpolitische Strategie zur Lösung der strukturellen Beschäftigungskrise ist die Schaffung und Sicherung von Arbeitsplätzen in mittelständischen Unternehmen und Handwerksbetrieben. Erfahrungsgemäß reicht allerdings die traditionelle Wirtschaftsförderung mit ihrem nur mittelbar wirkenden und wenig auf die Betriebsgrößen ausgerichteten Instrumentarium nicht aus, wenn es um kleine und mittlere Unternehmen geht. Viele der kleinen und mittelständischen Unternehmer und Handwerksmeister kommen "vom Produkt her" und fühlen sich als Kaufleute und Führungskräfte angesichts der immer komplexer werdenden wirtschaftlichen und rechtlichen Rahmenbedingungen oft überfordert.

Im Rahmen der vorliegenden Arbeit wird deshalb ein anderer Weg der Wirtschaftsförderung beleuchtet, der direkt bei den Betrieben, d. h. bei den innerbetrieblichen Erfolgsfaktoren, anknüpft. Auf Basis einer empirischen Untersuchung, die sich aus einer schriftlichen und mündlichen Befragung von Handwerksunternehmen aus dem Untersuchungsgebiet zusammensetzt, werden die "kritischen" innerbetrieblichen Erfolgsfaktoren identifiziert. Darauf aufbauend werden geeignete wirtschaftsfördernde Maßnahmen zur Aktivierung bzw. Stärkung dieser Faktoren abgeleitet.

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Technologie, Wachstum und Konvergenz
Eine theoretische und empirische Analyse für Regionen der Bundesrepublik Deutschland (West) von 1978 bis 1993

Bearbeiter: Jörg Lüschow

In den letzten Jahren wird in der wirtschaftswissenschaftlichen Forschung zunehmend der Frage nachgegangen, ob, wie schnell, und unter welchen Voraussetzungen Länder bzw. Regionen unterschiedlichen Entwicklungsstandes konvergieren. Die Frage der Konvergenz ist auch für die Regionalpolitik in der Bundesrepublik Deutschland von zentraler Bedeutung. Regionalpolitischer Handlungsbedarf kann darin begründet sein, daß bestehende interregionale Entwicklungsunterschiede sich nicht verringern oder sich sogar noch vergrößern. Eine rationale Regionalpolitik, die das Ziel der Angleichung der Lebensbedingungen verfolgt, setzt aber Informationen über die Bestimmungsgründe der regionalen Disparitäten und den Ablauf des Wachstumsprozesses in den Regionen voraus.

Die vorliegende Arbeit leistet auf der Grundlage eines theoretischen Wachstumsmodells einen wichtigen Beitrag zur Bestimmung verschiedener Ursachen regionaler Disparitäten und zur Beantwortung der Frage, ob und wie schnell die Regionen der Bundesrepublik Deutschland konvergieren. Einem der Hauptkritikpunkte der Vertreter der Neuen Wachstumstheorie an dem traditionellen Wachstumsmodell wird insoweit Rechnung getragen, als die Annahme regional identischer Technologien aufgegeben wird. In diesem Zusammenhang werden erstmals für die Bundesrepublik Deutschland Erkenntnisse im Hinblick auf die Erforschung des technlogischen Aufholprozesses zwischen bereits entwickelten und weniger entwickelten Regionen sowie des technischen Fortschritts geliefert. Zudem geht die Arbeit auf die Bedeutung und Ausgestaltung einer technologieorientierten Regionalpolitik zur Erreichung der regionalpolitischen Ziele ein.

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Strukturelle Arbeitslosigkeit und Mismatch
Messung und Erklärung für die Arbeitsmarktregionen Nordrhein-Westfalens

Bearbeiter: Thomas Multhaup

In der Regionalwissenschaft und der Regionalpolitik wird die Bekämpfung der interregionalen Beschäftigungsdisparitäten seit langem als eines der Hauptziele wirtschaftspolitischen Eingreifens angesehen. Eine rationale Ausgestaltung der regionalen Wirtschafts- und Arbeitsmarktpolitik setzt Informationen über die wesentlichen, regional u. U. unterschiedlichen Bestimmungsgründe der Arbeitslosigkeit voraus. Dabei ist zu beachten, daß die Arbeitslosigkeit nicht monokausal zu erklären ist, sondern auf mehrere Ursachen zurückgeführt werden kann, über deren empirische Bedeutung kaum quantitative Schätzungen vorliegen.

