Berens, W.; Brauner, H.U.; Strauch, J. (Hrsg.):
Due Diligence bei Unternehmensakquisitionen
Inhaltsverzeichnis
Betriebswirtschaftliche Grundlagen
- Wolfgang Berens und Joachim Strauch:
Herkunft und Inhalt des Begriffes Due Diligence - Wolfgang Berens, Martin Mertes und Joachim Strauch:
Unternehmensakquisitionen - Wolfgang Berens, Walter Schmitting und Joachim Strauch:
Funktionen, Terminierung und rechtliche Einordnung der Due Diligence - Wolfgang Berens, Andreas Hoffjan und Joachim Strauch:
Planung und Durchführung der Due Diligence - Klaus-Günter Klein und Martin Jonas:
Due Diligence und Unternehmensbewertung - Carsten Rockholtz:
Due Diligence-Konzeption zum synergieorientierten Akquisitionsmanagement - Jens Leker, Arne Fischer, Hans-Jürgen Wieben und Dirk Mahlstedt
Due Diligence und Unternehmensrating nach Basel II
- Walter Schmitting:
Perspektiven eines Risikomanagements im Rahmen
von Unternehmensakquisition und Due Diligence
Wirtschaftsrechtliche Grundlagen
- Holger Fleischer und Torsten Körber
Due Diligence im Gesellschafts- und Kapitalmarktrecht - Gerhard Picot
Due Diligence und privatrechtliches Haftungssystem - Michael Moser
Kaufpreisklauseln in Unternehmenskaufverträgen
Funktionale Perspektiven
- Hans U. Brauner und Ulrich Grillo:
Strategic Due Diligence
- Jörg Bredy und Volker Strack:
Financial Due Diligence I: Ertrag, Vermögen und Cashflow
- Hans U. Brauner und Julia Neufang:
Financial Due Diligence II: Liquidität und Finanzierung - Anja Trimborn:
Tax Due Diligence - Michael Fritzsche und Dörte Stalmann:
Legal Due Diligence
- Dieter Lauszus und Sebastian Hock:
Market Due Diligence
- Christoph Aldering und Bernd Högemann:
Human Resources Due Diligence - Bernd Högemann:
Cultural Due Diligence
- Hans Betko, Dieter Reiml und Peter Schubert:
Environmental Due Diligence - Günther Schuh, Sebastian Schöning, Dirk Untiedt und Anna-Lena Schulte-Gehrmann:
Commercial-technological Due Diligence - Alfred Koch und Jan-Philipp Menke
IT Due Diligence - Christian Brenner, Thorsten Knauer und Andreas Wömpener:
IP Due Diligence
Länderperspektiven
- Ulrich Middelmann und Marion Helmes:
Due Diligence in den USA - Christoph Haarbeck und Rainer König:
Due Diligence in Großbritannien - Ulrich Lehner und Helmut B. Nuhn:
Due Diligence in Asien
Ausgewählte Kapitel
Due Diligence im Rahmen von Unternehmensverkäufen
Due Diligence aus Sicht von Finanzinvestoren
Due Diligence bei kleinen und mittelständischen Unternehmen
Due Diligence bei Krisenunternehmen
BetriebswirtschaftlicheGrundlagen
Wolfgang Berens und Joachim Strauch:Herkunft und Inhalt des Begriffes Due Diligence
Im
ersten Beitrag wird, ausgehend vom etymologischen Ursprung des
Begriffes, die Entstehung der Due Diligence als Sorgfaltsmaßstab für
die im Rahmen von Wertpapieremissioneninvolvierten
Wirtschaftsprüfer, Rechtsanwälte, Investmentbanken,
etc. nachgezeichnet und mit dem heutigen Begriffsverständnis in
Verbindunggebracht. Anschließend werden Anlässe und Arten von Due
Diligence-Reviews aufgezeigt. Für einen der bedeutendsten
Anwendungsbereiche - die Unternehmensakquisition - wird das
Verhältnis der Due Diligence zu der ebenfalls mit einem Unternehmenskauf
in Verbindung stehenden Unternehmensbewertung und der
Jahresabschlussprüfung diskutiert.
