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Praxisprojekte und Forschungskooperationen



Projekt "KOKOS"

Konkretisierung der durch Benutzungsgebühren zu deckenden Kosten -
Behörden-/Betriebsvergleich der Fortbildungseinrichtungen des Landes NRW


Im Herbst 1995 beauftragte der Rechnungshof des Landes Nordrhein-Westfalen den Lehrstuhl für Betriebswirtschaftslehre, insb. Controlling, Prof. Dr. Wolfgang Berens der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf mit der Durchführung eines Projektes zur Einführung einer Kosten- und Leistungsrechnung in einer ausgewählten Gruppe nordrhein-westfälischer Aus-, Fort- und Weiterbildungseinrichtungen. Die Bearbeitung des für die Laufzeit von zwei Jahren geplanten und am 15. November 1995 begonnenen Projektes am Controlling-Lehrstuhl übernahm Dipl.-Kfm. Thorben Finken.

Das Projekt teilte sich in insgesamt fünf Meilensteine. In der Definitionsphase ging es zunächst darum, die besonderen Rahmenbedingungen kennenzulernen, unter der die weitere Projektbearbeitung stattfinden sollte, und den bewußt bzw. latent vorhandenen Informationsbedarf festzustellen. Im Sinne einer zielorientierten Kostenrechnungskonzeption galt es nun, ein System zur Abdeckung dieses Informationsbedarfes zu entwickeln. In der mit dem zweiten Meilenstein abzuschließenden Konzeptionsphase entstand, auf der Grundlage der Anforderungen einer Pilotbehörde, das eigentliche Kostenrechnungskonzept. Zunächst wurde ein Kostenartenplan mit Überleitung zu den Haushaltstiteln entworfen. Parallel dazu entstand eine auf die konkrete Situation der Pilotbehörde zugeschnittene Kostenstellengliederung. Dabei wurde bereits Wert darauf gelegt, eine Basis für die spätere Vergleichbarkeit der Behörden aufzubauen. Für die Kalkulation (Kostenträgerrechnung) fiel die Entscheidung zugunsten einer erweiterten Bezugsgrößenkalkulation. In der sich anschließenden Pilot-Implementierungsphase erfolgte die Erhebung der notwendigen Daten einschließlich der Erstellung eines Anlagenverzeichnisses. Ein Problem stellte nun noch die DV-Abwicklung der Kostenrechnung dar. Eine Standard-KLR-Software stand zum fraglichen Zeitpunkt nicht zur Verfügung, so daß zunächst auf eine selbstentwickelte Lösung auf Basis von MS Excel zurückgegriffen wurde. Die Eigenentwicklung bestand bei der Analyse der gesammelten Daten ihre "Feuerprobe" und diente im weiteren Projektverlauf als sehr gut geeignete Zwischenlösung zur Überbrückung der Zeit, bis eine kommerzielle Software zum Einsatz kommen kann. Der nächste Schritt war die Hauptimplementierungsphase, bei der das Konzept auf die weiteren KOKOS-Teilnehmer übertragen wurde. Die dabei ermittelten Daten wurden am Lehrstuhl für Controlling ausgewertet und flossen in einen kennzahlengestützten Vergleich ein, der dem Landesrechnungshof NRW im Herbst 1997 präsentiert wurde. Seinen Abschluß fand das Projekt KOKOS mit der Ableitung von Handlungsempfehlungen für die weitergehende Verbreitung der Kosten- und Leistungsrechnung in den Landesbehörden Nordrhein-Westfalens.

Die Erkenntnisse, welche bei der Durchführung des dargestellten Projektes erlangt wurden, gingen ein in die Konzeption des zweiten vom Lehrstuhl für Controlling bearbeiteten KLR-Projektes KICK, bei dem im Auftrag des Justizministeriums NRW eine Kostenrechnungskonzeption für die Justizverwaltung entwickelt wurde.

Ein effizientes Projektmanagement sowie die hohe Identifikation der Beteiligten auf allen Seiten trugen dazu bei, das Projekt KOKOS innerhalb des angestrebten Zeitplanes zu einem erfolgreichen Abschluß bringen zu können.

Ihr Ansprechpartner: Dipl.-Kfm. René Bertelsmannn, Tel. 0251/83-22009, Fax: 0251/83-22018.


       letzte Modifikation: 09.04.2003 by Walter Schmitting