Die vorliegende Arbeit leistet auf der Grundlage eines theoretischen Arbeitsmarktmodells einen wichtigen Beitrag zur Bestimmung verschiedener Arbeitslosigkeitskomponenten in den Arbeitsmarktregionen Nordrhein-Westfalens. Dabei knüpft die Arbeit an makroökonomische und aus der neueren Arbeitsmarktforschung stammende Ansätze an, die erstmals für eine kleinräumige regionale Gliederung ökonometrisch geschätzt werden. Zudem geht die Arbeit auf bisher noch offene Fragen der Bestimmungsgründe struktureller Arbeitslosigkeit ein.

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Analyse der technischen Effizienz in Nordrhein-Westfalen
Messung, Ursachen und wirtschaftspolitische Konsequenzen

Bearbeiter: Michael Wolf

Die Bedeutung der Steuerung von Produktionsfaktoren im Raum zur Optimierung wirtschaftlichen Wachstums wird in der raumwirtschaftlichen Literatur stark hervorgehoben. Demgegenüber hat ein anderer Effizienzbegriff, die technische Effizienz der Produktion, bisher nur geringe Beachtung gefunden, obwohl bereits in den fünfziger Jahren Untersuchungen die Bedeutung der technischen Effizienzart nachweisen konnten. Unter dem Begriff der technischen Effizienz wird eine Situation verstanden, in der gemäß den Vorschriften der Produktionsfunktion die Unternehmen einer Region den größtmöglichen Output mit den ihnen zur Verfügung stehenden Produktionsfaktoren erzielen. Alle anderen Input-Output-Kombinationen sind technisch ineffizient.

Mit der vorliegenden Untersuchung wird versucht, für die Unternehmen des Bergbaus und des Verarbeitenden Gewerbes das Phänomen der technischen Effizienz am Beispiel der Kreise und kreisfreien Städte in Nordrhein-Westfalen näher zu beleuchten. Dabei werden folgende Ziele verfolgt:

  • Ermittlung eines geeigneten Verfahrens zur Messung technischer Effizienzen in Nordrhein-Westfalen
  • Aufstellung und empirische Überprüfung geeigneter Hypothesen über Ursachen ineffizienter Produktion in Nordrhein-Westfalen
  • Aufzeigen von geeigneten Maßnahmen in den einzelnen Handlungsfeldern
Die Messung technischer Effizienzen knüpft an frühere, vornehmlich im angelsächsischen Raum durchgeführte Verfahren an, mit denen stochastische Produktionsrandfaktoren geschätzt werden. Zudem geht die Arbeit auf bisher noch offene Fragen der technischen Effizienz ein. In diesem Zusammenhang werden erstmalig signifikante Determinanten für dieses Phämomen auf der Basis des regionalen Entwicklungspotentials in Nordrhein-Westfalen quantifiziert, aus denen sich dann wirtschaftspolitische Maßnahmen ableiten lassen.

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Effekte der regionalen Strukturpolitik auf Investitionen, Beschäftigung und Wachstum

Bearbeiter: Ingo Deitmer

Die vorliegende Arbeit leistet auf der Grundlage einer umfassenden Wirkungsanalyse einen wichtigen Beitrag zur Beantwortung der Frage, ob und wieweit die Gemeinschaftsaufgabe "Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur" in den 80er Jahren die regionalpolitischen Ziele einer Steigerung der Investitionen und der Beschäftigung, Stimulierung des Wachstums und Erhöhung des Pro-Kopf-Einkommens in den Fördergebieten erreichen konnte. Die hier vorgelegte Wirkungsanalyse auf Basis eines ökonometrischen Modells berücksichtigt die wichtigsten Kritikpunkte, die an früheren Untersuchungen geäußert wurden. Es wird insbesondere auf die bisher offenen Fragen der zeitlichen Verzögerung zwischen Implementation der regionalpolitischen Maßnahmen und ihren Wirkungen eingegangen. Dazu wird ein neues methodisches Instrumentarium in die Regionalforschung eingeführt.

