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wissen.leben | WWU Münster 


Thema des Monats

REDIA - Auswirkungen der DRG-Einführung auf die medizinische Rehabilitation


von Eiff, Schüring, Niehues

 Ergebnisse einer prospektiven medizin-ökonomischen Langzeitstudie 2003 bis 2011

320 S., 49.90 EUR, gb., ISBN 978-3-643-11095-4

Leseprobe (PDF)








Pressemitteilung

Münster, 14.04.2011.

Die Krankenhäuser haben auf die Einführung des
Fallpauschalen-Entgeltsystems erwartungsgemäß reagiert: Durchführung
minimalinvasiver Operationen, Einsatz von Zeit sparenden
Medikalprodukten, Verkürzung der Akutverweildauer z.B. bei
Hüftpatienten von 17,33 (in 2003) auf 12,54 Tage (in 2010); alles mit
dem Ziel, die Kosten je Patient zu senken. Als Konsequenz stieg die
Zahl der Patienten, die bei Aufnahme in die Reha vermehrt unter
Komplikationen litten sowie einen deutlich verschlechterten
Gesundheits- und Mobilitätszustand aufwiesen.

Der Leiter der REDIA-Studie, Prof. Dr. Dr. Wilfried von Eiff vom
Centrum für Krankenhaus-Management, Universität Münster, führt diese
Entwicklung auf mehrere Ursachen zurück: Zeitsparende
Operationstechniken ermöglichen eine kurze Liegezeit im Krankenhaus,
machen aber aufwändige Wundversorgung und Schmerztherapien in der
Rehabilitation nötig.

Außerdem stieg das Durchschnittsalter der Patienten im
Untersuchungszeitraum um vier Jahre an und die Zahl von
Begleiterkrankungen wie Diabetes und Bluthochdruck nahm zu.
Medizin-Ökonom von Eiff bemängelt die Qualität des
Verlegungsmanagements, was zu einer Verlängerung der Übergangszeit
zwischen Entlassung aus dem Krankenhaus und der Aufnahme in der
Reha-Klinik führt. Diese häusliche Übergangszeit ist mit
therapeutisch und ökonomisch relevanten Risiken verbunden: Häufig
wird die Thromboseprophylaxe unterbrochen und die Wundversorgung
erfolgt nicht fachgerecht; in 2003 waren 1,8% der kardiologischen
Patienten von Komplikationen wie Pleuraerguß und
Wundheilungsstörungen während der Übergangszeit betroffen, in 2010
dagegen 18%.

Bei Rückfragen wenden Sie sich an unsere Mitarbeiter.
Dipl.-Kfm. Stefan Schüring
Tel. 0251-
83 3144 8






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