Unternehmensakquisitionen
Zur
Erleichterung der Einordnung der Due Diligence in den Prozess einer
Unternehmensakquisition infomiert der zweite Beitrag über
grundsätzliche Aspekte im Zusammenhang mit einem
Unternehmenskauf. Hierzu gehören die Unterscheidung zwischen Share Deal
(Kauf von Gesellschaftsrechten) und Asset Deal (Kauf der einzelnen
Wirtschaftsgüter des Unternehmens) sowie die Erwerbswege für das
Zustandekommen von Unternehmensakquisitionen. Zur Festlegung der
inhaltlichen Ausgestaltung der Due Diligence ist es wichtig, die Motive
von Unternehmensakquisitionen zu verstehen. Die Schilderung des
Phasenmodells des Akquisitionsprozesses verfolgt das Ziel, die Due
Diligence zeitlich in dengesamten Vorgang einzuordnen. Den Abschluss
des Beitrags bildet ein Überblick über Methoden und Ergebnisse
empirischer Untersuchungen über den Erfolg von Unternehmensakquisitionen.
Funktionen, Terminierung und rechtliche Einordnung der Due Diligence
Der
dritte Beitrag verfolgt das Ziel, die Due Diligence in
betriebswirtschaftlicher und kaufrechtlicher Hinsicht theoretisch zu
fundieren. Hierzu werden zunächst die Funktionen derDue Diligence im Akquisitionsprozess sowie die Terminierungund Dauer der
Due Diligence genauer beschrieben. Es werden
diegewährleistungsrechtlichen Aspekte und die Stellung und Relevanz der
Due Diligence im Zusammenhang mit Ansprüchen des Käufers aus
Leistungsstörungen aufgezeigt, um die Schnittstelle zwischen der
wirtschaftlichen Untersuchungdes Kaufobjekts und der Auswirkung
derselben auf das Kaufrecht herauszuarbeiten.
Planung und Durchführung der Due Diligence
Im Beitrag über diePlanung und Durchführung einer Due Diligence wird zunächst auf die Informationsquellenfür eine Due Diligence eingegangen. Die anschließende Planungder Due Diligence besteht in der
Festlegung desPrüfungsumfangs, der Abgrenzung der einzelnen Gebiete
sowie derZusammenstellung des Due Diligence-Teams. Im Zentrum der Due
Diligence stehendie einzelnen Prüfungen (Due Diligence-Reviews), die
im Einzelnen beschrieben werden. Ein wichtiger Aspekt innerhalb
der Due Diligence ist die Dokumentation und Berichterstattung über die
gewonnenen Informationen,worüber im letzten Kapitel informiert wird.
Due Diligence und Unternehmensbewertung
Im
Beitrag über Due Diligence und Unternehmensbewertung geht es nach der
Darstellung der Bedeutungder Unternehmensbewertung im Rahmen einer
Unternehmensakquisition um dieeinzelnen Bewertungsmethoden und
insbesondere die Informationserfordernisse,die die einzelnen Methoden
stellen. Unterschieden wird zwischen pauschalen, vergleichsorientierten
Verfahren und analytischen, investitionstheoretischen Verfahren. Eine
analytische Bewertung wird in der Regel nur mit Hilfe
internerInformationen des Unternehmens möglich sein. Daraus ergibt
sich, dass sich imVerlaufe eines Akquisitionsprozesses mit sich
verbessernder Informationslage im Rahmen der Due Diligence auch die
Basis für eine analytische Bewertung verbreitert.
Due Diligence-Konzeption zum
synergieorientierten Akquisitionsmanagement
Synergiepotentialestellen
Möglichkeiten dar, den Gesamtmarktwert der Akquisitionspartner
aufgrundvon Kooperationsvorteilen zu erhöhen. Zunächst wird der
Synergiebegriff im Kontext der Marktwertorientierung diskutiert. Hierauf
aufbauend wird die Konzeption des synergieorientierten
Akquisitionsmanagements in der Due Diligence entwickelt. Dieses
Synergiemanagement kann grundsätzlich unterteilt werden in
die Identifikation, die qualitative und quantitative Beurteilung sowie
die Realisation von Synergiepotentialen. Für die Planung, Steuerung
und Überwachung dieses Prozesses wird die Institutionalisierung eines
Synergie-Controllingbereits während der Due Diligence vorgeschlagen.