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Aktionsprogramm Kommunale Wirtschaftsförderung für die Region Ludwigslust/Hagenow

Bearbeiter: Paul-Helmuth Burberg, Thomas Multhaup, Michael Wolf

Die vorliegende Untersuchung ist Teil eines umfassenden Gutachtens für die Landkreise Ludwigslust und Hagenow in Mecklenburg-Vorpommern, dessen Bearbeitung im Rahmen des Projektes des Bundesministers für Wirtschaft zur "Förderung von Projektteams zur Beratung von Regionen in den neuen Bundesländern bei der Erstellung und Umsetzung von Konzepten zur regionalen Wirtschaftsentwicklung" erfolgte. Ziel der Untersuchung war die Erarbeitung eines praxisnahen, umfassenden und in der Region Ludwigslust/Hagenow tragfähigen Wirtschaftsförderungs- und Entwicklungskonzeptes unter marktwirtschaftlichen Steuerungs- und Entscheidungsmechanismen.

Die gesonderte Veröffentlichung des überarbeiteten und ergänzten "Aktionsprogramms Kommunale Wirtschaftsförderung für die Region Ludwigslust/Hangenow" erfolgt aus der Überlegung heraus, daß die Untersuchungsmethode und wesentliche Erkenntnisse auch für andere Regionen in den neuen Bundesländern von Interesse sein dürften. Ausgangspunkt und Grundlage der Untersuchung ist eine Analyse der Standortbedingungen und Potentialfaktoren, die für die Wirtschaftsentwicklung von Bedeutung sind. Die Herausarbeitung von besonderen Stärken und Schwächen dient der Ableistung von Entwicklungschancen und Empfehlungen. Das vorgeschlagene Wirtschaftsförderungskonzept setzt auf das endogene Entwicklungspotential unter Berücksichtigung der vorhandenen wirtschaftlichen, verwaltungsmäßigen und raumordnerischen Strukturen. Auf dieser Grundlage werden in einem weiteren Schritt Zielgruppen für die kommunale Wirtschaftsförderung identifiziert. Für die wichtigsten wirtschaftsrelevanten Handlungsfelder werden sodann detaillierte Empfehlungen für die wirtschaftsförderungspolitischen Maßnahmen gegeben. Die Konzeption ist zwar insgesamt mittel- bis langfristig angelegt; sie enthält aber auch ein kurzfristig umsetzbares "Ideenbündel" konkreter Maßnahmen, um möglichst rasch einen hohen Wirkungsgrad zur Lösung der drängendsten Probleme zu erzielen.

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Strukturelle Entwicklung und Wirtschaftspolitik
Rainer Thoss zum 60. Geburtstag

Bearbeiter: Paul-Helmuth Burberg (Hrsg.)

In dieser Festschrift sind 24 aktuelle Beiträge der aktiven und ehemaligen Assistenten, Wissenschaftlichen Mitarbeiter und Doktoranden von Prof. Dr. Rainer Thoss zusammengestellt. Die Beiträge befassen sich mit volkswirtschaftlichen Modellen für die Wirtschaftspolitik, mit der Bedeutung des monetären Sektors, mit Wechselwirkungen zwischen Wirtschaftspolitik und Umweltpolitik, mit Ansatzpunkten der sektoralen Strukturpolitik und der regionalen Entwicklungspolitik, mit den Herausforderungen für die praktische Wirtschaftspolitik im vereinten Deutschland und mit Implikationen neuer technischer Entwicklungen für die Wirtschaft.

Das weitgespannte Themenspektrum vermittelt einen Eindruck nicht nur von den aktuellen Tätigkeitsbereichen der Verfasser, sondern auch von den Forschungsinteressen und Arbeitsschwerpunkten des Instituts für Siedlungs- und Wohnungswesen und seines Direktors seit nunmehr zwei Jahrzehnten: den Problemen der sektoralen Strukturpolitik, der regionalen Entwicklungspolitik, der Umweltökonomie und der Konjunktur- und Wachstumspolitik. Dabei geht es in methodischer Hinsicht um die Weiterentwicklung der ökonomischen Theorie und die Nutzbarmachung neuer Erkenntnisse für die empirische Wirtschaftsforschung und die wirtschaftspolitische Beratung.

