|
|
Beratungsprojekt für die Westdeutsche Genossenschafts-Zentralbank eG (WGZ-Bank)
und die Gesellschaft für Automatisierte Datenverarbeitung (GAD)
Erstellung einer Konzeption für ein Controlling im
Multi-Channel-Vertrieb unter besonderer Beachtung des Electronic Business im Regionalen
Finanzverbund
In Zusammenarbeit mit dem Bereich OrganisationsEntwicklung und Systeme (OE&S)
der WGZ-Bank sowie mit dem Rechenzentrum
GAD erstellte der Lehrstuhl für Controlling
der Westfälischen Wilhelms-Universität ein Konzept zur Steuerung von
E-Business-Aktivitäten im Vertrieb sowie deren Koordination mit traditionellen
Vertriebswegen.
Die WGZ-Bank als Zentralbank der lokalen Genossenschaftsbanken hat die Aufgabe, ergänzende
und innovative Dienstleistungen für die ihr angeschlossenen Primärbanken zu übernehmen.
Gemeinsam mit dem Rechenzentrum der Genossenschaftsbanken im west- und norddeutschen Raum, der GAD,
ist sie zudem mit der grundsätzlichen strategischen Ausrichtung der E-Business-Aktivitäten
im genossenschaftlichen Bankensektor verantwortlich und stellt entsprechende Infrastruktur und
Dienstleistungen für die Genossenschaftsbanken zur Verfügung.
Die Bedeutung der elektronischen Vertriebswege im Bankgeschäft hat in den letzten Jahren
enorm zugenommen. Ständige Verfügbarkeit, praktische Funktionalitäten und i.d.R.
niedrige Transaktionskosten sind Gründe, die zu einer stärkeren Verlagerung des
Geschäfts auf digitale Vertriebswege führen. In einigen Nischen (z.B. Brokerage)
werden traditionelle Universalbanken, wie es die Genossenschaftsbanken sind, zudem von neuen
flexiblen Konkurrenten bedrängt. Dadurch wird die Anpassung des Geschäftsmodells
auch für Genossenschaftsbanken notwendig.
Der Lehrstuhl für Controlling erstellte deshalb für die WGZ-Bank und die GAD ein
Konzept zur Steuerung der E-Business-Aktivitäten im Vertriebsbereich. Dabei wurde Wert
auf eine ganzheitliche Konzeptionierung in mehrfacher Hinsicht gelegt: Es wurden neben den
traditionellen und innovativen operativen auch strategische Instrumente wegen der Notwendigkeit
der Fundierung von langfristigen, richtungsweisenden Entscheidungen gerade im E-Business
betrachtet. Zudem wurde auf die Verknüpfbarkeit der konzeptionellen theoretischen
Grundlagen mit den praktischen Rahmenbedingungen großer Wert gelegt.
Ziel der Konzeptionierung für die strategische Steuerung war die Erstellung eines
ganzheitlichen Ansatzes. Dazu wurden sowohl qualitative als auch quantitative Instrumente
herangezogen. Durch die Einbindung dynamischer Instrumente (z.B. Target Costing) wurde eine
Brücke zwischen der grundlegenden langfristigen Steuerung mit Hilfe strategischer
Instrumente und dem konkreten operativen Controlling hergestellt.
Der Schwerpunkt der Konzeption lag im operativen Bereich. Hier war neben den
Steuerungsmöglichkeiten für elektronische Vertriebswege insbesondere auch die
Koordination der bestehenden klassischen Vertriebswege Filiale, SB-Terminal und Call-Center
mit den digitalen Kanälen Internet und Mobile zu beachten. Ziele waren die Abstimmung
der Vertriebsaktivitäten, die Festigung der Kundenbindung und die Kontrolle der
Wirtschaftlichkeit.
Um diese Ziele erreichen zu können, wurden mehrere Teilaspekte untersucht. Zunächst
wurden Steuerungsmöglichkeiten für die kundenrelevanten Geschäftsprozesse
erarbeitet. Diese Daten flossen dann z.T. in ein entworfenes Rechnungssystem ein, das
eine flexible Wirtschaftlichkeitsbetrachtung z.B. nach Vertriebswegen oder nach Kunden erlaubte.
Zur Verbesserung der Marktbearbeitung wurden sowohl die Möglichkeiten einer zielgerechten
Kundensegmentierung eruiert als auch die Optionen untersucht, die digitale Vertriebswege zur
Verbesserung und Steuerung der bei Genossenschaftsbanken traditionell engen Kundenbeziehungen bieten.
Die Erarbeitung der Konzeption erfolgte in modularer Form und wurde in vier Module unterteilt.
Modul 1 umfasste die skizzierten Instrumente zur strategischen Steuerung des Electronic Business.
Gegenstand der Untersuchung in Modul 2 waren der Entwurf eines Rechnungssystems zur
Wirtschaftlichkeitskontrolle sowie die Steuerungsmöglichkeiten für digitale
Geschäftsprozesse. Das Modul 3 schließlich betrachtete die Informations- und
Analysemöglichkeiten im Bereich der Marktbearbeitung. Den Abschluss bildete die
übergreifende Verknüpfung der Subsysteme in Modul 4. Der Projektzeitrahmen betrug
inklusive einer Voruntersuchung neun Kalendermonate. Die inhaltliche Ausgestaltung der Module
erfolgte dabei durch den Lehrstuhl in enger Zusammenarbeit z.B. in Form von Workshops und Meetings
mit Mitarbeitern der WGZ-Bank und der GAD.
Von Seiten des Lehrstuhls begleiteten Dipl.-Kfm. Klaus Segbers
und Dipl.-Kfm. Pascal Nevries das Projekt. Ihre
Aufgabe bestand darin, wissenschaftliche Erkenntnisse im Bereich des Controlling mit
den spezifischen Anforderungen im E-Business- bzw. Multi-Channel-Kontext im
genossenschaftlichen Banken-Sektor zu verknüpfen.
Ihre Ansprechpartner:
Dipl.-Kfm. Klaus Segbers (Tel.: 0251/83-22011)
Dipl.-Kfm. Pascal Nevries (Tel.: 0251/83-22007)
(Fax: 0251/83-22018)
letzte Modifikation: 09.04.2003 by Walter Schmitting