Due Diligence und Unternehmensrating nach Basel II
Der
Fokus dieses Beitrages liegt auf dem Vergleich der Informationsprozesse
Due Diligence und Unternehmensrating aus betriebswirtschaftlicher Sicht.
Hierzu werden nach einer Skizzierung der Ziele und verwendbaren
Ratingansätze des Baseler Akkords die Prozesse des Credit Rating und des
bankinternen Rating dargestellt. Due Diligence- und Ratingprozess werden
systematisch verglichen, um wesentliche Überschneidungen und
Unterschiede sowohl in den Analyseinhalten als auch in
den Analyseprozessen aufzuzeigen, bevor der konkrete Praxisnutzen
eines vorliegenden Unternehmensratings für eine Due Diligence erörtert
wird.
Perspektiven eines Risikomanagements im Rahmen
von Unternehmensakquisition und Due Diligence
Nach
einem kurzen Überblick über die Grundlagen des Risikomanagements werden
unterschiedliche Perspektiven näher beleuchtet, unter denen
Risikomanagement bei Unternehmensakquisitionen betrachtet werden
kann: Neben einer Darstellung der Zielgruppen eines
transaktionsbegleitenden Risikomanagements steht hier die Unterstützung
des potentiellen Käufers durch eine Integration von Risikomanagement in den Akquisitionsprozess im Mittelpunkt derAusführungen. Hierzu wird systematisch die Bedeutung der einzelnenPhasen eines zuvor dargestellten Risikomanagementprozesses für alle Teilschritte eines typifizierten Transaktionsprozessesdifferenziert dargestellt. Unterschiedliche Methoden eines transaktionsbegleitenden Risikomanagements und die Schnittflächen zu üblichen Due Diligence-Prüfungenwerden beschrieben.
WirtschaftsrechtlicheGrundlagen
Holger Fleischer und Torsten Körber:Due Diligence im Gesellschafts- und Kapitalmarktrecht
Bei
dem Erwerb einer Aktiengesellschaft oder GmbH wirft die Due Diligence
eine Reihe von Informationsproblemen im Dreieck von
Erwerber, Anteilsverkäufer und Zielgesellschaft auf. Während der
Erwerber naturgemäß aneiner umfassenden Informationsversorgung
interessiert sein dürfte, stellt sich auf der anderen Seite die Frage,
inwieweit der Verkäufer über den Zugang zu den entsprechenden
Informationen verfügt bzw. die Geschäftsleitung der Zielgesellschaft eine Due Diligence zulassen darfoder muss. Gesellschaftsrechtlich relevant
ist weiterhin die Frage, ob die Geschäftsleitung des Käuferunternehmens
im Innenverhältnis zur eigenen Gesellschaft zur Durchführungeiner Due
Diligence verpflichtet ist.
Due Diligence und privatrechtliches Haftungssystem
Vor dem Hintergrund des Gesetzes zur Modernisierung des Schuldrechts wird diskutiert, welche Möglichkeiten der Käufer gegenüber dem Verkäufer bei Vorliegen von Unternehmensmängeln hat. Neben den gesetzlichen Gewährleistungsvorschriften werden die Möglichkeiten vertraglicher Haftungsregelungen in Form von Garantien aufgezeigt. Im Mittelpunkt steht die Diskussion, welche Konsequenzen eine durchgeführte resp. unterlassene Due Diligence und die damit verbundene Kenntnis des Käufers über das Unternehmen zeitigt. Hieraus lässt sich ableiten, inwieweit dem Verkäufer Aufklärungspflichten in Bezug auf das Unternehmen obliegen bzw. der Käufer zur Durchführung einer Due Diligence im Vorfeld des Unternehmenskaufs verpflichtet ist.