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Nordrhein-Westfalen im Binnenmarkt
Analyse der Struktureffekte

Bearbeiter: Ingo Deitmer, Hans Joachim Schalk

Die Initiative zur Vollendung des EG-Binnenmarktes ist auch in Nordrhein-Westfalen auf ein unerwartetes Echo gestoßen. Im Mittelpunkt der Diskussion stehen die Chancen und Risiken der nordrhein-westfälischen Regionen. Richtung und Ausmaß der Veränderungen durch "Europa 1992" werden durch neue Exportchancen der nordrhein-westfälischen Wirtschaft, aber auch von einem in Zukunft verstärkten Importdruck bestimmt. Die Rolle der Regionen hängt dabei in entscheidender Weise von ihrer Wirtschaftsstruktur ab. Regionen, deren Wirtschaft einem forcierten Importdruck ausgesetzt sind, werden in Zukunft möglicherweise in ihrer Entwicklung zurückbleiben. Andere Regionen können von den neuen Exportmöglichkeiten im EG-Binnenmarkt profitieren, so daß ihre Bedeutung in Nordrhein-Westfalen steigt. In den meisten Teilräumen des Landes werden die Vorteile und Nachteile des großen Marktes gemeinsam auftreten.

Mit der vorliegenden Untersuchung werden erstmals Ergebnisse einer sektoral, regional und beruflich differenzierten Analyse der Folgewirkungen von "Europa 1992" in Nordrhein-Westfalen vorgestellt. Die Konzeption der Studie ist so angelegt, daß nicht nur die direkten Effekte aus den neuen Exportchancen und dem verstärkten Wettbewerb durch zusätzliche Importe berücksichtigt, sondern darüber hinaus auch die daraus resultierenden nachgelagerten Effekte auf der Nachfrageseite untersucht werden. Dieser umfassende Ansatz ist somit geeignet, der Diskussion um die Rolle der nordrhein-westfälischen Regionen einige neue Aspekte hinzuzufügen.

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Regionale Strukturpolitik in der Bundesrepublik Deutschland
Wirkungsweise und zielkonforme Gestaltung

Bearbeiter: Christoph Asmacher

Kernstück der regionalen Strukturpolitik in der Bundesrepublik Deutschland ist die Gemeinschaftsaufgabe "Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur". Sie ist der zentrale Untersuchungsgegenstand dieser Arbeit.

Im Zuge der Einführung der Gemeinschaftsaufgabe im Jahre 1969 wurde von den politisch Verantwortlichen die Notwendigkeit erkannt, eine laufende Überprüfung der Effizienz der eingesetzten Maßnahmen durchzuführen. Eine solche Messung des Erfolges der regionalen Strukturpolitik setzt eine umfassende Wirkungsanalyse ihrer Maßnahmen voraus. Die vorliegende Arbeit leistet auf der Grundlage einer derartigen Analyse einen wichtigen Beitrag zur Beantwortung der Frage, ob und inwieweit die Gemeinschaftsaufgabe in den letzten Jahren die regionalpolitischen Ziele positiv beeinflussen konnte. Diese neue, auf der Basis eines ökonometrischen Modells erstellte Wirkungsanalyse berücksichtigt systematisch die wichtigsten Kritikpunkte, die an früheren Untersuchungen geäußert wurden und entspricht daher mehr denn je den Anforderungen, die an laufende Erfolgskontrollen der regionalen Strukturpolitik zu stellen sind. Die Frage nach dem quantitativen Erfolg bzw. der Effizienz des in der Bundesrepublik eingesetzten regionalpolitischen Instrumentariums kann daher mit aus theoretischer Sicht noch größerer Sicherheit als bisher beantwortet werden.

Ein weiteres wichtiges Ziel der Untersuchung besteht in der Bestimmung des zielkonformen regionalpolitischen Intrumenteneinsatzes. Neben der rein vergangenheitsorientierten Erfolgskontrolle ist ein Wirkungsmodell auch notwendiger Ausgangspunkt für einen verbesserten Einsatz der Maßnahmen in der Zukunft. Auf der Grundlage der ermittelten Informationen über den quantitativen Wirkungszusammenhang zwischen den Instrumenten und den Zielgrößen wird erstmals ein regionales Entscheidungsmodell konzipiert, mit dessen Hilfe es prinzipiell möglich ist, für jede einzelne Förderregion separat diejenige Instrumentendosierung zu bestimmen, die notwendig ist, um bestimmte normativ gesetzte Mindestanspruchsniveaus bei den beiden zentralen Zielgrößen der regionalen Strukturpolitik - Einkommen und Beschäftigung - zu erreichen.

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Differenzierte Flächennachfrage des verarbeitenden Gewerbes

Bearbeiter: Lothar Klausing

Ökologische und ökonomische Belange der Siedlungsflächenentwicklung sind für die Raumplanung auf allen Ebenen von immer größerer Bedeutung. Zum einen häufen sich im Hinblick auf die immobile, unvermehrbare und lebensnotwendige Ressource Boden die Anzeichen, daß die Grenze der ökologisch vertretbaren Freirauminanspruchnahme in Teilregionen bereits erreicht ist. Zum anderen kann in dicht besiedelten Gebieten der noch frei zur Verfügung stehende Boden zu einem wirtschaftlichen Engpaßfaktor werden.

Die Entscheidungsträger der Landes-, Regional- und kommunalen Bauleitplanung benötigen daher realistische Daten und Informationen für die Koordinierung der verschiedenen öffentlichen und privaten Nutzungsansprüche an den Boden. Im Bereich von Industrie und Gewerbe sind dabei die methodischen und materiellen Voraussetzungen für die Bestimmung des Flächenbedarfs bzw. der Flächennachfrage nicht im dem Maße gegeben wie für andere Bereiche. Die Datenlage ist hier nicht nur für flächenbezogene Informationen, sondern auch für die potentiellen Einflußfaktoren wesentlich schlechter.

Durch eine regional und sektoral differenzierte empirische Analyse der Flächennachfrage des Verarbeitenden Gewerbes in Flächenstaaten der Bundesrepublik Deutschland leistet die vorliegende Arbeit einen wichtigen Beitrag zur Verbesserung der Informationsgrundlagen für die Raumplanung, indem statistisch belegte Aussagen darüber geliefert werden, welche Bestimmungsfaktoren die industriell-gewerblichen Flächenansprüche verursachen. Gegenüber bisherigen Untersuchungen auf diesem Gebiet wird damit ein neuer Ansatz entwickelt, der die wesentlichen Kritikpunkte, die an früheren Verfahren geäußert wurden, berücksichtigt.

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Wirtschaft und Arbeitsmarkt 2000 im Kreis Borken

Bearbeiter: Paul-Helmuth Burberg, Michael König, Achim Tillessen

Der westmünsterländische Kreis Borken steht wie viele
ländliche strukturierte Kreise seit Jahren vor der Aufgabe, mit einer höchst unbefriedigenden Arbeitsmarktentwicklung fertigzuwerden. Die besonderen Schwierigkeiten des Grenzlandkreises resultieren dabei im wesentlichen aus einer immer noch überdurchschnittlich hohen Geburtenrate bei schwacher Arbeitsnachfrage in einer räumlich-peripheren Lage an einer europäischen Binnengrenze, deren wirtschafts- und arbeitsmarkthemmende Vorschriften erst mit Vollendung des EG-Binnenmarktes 1992 fallen sollen.

Als Grundlage für ein mittel- bis längerfristiges Handlungsprogramm hat der Kreis Borken eine Analyse und Prognose der Wirtschaft und des Arbeitsmarktes bis zum Jahre 2000 beim Institut für Siedlungs- und Wohnungswesen in Auftrag gegeben.

Die Untersuchung besteht aus drei Teilen. Zunächst wird die Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt untersucht, wobei das Arbeitskräfteangebot und die Arbeitskräftenachfrage für das Ausgangsjahr 1985 ermittelt und bis zum Jahre 2000 prognostiziert und in einer Arbeitsmarktbilanz gegenübergestellt werden. In einem zweiten Schritt werden sodann die für Wirtschaft und Arbeitsmarkt relevanten Standortfaktoren des Kreises analysiert und in einer Stärken-Schwächen-Analyse zusammengefaßt, um Anhaltspunkte für die Nutzung der Standortvorteile bzw. die Beseitigung oder Milderung der Standortnachteile zu gewinnen. Im dritten Teil werden aus der Arbeitsmarktanalyse und -prognose und der Standortfaktorenanalyse Empfehlungen für ein Handlungsprogramm des Kreises abgeleitet.