Michael Moser:
Kaufpreisklauseln in Unternehmenskaufverträgen
Die Ergebnisse der Due Diligence und die Vorstellungen der Vertragsparteien wie vor allem der vereinbarte Kaufpreis sind durch die kaufvertraglichen Regelungen zu konkretisieren. Dieser Beitrag widmet sich daher den zentralen Möglichkeiten zur Ausgestaltung der kaufvertraglichen Regelungen. Dazu wird zunächst der Festkaufpreis den Kaufpreisanpassungsklauseln gegenübergestellt. Darauf aufbauend werden wesentliche Mechanismen zur Vermeidung kaufpreisrelevanter Risiken dargelegt. Diese umfassen neben Möglichkeiten der Kaufpreisflexibilisierung insbesondere Gewährleistungen, Freistellungen, Verhaltenspflichten und die sogenannte Material Adverse Change-Klausel. Für die verschiedenen Ausgestaltungsformen werden jeweils Beispielformulierungen bereitgestellt.
Funktionale Perspektiven
Hans U. Brauner und Ulrich Grillo:Strategic Due Diligence
Der
Beitrag über dieDue Diligence aus strategischer Sicht fokussiert aus
praktischer Perspektive die Beschäftigung mit der Unternehmensplanung
und die in diese eingehenden Prämissenund Wertansätze. Während zum
Zeitpunkt der ersten Auflage 1997 davon ausgegangenwerden konnte,
„strategische Sicht“ als langfristige Perspektive zu verstehen,hat sich
die Entwicklung in den letzten Jahren verändert. Die „Sichtweise“
wird immer kürzer. Finanzinvestoren suchen einen strategischen Exit nach
drei bisfünf Jahren, spekulative Investoren beurteilen ihr
„strategisches“ Engagementim Wesentlichen nach kurzfristigen
Renditeaussichten. So gesehen hätte der Beitrag über strategische Due
Diligence entweder komplett umgeschrieben oderweggelassen werden
müssen. Der „Case“ Rheinmetall wurde jedoch nahezu unverändert
gelassen, da die langfristige industrielle und strategische Sicht
eines Investors wohl eine Basiskomponente für einen strategischen oder
finanziellen Investor sein kann, der einen Break-up-Valuerealisieren will und mögliche Stand-alone-Szenarien
einzelner Unternehmensbereiche eines Konglomerats durch eine Due
Diligence vertiefend erarbeiten möchte. Es ist aber durchaus auch
möglich, dass das Pendel nach den Erfahrungen im „New Economy“-Bereich
vom Kurzfrist-Denken wieder in Langfrist-Strategiender „Old Economy“
ausschlägt.
Financial Due Diligence I:
Vermögen, Ertrag und Cashflow
Der
erste Teil derbeiden Beiträge zur Financial Due Diligence beschäftigt
sich zunächst mit derAbbildung der Unternehmensentwicklung in den
Rechnungswesen-Systemen und Management-Informationen.Die Kenntnis der
Zuverlässigkeit und inhaltlichen Qualität dieser Systeme istwichtig, um
anschließend – über die Analyse der historischen Vermögens-, Finanz- und
Ertragslage sowie der Planergebnisrechnungen – die geplanten zukünftigen
Cashflows ableiten und analysieren zu können.
Financial Due Diligence II:
Liquidität und Finanzierung
Der
zweite Teil der Financial Due Diligence untersucht die kurz-, mittel-
und langfristigenLiquiditäts- und Finanzierungsverhältnisse der
Zielgesellschaft. Die Analyse erfolgtanhand der Kapitalflussrechnung
nach DRS 2, in der die Herkunft und Verwendungdes Cashflows integriert
ausgewiesen wird. Über die Finanzlage hinaus erfolgt eine Betrachtung
des Cash- und Risikomanagements des Finanzbereichs. Gezeigtwird, dass
„Liquidität vor Ertrag“ eine wichtige Vorbedingung einer
Unternehmensakquisitionsein kann. Ein praktisches Beispiel für finanzielle Akquisitionskriterien stehtneben Aussagen zur Deal Breaker-Funktion einer finanzwirtschaftlichen Due Diligence zur Diskussion.
Tax Due Diligence
Die Due Diligence aussteuerlicher Sicht (Tax Due Diligence) hat zum Ziel, einerseits Risiken aus Steuernachzahlungen für vergangene Wirtschaftsjahre – unter Differenzierungder einzelnen Steuerarten – aufzudecken, und andererseits Hinweise zu geben, wie ein Eigentumsübergang nach steuerlichenAspekten sinnvoll gestaltet werden kann. Im Hinblick auf vergangeneJahre hat die Tax Due Diligence damit die Funktion einer vorgezogenen Betriebsprüfung.Auf der Basis der Kenntnis der steuerlichen Historie der Zielgesellschaft erfolgt die Erwerbsstrukturierung unter Berücksichtigung der steuerlichen Verhältnisse und der Planungen des Erwerbers.