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Analyse der Wirkungen regionalpolitischer Instrumente

Bearbeiter: Dipl.-Volksw. Christoph Asmacher, Prof. Dr. Hans-Joachim Schalk, Prof. Dr. Rainer Thoss

Sowohl unter Regionalwissenschaftlern als auch regionalwissenschaftlichen Pragmatikern gehen die Meinungen über die Wirksamkeit der regionalen Strukturpolitik weit auseinander. Ihre Kritiker behaupten, sie habe weitgehend versagt und begründen dies damit, daß die regionale Wirtschaftsförderung mit der die private Investitionstätigkeit in strukturschwachen Gebieten angeregt werden soll, um dort die Beschäftigungs- und Einkommenssituation zu verbessern und einer "Entleerung" dieser Räume entgegenzuwirken, lediglich "mitgenommen" werde. Dagegen wird z. B. in den Rahmenplänen der Gemeinschaftsaufgabe "Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur" die regionale Strukturpolitik alljährlich als durchaus erfolgreich hingestellt.

Ob die regionale Strukturpolitik versagt und ihre Ziele nicht erreicht hat oder ob sie ganz im Gegenteil wirksam war, läßt sich nur auf der Grundlage einer theoretischen und empirischen Wirkungsanalyse des regionalpolitischen Instrumentariums klären. In dieser Arbeit wird über eine solche Wirkungsanalyse der regionalen Strukturpolitik in der Bundesrepublik Deutschland berichtet. Gegenüber bisherigen Versuchen wurde hier ein völlig neuer Ansatz gewählt. Er berücksichtigt die wichtigsten Kritikpunkte, die an früheren Untersuchungen geäußert wurden und entspricht den Anforderungen, die an eine laufende systematische Wirkungsanalyse und Erfolgskontrolle der regionalen Strukturpolitik gestellt werden, bisher am besten. Aber auch in unserem Modell bleiben noch eine Reihe von Problemen offen, deren Lösung weitere Forschungsarbeiten erforderlich machen. Dabei müßte der von uns eingeschlagene Weg noch ausgebaut und weiter gegangen werden.

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Informationsgrundlagen für die vorausschauende Strukturpolitik

Bearbeiter: Prof. Dr. Rainer Thoss, Dipl.-Volksw. Peter Ritzmann

Die wirtschaftliche Situation in der Bundesrepublik Deutschland ist - insbesondere auf dem Arbeitsmarkt - seit langem unbefriedigend. Vor diesem Hintergrund erscheint es erforderlich, intensiv nach schlagkräftigeren wirtschaftspolitischen Strategien zu suchen.

Ein diskussionswürdiger Vorschlag regt an, die Strukturpolitik aufzuwerten und sie aktiver zu gestalten. Dieser Weg wird in Japan seit langem mit offensichtlichem Erfolg beschritten. Der Staat beschränkt sich dabei nicht mehr darauf, sie sozialen Folgen struktureller Veränderungen zu dämpfen, sondern sieht seine Aufgabe darin, durch gezielte Auswahl und Dosierung seiner Instrumente einen optimalen Strukturwandel zu fördern. Eine aktivere Strukturpolitik benötigt keine zusätzlichen staatlichen Eingriffsmöglichkeiten, sondern lediglich den optimal abgestimmten Einsatz der bekannten Maßnahmen.

Die hier vorgestellte Arbeit untersucht, inwieweit die existierenden wirtschaftlichen Berichtssysteme eine ausreichende Informationsgrundlage für eine so verbesserte Strukturpolitik bilden können. Der Schwerpunkt der Ausführungen liegt dabei auf den erstmals Ende der 70er Jahre von der Bundesrepublik in Auftrag gegebenen Berichten zur Analyse der strukturellen Entwicklung der deutschen Wirtschaft. Da die vorliegende Studie bereits dieses Jahr abgeschlossen wurde, konnte sie die kurz vorher veröffentlichten zweiten Hauptberichte der Strukturberichterstattung nicht mehr erfassen.

Die Forschungsergebnisse der fünf mit der Strukturberichterstattung beauftragten Institute stellten eine wichtige Erweiterung der Datenbasis für wirtschaftspolitische Entscheidungen dar. In methodischer Hinsicht bestehen deutliche Unterschiede zwischen den verschiedenen Instituten. Allen Strukturberichten gemeinsam ist jedoch, daß sie noch nicht voll zufriedenstellen können. Insbesondere hat noch kein Institut quantitative Analysen für die wirtschaftspolitischen Interventionen zur Angebotsbeeinflussung vorgestellt. Diese Quantifizierungen stellen aber eine zentrale Voraussetzung für die bestmögliche Dosierung der staatlichen Maßnahmen dar. Künftige Strukturberichte sollten in dieser Hinsicht verbessert werden. Darüber hinaus ist es erforderlich und - mit einigen Einschränkungen - möglich, auch die regionale strukturelle Entwicklung zu untersuchen.