Michael Fritzsche und Dörte Stalmann:
Legal Due Diligence
Den
entscheidendenStellenwert erhält die Due Diligence aus rechtlicher
Sicht (Legal Due Diligence) bei der Frage, ob die Unternehmenstätigkeit
im Hinblick auf die internen und externenRechtsstrukturen einwandfrei
begründet ist und ausgeübt wird. Darüber hinaus wird untersucht,
welchen offenen oder verdeckten Bestands- oderHaftungsrisiken die
Zielgesellschaft ausgesetzt und inwieweit die
aktuellewettbewerbsrechtliche Situation abgesichert ist. Alle diese
Fragen können im Extremfall die unternehmerische Existenz gefährden;
man denke nur an fehlende Nutzungserlaubnisse für eine Produktionstätigkeit. Die Analysen der Legal
Due Diligence dienen zumeinen der juristischen Absicherung der
Geschäftstätigkeit der Zielgesellschaft, zum anderen lässt die
Kenntnis der rechtlichen Aspekte allgemein auf die Rechtskultur des
Unternehmens im Innenverhältnis sowie auf das rechtliche Standing im
Außenverhältnisschließen.
Market Due Diligence
Im Rahmen der Market Due Diligence werden die intern verfügbaren Informationen mit Fokus auf den marketingrelevanten Bereichen analysiert und mit den Anforderungen des Marktes hinsichtlich der Kundenbedürfnisse und der Aktivitäten der Wettbewerber abgeglichen. Dazu sind zunächst eine möglichst tiefgreifende Bestandsaufnahme und ein klares Verständnis des Geschäftsmodells erforderlich. Dies ermöglicht es dem Käufer, die aktuelle Marktposition und die darauf basierenden zukünftigen Marktchancen zu identifizieren. Ebenso können marktbezogene unternehmenswertsteigernde Restrukturierungs- und Synergiepotenziale erkannt werden.
Human Resources Due Diligence
Die
Ressource Menschbildet einen zentralen Wertschöpfungsfaktor. In dem
Beitrag zur Human Resources Due Diligence werden der Ablauf, die
Methoden und insbesondere dieZielkriterien einer
personalwirtschaftlichen Chancen- und Risikoanalyse
einesTransaktionsobjektes skizziert. Die Darstellungen differenzieren
einerseitseine Analyse des strukturellen Humankapitals, indem als
dessen wichtigste Prüfungsfelder Fragen der Mitarbeiterstruktur, der
Entgeltpolitik, der Personalvorsorge sowie des individuellen und
kollektivvertraglichen Arbeitsrechts beleuchtet werden. Andererseits
werden Methoden und Instrumentezu Kompetenz- und
Potentialuntersuchungen beschrieben, die eher das individuelle
Humankapital reflektieren und insbesondere als Management-Audit seine
immer höhere Beachtung und größere Verbreitung finden. Ein
weiteres Kapitel des Beitrages ist den Auswirkungen der Erkenntnisse aus
der Human Resources Due Diligence auf den Unternehmenswert gewidmet.
Cultural Due Diligence
Die
hoheMisserfolgsquote bei Unternehmensakquisitionen wird vielfach auf
Probleme beider Integration unterschiedlicher Unternehmenskulturen
zurückgeführt.Mitunter werden Differenzen im kulturellen Bereich bzw.
Disharmonien zwischenden Persönlichkeiten an der Führungsspitze für
den Abbruch von Akquisitionsverhandlungenverantwortlich gemacht. Der
Beitrag gibt zunächst einen Überblick über diezentralen, in Literatur
und praktischer Anwendung herausgebildeten Definitionsmerkmale von
Unternehmenskultur und beschreibt die wesentlichen Inhalte, die Methoden
und die zeitliche Einordnung einer Cultural Due Diligence in den
Akquisitionsprozess. Nach einer Beschreibung zweier
weitgehend standardisierter Instrumente zur Kulturanalyse wird auf Basis
empirischer Befunde die Bedeutung landeskultureller Unterschiede bei
internationalen Mergern beschrieben.
Environmental Due Diligence
Commercial-technological Due Diligence
Die Relevanz einer fundierten technologischen Betrachtung des Akquisitionsobjektes ist vonzunehmender Bedeutung: Technologiestrategien und insbesondere dietechnologische Plattform eines Unternehmens sind in der Regel nicht kurzfristigund nur mit hohem Kapitaleinsatz veränderbar. Andererseits ist es bedeutsam,frühzeitig zu erkennen, welche Technologieinnovationen in der Zukunft marktfähig werden und die Technologiepassung des in Frage stehenden Targets mit Zukunftstechnologien zu ermitteln. Die Autoren stellen einen Analyserahmen vor, der wettbewerbsrelevante Technologiekompetenz und zukünftiges Technologiepotential zu identifizieren hilft.
Alfred Koch und Jan-Philipp Menke:
IT Due Diligence
Die hohe Bedeutung der Informationstechnologie für die Generierung, das Management und mithin die Qualität von Führungs- und Steuerungsinformationen ist unbestreitbar. Der Beitrag umfasst die Darstellung einer vollständigen, gut strukturierten IT Due Diligence. Diese soll helfen, Umfang und Qualität einer im Target bereits vorhandenen Informationstechnologie angemessen zu bewerten, Neu- und/oder Erweiterungsinvestitionen in IT zu quantifizieren und den ggf. notwendigen Integrationsaufwand bei der unternehmensübergreifenden Zusammenführung von Informationstechnologien zu ermitteln.
Christian Brenner, Thorsten Knauer und Andreas Wömpener:
IP Due Diligence
Zunehmend stellen die Rechte am geistigen Eigentum (Intellectual Property) einen erheblichen Anteil am Wert vieler Unternehmen dar. Im Mittelpunkt dieses Beitrags stehen deshalb die im Rahmen der Due Diligence notwendigen Schritte zur Prüfung der Werthaltigkeit des Intellectual Property. Die Autoren zeigen dabei Wege auf, wie trotz des Zeitdrucks und der unvollständigen Informationsbasis während der Due Diligence eine monetäre Bewertung der geistigen Eigentumsrechte möglich ist.
Länderperspektiven
Ulrich Middelmann und Marion Helmes:Due Diligence in den USA
Aus betriebswirtschaftlicher, steuerlicher und rechtlicher Sicht wirft der grenzüberschreitende Unternehmenskauf und damit auch die Due Diligence eine Reihe zusätzlicher Schwierigkeiten und Risiken auf. Diese resultieren generell aus einem abweichenden Rechtsverständnis, dem Zugang zu Informationsquellen sowie kulturellen Unterschieden. Die einzelnen Teilreviews der Due Diligence (Markt und Produkte, Rechnungswesen und Steuern, Recht, Personal und Organisation) werden im Hinblick auf die Sachverhalte diskutiert, denen bei einer Unternehmensakquisition in den USA besondere Beachtung zu schenken ist.
Christoph Haarbeck und Rainer König:
Due Diligence in Großbritannien
In Großbritannien istder Verkäufer auf eine intensive Due Diligence eingestellt. Landestypische Unterschiede weist die lokale Gesetzgebung auf. Weitere Unterschiede ergebensich aufgrund der Zielgewichtungen. Britische Unternehmenskäufer konzentrieren sich sehr stark auf die rein finanziellen Daten und weniger auf strategische und technische Aspekte. Im Fokus steht eine Analyse der Ergebnisse, des Working Capital und des Cashflow. Der Verantwortungsbereich der Berater wird noch weiterausgedehnt, tendenziell erwartet man von ihnen praktisch nicht nur eine Aufbereitung der präsentierten Unterlagen, sondern eine Kaufvorentscheidung bzw. eine Bewertung der möglichen Transaktion.
Ulrich Lehner und Helmut B. Nuhn:
Due Diligence in Asien
Ausbetriebswirtschaftlicher, steuerlicher, rechtlicher und kultureller Sicht werfen Transaktionsvorhaben mit Ländern Südostasiens eine Reihe von Besonderheiten auf. Diese resultieren generell aus einem abweichenden Rechtsverständnis, dem Zugang zu Informationsquellen sowie kulturellen Unterschieden. Die einzelnen, unter den Funktionalen Perspektiven beschriebenen Teilreviews der Due Diligence werden im Hinblick auf zentrale Sachverhalte diskutiert.