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Zielgruppenorientierte kommunale Wirtschaftsförderung
Gutachten im Auftrag der Stadt Münster

Bearbeiter: Paul-Helmuth Burberg, Winfried Michels, Peter Sallandt

Die veränderten ökonomischen Rahmenbedingungen haben Anfang der achtziger Jahre viele Kommunen veranlaßt, eine Neuorientierung der kommunalen Wirtschaftsförderung einzuleiten. Da das an sich vorhandene Potential für Neuansiedlungen von Industrie- und Gewerbebetrieben seit Jahren nicht mehr genutzt werden kann, tritt zunehmend die Bestandspflege der ortsansässigen Betriebe in den Vordergrund der Bemühungen von Wirtschaftsförderungsgesellschaften und -ämtern. Gleichwohl bleibt die Neuansiedlung von Betrieben ein wichtiges Ziel der kommunalen Wirtschaftsförderer, weil mit Bestandspflege allein vielerorts wichtige sachliche Ziele der Stadtentwicklung nicht oder nur unvollkommen erreichbar sind.

Die Stadt Münster hat das Institut für Siedlungs- und Wohnungswesen der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster beauftragt, Grundlagen für die kommunale Wirtschaftsförderung in Münster für die achtziger Jahre zu erarbeiten. Im Mittelpunkt der Untersuchung sollte die Ermittlung und Analyse von Zielgruppen für die Neuansiedlungsförderung stehen.

Ausgangspunkt für die Untersuchung ist eine problemorientierte Analyse der Standortfaktoren der Stadt Münster. Sodann wird ein Verfahren zur Auswahl von Zielgruppen für die Neuansiedlungsförderung entwickelt und angewendet. Ein Vergleich der Standortanforderungen der Wirtschaft mit dem spezifischen Standortangebot Münsters führt zu den besonders geeigneten, standortangepaßten Wachstumsfeldern, auf die sich die Wirtschaftsförderung konzentrieren sollte. Die Untersuchung endet mit Empfehlungen zur Standortentwicklung.

Der in dieser Untersuchung gewählte methodische Weg berücksichtigt die in der Regionalwissenschaft seit einigen Jahren diskutierte eigenständige Entwicklung von Städten und Regionen. Die Ergebnisse der Untersuchung dürften daher über den engeren Bereich Münsters hinaus von Interesse sein.

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Arbeitsmarktanalyse und -prognose für den Kreis Borken/Westfalen

Bearbeiter: Rainer Thoss, Heiner Kleinschneider

Für ländlich geprägte, monostrukturierte Regionen wird in Zukunft aufgrund der zu erwartenden Entwicklung von Arbeitsangebot und Arbeitsnachfrage mit erheblichen Arbeitsmarktproblemen gerechnet. In ganz besonderem Maße ist hiervon aufgrund der Altersstruktur der Bevölkerung und der ungünstigen Wirtschaftsstruktur der Kreis Borken/Westfalen betroffen. Die sich aus einer solchen Entwicklung ergebenden Mißstände fordern zu arbeitsmarktpolitischen Ergebnissen heraus. Die vorliegende Untersuchung soll daher den politischen Entscheidungsträgern auf Bundes-, Landes- und Kreisebene Hinweise auf eine zielkonforme Arbeitsmarktpolitik im Kreis Borken geben.

Im Rahmen der Untersuchung wurde eine differenzierte Analyse und Prognose von Arbeitsangebot und Arbeitsnachfrage durchgeführt, wobei das Arbeitsangebot in 43 Berufsqualifikationen aufgespalten wurde. Zur Analyse und Prognose der Arbeitsnachfrage wurde von einer Unterteilung der Wirtschaft in 33 Sektoren ausgegangen; anhand von sektoralen Berufsstrukturkoeffizienten wurde der Bedarf an Berufsqualifikationen im Kreis Borken ermittelt. Diese Vorgehensweise ermöglichte detaillierte Aussagen über die für das Prognosejahr 1990 zu erwartende Arbeitsmarktsituation im Kreis Borken sowie Hinweise auf arbeitsmarktpolitische Notwendigkeiten und Möglichkeiten.

Die Berechnungen wurden in zwei Varianten durchgeführt:

In Variante I wurden Arbeitsangebot und Arbeitsnachfrage jeweils in beruflicher Gliederung exogen prognostiziert, so daß für 1990 berufliche Angebotsüberschüsse bzw. -defizite identifiziert werden konnten.

In Variante II wurde ebenfalls von einer Prognose des Arbeitsangebotes ausgegangen, die Arbeitsnachfrage wurde hingegen nicht prognostiziert, sondern es wurde endogen diejenige Struktur der Wirtschaft berechnet, die im Hinblick auf eine möglichst vollständige Auslastung des Arbeitsangebotes optimal ist. Dabei wurde jeweils ermittelt, welchen Beitrag zur Verminderung der Arbeitslosigkeit eine Veränderung der Nachfragekorridore der einzelnen Branchen sowie eine Veränderung der beruflichen Flexibilität erbringen könnte. Die Alternativrechnungen verdeutlichen, daß im Kreis Borken sowohl die Schaffung zusätzlicher Arbeitsplätze als auch eine verstärkte Förderung der beruflichen Bildung und Fortbildung notwendig ist.

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Zur Koordination von Finanz- und Raumplanung im Rahmen einer regionalen Entwicklungsplanung

Bearbeiter: Bernd Spiekermann

Ziele der Raumordnungs- und Finanzpolitik werden heute vielfach noch isoliert voneinander formuliert und verfolgt. Häufig tritt erst bei Vollzug raumordnungsrelevanter Maßnahmen eine unzureichende Koordinierung mit der Finanzplanung zutage, die dann ggfs. Zielrevisionen erfordert. Andererseits berücksichtigen auch die finanzpolitischen Entscheidungen nur selten in genügendem Umfang räumliche Aspekte, so daß raumordnerische Ziele häufig durch global orientierte finanzpolitische Maßnahmen konterkariert werden.

Mit der vorliegenden Arbeit wird der Versuch unternommen, derartige Konfliktfälle exemplarisch nachzuweisen und Möglichkeiten und Methoden darzustellen, die bereits im Planungsstadium beider Politikbereiche dazu beitragen können, Zielkonflikte zu vermeiden und gleichzeitig die Raum-, Zeit- und Finanzbezüge der Politik zu beachten. Insbesondere sollen Finanz- und Raumordnungspolitikern Anhaltspunkte für eine zielkonforme Ausgestaltung räumlich orientierter Finanzsysteme gegeben werden.

Die Untersuchung basiert auf einem mehrperiodigen, multiregionalen und multisektoralen Entscheidungsmodell für das Land Hessen. Neben den Zielen und Verhaltensrelationen aus den Bereichen Produktion und Verwendung, Bevölkerung und Erwerbstätigkeit sowie Flächennutzung werden in diesem Modell auch finanzpolitische Ziele und Instrumente berücksichtigt, auf deren Darstellung sich die vorliegende Arbeit konzentriert. Die Simulation finanzpolitischer Maßnahmen erfolgt damit unter gleichzeitiger Berücksichtigung dieser raumrelevanten Bereiche, so daß u. a. auch aufgezeigt werden kann, welche Opportunitätskosten - bei Einhaltung raumordungspolitischer Zielvorgaben - mit der Verfolgung bestimmter finanzpolitischer Ziele verbunden sind bzw. wie ein an den Zielen der regionalen Entwicklungsplanung orientiertes Finanzsystem zu gestalten wäre.

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Zielgruppenorientierte kommunale Wirtschaftsförderung

Bearbeiter: Paul-Helmuth Burberg, Winfried Michels, Peter Sallandt

Die Stadt Münster hat am 24. September 1982 das Institut für Siedlungs- und Wohnungswesen beauftragt, Grundlagen für die kommunale Wirtschaftsförderung in Münster für die achtziger Jahre zu erarbeiten. Im Mittelpunkt der Untersuchung steht die Ermittlung und Analyse von Zielgruppen für die Neuansiedlungsförderung. Es wird ein Verfahren zur Auswahl von Zielgruppen entwickelt und angewendet. Ein Vergleich der Standortanforderungen der Unternehmen mit dem spezifischen Standortangebot Münsters führt zu besonders geeigneten, standortangepaßten Wachstumsfeldern, auf die sich die Wirtschaftsförderung konzentrieren sollte. Die Untersuchung endet mit Empfehlungen zur Standortentwicklung.

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