Ausgewählte Kapitel
Dirk Nawe und Frank Nagel:Due Diligence im Rahmen von Unternehmensverkäufen
In der Praxis ist die käuferseitige Due Diligence bislang die am häufigsten anzutreffende Form derDue Diligence. Bei der Vendor Due Diligence handelt ein von dem Verkäufer beauftragter Berater, als wäre er von einem potentiellen Erwerber beauftragt worden. Die Vorteile der Vendor Due Diligence bestehen insbesondere bei mehreren potentiellen Erwerbern in einer Steigerung derEffizienz des Veräußerungsprozesses und der Minimierung der Belastung derMitarbeiter der Zielgesellschaft. Als ein wesentliches Abgrenzungsmerkmal zuanderen Dienstleistungen zur Unterstützung eines Veräußerers im Transaktionsprozess ist die Unabhängigkeit vom Auftraggeber zu nennen. Dieses Abgrenzungsmerkmal bildet zugleich die Basis für die Akzeptanz der Vendor Due Diligence seitens des potentiellen Investors.
Kurt-Jürgen Kinzius:
Due Diligence aus Sicht von Finanzinvestoren
Die Bedeutung von Finanzinvestoren als Wettbewerber für strategische Investoren im Bietprozess für Unternehmen hat in den vergangenen Jahren stark zugenommen. Für Finanzinvestoren ist die Due Diligence zwar in vielen Aspekten mit der von strategischen Investoren vergleichbar, doch ergeben sich aufgrund ihres Geschäftsmodells einige Besonderheiten. So müssen sowohl das Management der Due Diligence-Kosten als auch die Interessenslage des Managements bei der Due Diligence Berücksichtigung finden. Mögliche Gewährleistungen des Managements und die Schwierigkeiten der Abgabe von Gewährleistungen durch Finanzinvestoren beim Exit stellen weitere zentrale Unterschiede dar.
Klaus Trützschler und Volker Hues:
Due Diligence bei kleinen und mittelständischen Unternehmen(KMU)
Das Ziel dieses Beitrages besteht darin, die zentralen Determinanten herauszuarbeiten, die den Erfolg einer Due Diligence und damit des gesamten M&A-Prozesses bei kleinen und mittelständischen Unternehmen (KMU) begünstigen. Der Due Diligence-Prozess wird hierbei aus der Perspektive eines divisional organisierten Konzerns als Käuferunternehmen betrachtet. Neben einem breiten Erfahrungsschatz mit derDurchführung von Akquisitionsprojekten beschreibt der Beitrag einen mit Blick auf KMU sehr anwendungsbezogenen Querschnitt durch die zentralen Funktionsperspektiven der Due Diligence.
Willi Wingenfeld:
Due Diligence bei Krisenunternehmen
Erwerbe von Krisenunternehmen können attraktive Investitionsmöglichkeiten darstellen; sie sind jedoch durch zahlreiche Sonderfaktoren gekennzeichnet. Der Beitrag erörtert vor dem Hintergrund der Ursachen von Unternehmenskrisen die Charakteristika von Transaktionen in der Krise. Darauf aufbauend wird dem Restrukturierungskonzept des Erwerbers besonde-re Aufmerksamkeit gewidmet, da dieses ebenso wie das Finanzierungskonzept für den Transaktionserfolg essentiell ist. Darüber hinaus zeigt sich, dass die Bewertung von Krisenunternehmen eng mit den Spezifika des Krisenunternehmens verbunden ist.
Als Anlage ist diesem Buch eine Checkliste beigefügt, wie sie typischerweise bei einer Due Diligence zum Einsatz kommt und die in kompakter Form über die Untersuchungs- und Prüfungshandlungen informiert. Es handelt sichum eine konsolidierte Fassung, die aus der Zusammenstellung in der Literatur vorhandener Checklisten gewonnen wurde. Auf diese Weise konnte der Stand hinsichtlich des Inhalteseiner Due Diligence-Checkliste wiedergegeben werden.



